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Nachfolge noch unklar – Gemeinde Morschen unterstützt Apothekerin bei Suche

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Von: Barbara Kamisli

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Sucht händeringend einen Nachfolger: Apothekerin Michaela Franke will im März in Morschen aufhören und sucht jemanden, der ihre Apotheke weiterführt. Archi
Sucht händeringend einen Nachfolger: Apothekerin Michaela Franke will im März in Morschen aufhören und sucht jemanden, der ihre Apotheke weiterführt. © Barbara Kamisli

Ein Nachfolger für die Klosterapotheke in Morschen wird weiterhin dringend gesucht. Jetzt unterstützt die Gemeinde Morschen Apothekerin Michaela Franke bei der Suche.

Morschen – Die 69-Jährige will Mitte März aufhören. Findet sich bis dahin niemand, der die Apotheke übernimmt, wird sie geschlossen.

Für die Mörscher wäre das ein herber Verlust, denn die nächsten Apotheken sind in Alheim und Melsungen. „Es wird sehr bedauert, dass ich aufhöre“, sagt Michaela Franke. Aber für sie sei der Schritt aus Altersgründen alternativlos.

Sie habe alles versucht, um jemanden zu finden, der ihre Apotheke weiterführt, sagt Franke. Doch bislang ohne Erfolg. „Es hat sich niemand gemeldet.“ Schließt die Apotheke in Morschen, ist das nicht nur ein Verlust für die Kunden aus Morschen und Umgebung.

Es würde sich auch auf Nacht- und Wochenenddienste sowie Vertretungsregelungen auswirken, sagt Franke. Denn im Pool wäre dann eine Apotheke weniger. Acht Apotheken befinden sich derzeit in einem Verbund, in dem diese Dienste abwechselnd übernommen werden, sagt Franke. Die Dienste müssten dann anders verteilt werden.

„Fachkräftemangel betrifft uns genauso wie andere Branchen“, sagt der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes Holger Seyfarth. Eine Betriebsübernahme würde sich für viele junge Leute aus wirtschaftlichen Gründen nicht lohnen.

Dazu käme noch, dass die Rahmenbedingungen, die die Politik vorgibt, nicht kalkulierbar seien. Gerade seien wieder die Honorare gekürzt worden. Viele junge Leute gingen in die Industrie. „Das ist unser größter Arbeitskonkurrent“, sagt Seyfarth. Eine Fünf-Tage-Woche und ein kalkulierbares Einkommen seien eben für viele attraktiver.

Die Gemeinde Morschen und Michaela Franke wollen nun mit einer gemeinsamen Anzeige in einem Fachblatt noch einmal für die Apotheke in Morschen werben. „Wir wollen zeigen, dass wir die Apotheke als Gemeinde Morschen wollen“, sagt Bürgermeister Roland Zobel. Die Gemeinde hätte mit einem Arzt beste Voraussetzungen.

Mit der gemeinsamen Anzeige erhoffe man sich eine andere Aufmerksamkeit. Außerdem werde man auch über die sozialen Medien für die Klosterapotheke werben. „Unser Thema ist ja gerade die Daseinsvorsorge“, sagt Ulrike Fleischert von der Gemeinde Morschen. Ein Arzt und eine Apotheke seien dafür das A und O. Morschen soll weiterhin attraktiv bleiben, dazu gehörten auch kurze Wege und die Versorgung vor Ort. Man hoffe sehr, dass ein Nachfolger gefunden werden kann. (Barbara Kamisli)

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