Stadt attraktiver machen

Sieger des hessischen Demografiepreises: Spangensteine ausgezeichet

Ihre Ideen sind preiswürdig: Der Verein Spangensteine hat mit seinem Projekt „Zukunftswerkstatt“ den 1. Preis beim Hessischen Demografie-Wettbewerb belegt. Dieses Netzwerk soll das Leben in Spangenberg noch bunter und lebenswerter machen. Von links Jutta Wölki-Voß, Martin Will, Sabine Wunderlich , Sieglinde Strieder, Gabriela Wehner, Praktikant David Bögge, Pfarrer Michael Schümers und Susanne Möllmann. Im Hintergrund der Burgsitz und das Schloss. Foto:  Brandau

Spangenberg/Morschen. Der Verein Spangensteine hat gestern für sein Projekt „Zukunftswerkstatt" den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis beim Hessischen Demografie-Wettbewerb gewonnen. Die Mörscher Engel belegten den mit 2500 Euro dotierten 3. Platz.

Dessen Mitglieder setzen sich seit zwei Jahren mit vielen Ideen und hoher Motivation dafür ein, dass Spangenberg für seine Einwohner attraktiver wird, dass der Leerstand in der Innenstadt schwindet und die Liebenbachstadt neue Einwohner gewinnt. Das sind lohnende Ziele, denn die Liebenbachstadt hat in den vergangenen zehn Jahren zehn Prozent ihrer Einwohnerschaft verloren.

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Um diese nicht ganz einfachen Ziele zu erreichen bedarf es vieler Ansätze und Aktionen. Und genau die bietet die Zukunftswerkstatt, deren Mitglieder zwar aus vielen Berufsgruppen und Verbänden kommen (siehe Hintergrund) doch eines gemeinsam haben - sie ziehen alle an einem Strang und setzen sich mit viel Kraft für ihre Stadt ein.

Und auch wenn der Begriff Zukunftswerkstatt ein bisschen diffus klingt, so werden in ihr doch klare Angebote gezimmert: Ferienbetreuung, Unterstützung fürs Schwimmbad, Konzept für eine Multifunktionsfläche für Jugendliche und die Gründung einer Flüchtlingshilfegruppe sind nur einige Beispiele. Zudem, und das ist ein ungewöhnlicher Job, haben die Spangensteine einen so genannten Familienscout installiert: Sabine Wunderlich ist Ansprechpartnerin und Anlaufstelle für alle, die Fragen, Ideen, Anregungen rund ums Leben in Spangenberg haben, bei ihr laufen viele Fäden zusammen.

Die Hessische Staatskanzlei hat all das so beeindruckt, dass sie das Projekt auf den ersten Platz wählte. Und das bedeutet nicht nur einen kräftigen finanziellen Zuschuss - immerhin bedeutet der 1. Platz nicht nur Ehre, sondern auch 10 000 Euro - sondern auch Anerkennung. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit so gewürdigt wird“, sagt Sabine Conti vom Vorstand der Spangensteine. „Uns geht es immer um eine gute Gemeinschaft in Spangenberg - und das hat die Staatskanzlei erkannt.“

In Spangenberg selbst ist das schon länger bekannt. „Wann immer wir Menschen unsere Stadt vorstellen, merken wir selbst, welch großes Potenzial sie hat und wie toll sie ist“, sagt Pfarrer Michael Schümers.

Das verändere die eigene Haltung: „Wir wertschätzen unsere Stadt mehr, schauen eher auf Chancen als auf Probleme.“ Mit der Zukunftswerkstatt ist ein riesiges Kontaktnetz entstanden. Eines, das die Spangenberger verbindet und trägt. Und eines, an das jeder anknüpfen kann, soll und darf.

3. Platz für Mörscher Engel

Auch die Mörscher Engel haben beim Demografiewettbewerb gewonnen: Die ehrenamtlichen Helfer haben den mit 2500 Euro dotierten 3. Platz belegt. Die Initiative unterstützt Senioren in ihrem Bemühen, möglichst lange in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Die Helfer begleiten sie beim Einkaufen oder zum Arzt und bieten Fahrdienste an. Zudem sind sie auch eine Art Schaltstelle zwischen den Generationen, planen z.B. Handykurse von Konfirmanden und Senioren. „Wir müssen ein weites Feld bearbeiten, wenn es den Menschen weiter gut gehen soll“, sagt Sabine Knobel (Tel. 0 56 64/ 9390 209)

Von Claudia Brandau

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