1. Startseite
  2. Lokales
  3. Melsungen
  4. Morschen

Mörscher Verein sucht weitere Angestellte für Dienstleistungen

Erstellt:

Von: Barbara Kamisli

Kommentare

Haben jetzt auch eigene Räume: Sabine Knobel ist Vorsitzende des Vereins Mörscher Engel, der vor über zehn Jahren gegründet wurde.
Haben jetzt auch eigene Räume: Sabine Knobel ist Vorsitzende des Vereins Mörscher Engel, der vor über zehn Jahren gegründet wurde. © Barbara Kamisli

Die Mörscher Engel suchen neue Mitarbeiter. Ihre Dienstleistungen werden zunehmend nachgefragt. Seit 2012 bietet das Team Hilfe im Haushalt an.

Morschen – 29 Mitarbeiterinnen kümmern sich um rund 280 Kunden. „Wir unterstützen die Menschen, damit sie möglichst lange im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung bleiben können“, sagt Sabine Knobel, Vorsitzende des Vereins.

Viele Ältere würden die gewohnte Umgebung nur ungern verlassen, in der Gemeinde Morschen gibt es aber keine Einrichtung mit seniorengerechten Wohnungen. „Wenn die Leute aber wegziehen müssen, geht ja auch das soziale Umfeld verloren“, sagt Knobel. Sie findet, dass jede Kommune eine kleine eigene Einrichtung mit barrierefreien Wohnungen haben sollte, wo dann je nach Bedarf entsprechende Leistungen dazu gebucht werden können. Das sei ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge. „Aber dazu müssten die Kommunen finanziell auch entsprechend ausgestattet werden.“

Die Nachfrage nach dem Angebot der Mörscher Engel sei riesig. Mittlerweile hätten sie nicht nur Kunden in Morschen, sondern auch in Malsfeld, Rotenburg und Alheim. Zum Leistungsspektrum gehören zum Beispiel Reinigungsarbeiten, Wäsche waschen, einkaufen oder auch kochen. „Früher war es so, dass ältere Menschen oft von der Familie mitversorgt wurden“, sagt Knobel. Das sei aber heutzutage auch im ländlichen Raum nicht mehr an der Tagesordnung. „Viele Frauen, die das in der Regel übernommen haben, sind heute auch berufstätig.“

Hat ein Kunde einen Pflegegrad, werden monatlich vier Stunden Unterstützung von der Pflegekasse übernommen, sagt Knobel. Sie sei der Meinung, dass jeder spätestens mit 80 Jahren automatisch einen Pflegegrad bekommen sollte. „Mit 80 kann man eben nicht mehr alles alleine stemmen“, sagt Knobel. Die Menschen müssten auch mit ihren Kräften haushalten. Für viele sei die Begutachtung durch den medizinischen Dienst aber eine Hemmschwelle.

Wer keinen Pflegegrad hat, kann die Unterstützung durch die Mörscher Engel auch privat bezahlen – aktuelle Preise können erfragt werden. In der Regel werden die Kunden immer von der gleichen Mitarbeiterin betreut, sagt Knobel. „Es ist wichtig, dass ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird.“ Viele Leute hätten vorher noch nie fremde Menschen im Haus gehabt. „Empathisch müssen die Mitarbeiterinnen auf jeden Fall sein“, erklärt sie.

Wer darüber nachdenkt, die Dienste der Mörscher Engel in Anspruch zu nehmen, der solle sich nicht erst melden, wenn es wirklich akut sei, sagt Knobel. „Wir haben aktuell eine Warteliste bis etwa März.“ Dass das Projekt Mörscher Engel einmal so groß werden könnte, das hatte sich Sabine Knobel nicht vorgestellt.

„Ich dachte am Anfang, wir bieten das hier in Morschen für die Mörscher an“, sagt Knobel.

Doch stattdessen könnten die Mörscher Engel noch mehr Kunden betreuen, wenn sie das Personal dafür hätten. „Ich will gar nicht wissen, wie das wird, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen“, sagt die 60-Jährige. (Barbara Kamisli)

Auch interessant

Kommentare