Bergmanns Appell: Rettet Kloster Haydau

Morschen benennt Platz nach Ehrenbürger Waltari Bergmann

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Freuen sich über die Würdigung Waltari Bergmanns: von links Ingo Böhm, Volker Bergmann, seine Schwester Heidrun Kreutzburg, Jutta Bergmann mit Sohn Tjark Bergmann und Tochter Kaja Oglialoro, vorn Enkel Lio Oglialoro an der Stele auf dem Waltari-Bergmann-Platz.

Altmorschen. Er galt als unerschrockener Verfechter der Interessen der Allgemeinheit. Nun hat Morschen Waltari Bergmann, dem ersten seiner drei Ehrenbürger, einen Platz gewidmet.

Die Fläche gegenüber der VR-Bank heißt jetzt offiziell Waltari-Bergmann-Platz. Mehrere hundert Menschen waren am Samstag zur Feierstunde gekommen – ein Schild und eine Stele wurden enthüllt. Der frühere Rektor und Präsident des Mitteldeutschen Sängerbundes, Heimathistoriker und Naturschützer wäre am Samstag 100 Jahre alt geworden. Der MGV Altmorschen und der Schulchor der Georg-August-Zinn-Schule gestalteten die würdige Feier.

Der Arbeitskreis Ortsgeschichte hat eine interessante Dokumentation über das Leben und Wirken Bergmanns erarbeitet, die jetzt im Rathaus zu sehen ist. Enthalten ist auch der HNA-Bericht vom 6. September 1977, der Wirkung zeigte. Die Rede ist von dem „leidenschaftlichen Appell, den Waltari Bergmann, unerschrockener Verfechter der Interessen der Allgemeinheit, während des Klosterparkfestes an alle richtete, die sich verantwortlich fühlen: Rettet Kloster Haydau.“

„Das war die Initialzündung, ein Aufschrei, der Langzeitwirkung zeigte“, sagte Otto Wohlgemuth, einer der Weggefährten Bergmanns, am Samstag. Und an diese Initialzündung erinnerte auch Bürgermeister Ingo Böhm: „Unserer Gemeinde hat Waltari Bergmann unschätzbare Dienste erwiesen.“ 

Die Widmung des Platzes sei ein ganz bescheidenes Dankeschön. Bergmann habe 1960 mit der Gemeindevertretung das erste Klosterparkfest initiiert. Er sei der ständige Mahner zur Rettung des Klosters gewesen. Böhm sagte, „auch heute brauchen wir wieder Visionäre, Menschen, die für die Gemeinde kämpfen und auch vor großen Aufgaben und Zielen nicht zurückstecken, sondern diese anpacken und erreichen. Auch hier kann Waltari Bergmann allen als Vorbild dienen.“

Die Stele auf dem Platz hat Bauamts-Leiterin Ulrike Fleischert entworfen. Der Platz sei noch nicht perfekt, sagte der Bürgermeister, „mit Sicherheit stellen wir uns ein anderes Aussehen vor – aber auch hier bedarf es Visionen“. Es sollte Ansporn für alle sein, an der Gestaltung dieses Platzes und der vielen anderen Plätze weiter zu arbeiten und die Gemeinde weiter voranzubringen.

Unter den Gästen waren viele Freunde Bergmanns – auch Melsungens Ehrenbürgermeister Dr. Ehrhart Appell: „Waltari Bergmann war ein kulturelles Multitalent.“

Morschen hat drei Ehrenbürger

Morschen hat nach Angaben von Bürgermeister Ingo Böhm drei Ehrenbürger: Waltari Bergmann, Professor Dr. Gottfried Kiesow und Professor Dr. Ludwig Georg Braun. 

Kiesow (1931 – 2011) war von 1974 bis 1996 Präsident des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege. 1985 gründete er die Stiftung Deutscher Denkmalschutz. 

Bergmann, Kiesow und Braun haben große Verdienste um die Rettung und Sanierung des einst vom Verfall bedrohten Klosters Haydau. 

Braun – heute Aufsichtsratsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG – ist Vorsitzender des Fördervereins Kloster Haydau. Das Unternehmen investierte nach eigenen Angaben 37 Millionen Euro in große Teile der Klosteranlage und weitere zwei Millionen in den neu gestalteten Küchengarten.

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