Parteipolitik ist nicht ihr Ding

Wollen mitgestalten: Achim Hinz und Ottmar Pfaffenbach (von links). Foto: Kamisli

Morschen. Parteipolitik ist nicht ihr Ding. Achim Hinz und Ottmar Pfaffenbach wollen mit Mörschern für die Kommunalwahl im März eine Liste mit unabhängigen Kandidaten aufstellen.

Wir sprachen mit ihnen über ihre Motivation.

Warum braucht die Gemeinde Morschen eine unabhängige Liste?

Ottmar Pfaffenbach: Ich bin der Meinung, dass Parteipolitik auf kommunaler Ebene nicht zielführend ist. In Gemeindevertretersitzungen sieht man schon einen deutlichen Fraktionszwang. Ich finde, auf kommunaler Ebene sollten sich Gemeindevertreter unabhängig mit Themen auseinandersetzen und nach ihrer eigenen Einschätzung entscheiden.

Achim Hinz: Ich verfolge die Politik im Ort schon eine ganze Weile und haben den Eindruck, dass es hier Kräfte gibt, die nicht immer ans Wohl der Gemeinde denken.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Hinz: Na ja, die SPD ist sehr stark und das Problem ist, dass dadurch Dinge allein aufgrund der Mehrheitsverhältnisse entschieden werden können.

Und die Freien Wähler bieten da Alternativen?

Pfaffenbach: Für mich ist ganz wichtig, dass wir eine Wählergruppe gründen wollen und keine Partei. Unsere Ortsgruppe soll auch völlig unabhängig von irgendwelchen Strukturen sein. Das sind für mich wichtige Punkte, warum ich das Konzept Freie Wähler unterstütze. Da gibt es keinen Fraktionszwang. Ich glaube, das bringt die Menschen dazu, sich mit Themen auseinanderzusetzen.

Wie viele Kandidaten brauchen Sie idealerweise für eine Liste?

Pfaffenbach: Eine vollständige Liste hätte 23 Kandidaten. Ideal wären aber auch schon acht Kandidaten, da man so durch die möglichen drei Stimmen je Kandidat bei einem Listenkreuz alle Stimmen nutzen könnte.

Treten Sie auch mit weniger Kandidaten an?

Pfaffenbach: Ich gehe fest davon aus, dass wir acht geeignete Kandidaten zusammen bekommen.

Und was würden Sie in der Gemeinde Morschen gern verändern?

Pfaffenbach: Ich kann da nur für mich sprechen. Denn einen Listenwillen soll es bei uns ja nicht geben. Ich als Unternehmer würde gern die Unterstützung der Unternehmen durch die kommunale Verwaltung stärken.

Ich sehe ganz klar, dass ein wichtiger Baustein, um aus unserem Schuldendilemma in Morschen herauszukommen, die Stärkung des Unternehmertums ist. Zum Beispiel durch die Ansiedlung weiterer Unternehmen. Aber ich glaube auch, dass um zukunftsfähig zu bleiben, auch in Verwaltungen künftig unternehmerischer gedacht werden muss.

Hinz: Da ist in der Vergangenheit einfach nicht genug dafür getan worden.

Mit welchem Konzept wollen Sie die Wähler überzeugen?

Pfaffenbach: Wir können noch kein Konzept vorlegen. Wir sind eine Gruppe, die die Liste jetzt vorbereitet. Wenn wir ein fertiges Konzept hätten, dann wären wir ja wieder im klassischen Parteiensystem. Das wollen wir aber nicht. Wie unser Konzept aussieht, das hängt letztendlich von denen ab, die dann auf dieser Liste stehen.

Hinz: Wir müssen den Menschen zeigen, dass wir motiviert sind, an dem System der vergangenen Jahre etwas zu ändern. Wir wollen es ja auch die nächsten Jahre hier noch gut haben und wenn ich sehe, wie sich die Schulden entwickelt haben, dann läuft etwas gewaltig falsch.

Pfaffenbach: Wir sehen uns als Alternative zu dem, was das Parteiensystem zu bieten hat.

Ein Konzept gibt es noch nicht, aber Sie werden doch sicher Leitlinien haben, nach denen Sie Politik machen wollen?

Pfaffenbach: Die Leitlinie unserer Initiative ist es, Kandidaten auf die Liste zu bringen, die tief mit unserer Gemeinde verbunden sind, sich mit den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Vorgängen in der Gemeinde intensiv auseinandersetzen und damit in der Lage sind, eigene, unabhängige und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Die grundsätzliche Leitlinie der Politik sollte selbstverständlich die wirtschaftliche Gesundung der Gemeinde sein. Dass dies eine riesen Aufgabe ist, ist vollkommen klar. Aber wir denken, dass uns hierbei frische, unabhängige Ideen voran bringen können.

Ottmar Pfaffenbach (32), ist Ingenieur für Energie- und Umwelttechnik. Er betreibt in Morschen gemeinsam mit Vater und Bruder eine Biogasanlage. Er lebt in einer Beziehung.

Achim Hinz (45) ist Vermögensberater. Er ist ledig und hat zwei Kinder.

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