"Dorfsheriffs wollen wir nicht" 

Parlament Morschen lehnt freiwilligen Polizeidienst ab

Morschen. Auch in der Gemeinde Morschen wird es keinen freiwilligen Polizeidienst geben. Die Gemeindevertretung hat diesen Dienst am Donnerstag mit eindeutiger Mehrheit abgelehnt.

Nur die FDP-Parlamentarier Christian Broel und Thomas Kellner stimmten dafür. FDP-Fraktionsvorsitzender Arne Beneke stimmte mit weiteren 16 Gemeindevertretern dagegen.

Beneke ist auch Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. Der hatte der Gemeindevertretung mit sechs Stimmen bei einer Enthaltung empfohlen, dem freiwilligen Polizeidienst nicht beizutreten.

Über die Möglichkeiten des freiwilligen Polizeidienstes hatte der Leiter der Polizeistation Melsungen, Erster Hauptkommissar Gerd Kümmel, das Mörscher Parlament am 17. Mai informiert. Nun fiel die endgültige Entscheidung dagegen – ohne Diskussion im Parlament. „Zwei Herzen schlagen in meiner Brust“, sagte Bürgermeister Ingo Böhm. Es sei eine Chance und eine Möglichkeit, für fünf Jahre zwei freiwillige Polizeihelfer „umsonst zu bekommen.“ Böhm kritisierte aber die Personalsituation der hessischen Polizei. Es sei ein Versagen der Hessischen Landesregierung, es über Jahre versäumt zu haben, neue Polizeibeamte auszubilden.

„Es fehlt an ausgebildeten Polizeibeamten, die die Aufgaben in der Fläche erfüllen können“, betonte Böhm. Es gebe Situationen, in denen die Polizeistation Melsungen für den gesamten Altkreis Melsungen gerade mal zwei Streifenbesatzungen zur Verfügung habe.

„Dorfsheriffs wollen wir nicht“, sagte Böhm zum Thema freiwilliger Polizeidienst. Für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, sei die klassische Aufgabe der Landesregierung. Es sei aber versäumt worden, diese Aufgabe zu erfüllen, „und das fällt uns jetzt auf die Füße“.

Rubriklistenbild: © Rene Ruprecht/dpa

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