Möglicher Auftakt zum Bau von Windkraftanlagen

Für spektakulären Transport: Baumallee in Morschen soll entfernt werden

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Nadelöhr für den Rotoren-Transport: Bäume und Bänke in der Mannsen-Gasse müssten entfernt werden, damit die Tieflader dicht am Rathaus (rechts) vorbeifahren können. 

Morschen. Die Mannsen-Gasse ist ein beschaulicher Ort im Ortskern von Morschen zwischen hübschen Fachwerkfassaden und dem Rathaus. Doch der Weg könnte in einem Jahr arg geschleift werden.

Die Baumallee, die von Fußgängern und Radlern genutzt wird, würde dann entfernt, ebenso alle Sitzbänke und die urigen Laternen. Um Platz zu schaffen für einen spektakulären Transport.

Tieflader mit riesigen Rotoren auf der Ladefläche würden anschließend dieses Nadelöhr auf ihrem Weg zum Katzenstirn passieren. Das wäre der Auftakt zum Bau von vier Windkraftanlagen, die die PNE Wind AG aus Cuxhaven auf dem Katzenstirn errichten will. Ende 2019 oder Anfang 2020 könnte der Windpark schon in Betrieb gehen – und der Gemeinde Morschen einiges an Geld in die Kassen spülen. Das berichtete Morschens Bürgermeister Ingo Böhm den Gemeindevertretern in ihrer jüngsten Sitzung über den Stand seiner Gespräche mit dem Windkraftanlagenbetreiber. Ob es so kommt, ist aber noch offen. Immerhin protestierten noch zwei Bürgerinitiativen gegen das Projekt. Drei der 230 Meter hohen Windtürme sollen nach seinen Worten auf Morschener Gebiet, einer in der Gemarkung Spangenberg, errichtet werden. Dagegen sei der Wilsberg als möglicher Standort inzwischen „tot“ , sagte der Bürgermeister. Die PNE plane für den Transport der Anlagen eine Durchfahrt durch den Ortskern von Morschen, weil die Tieflader mit den sperrigen Rotoren keine engen Kurven fahren können.

Für Morschen rechne er nicht mit substanziellen Beeinträchtigungen durch die Windkraftanlagen wie Lärm, Verschattung oder einer Verschandelung des Landschaftsbildes, teilte Böhm weiter mit. „Da müssen wir uns sicherlich keine großen Sorgen machen. Vom Kloster Haydau aus sieht man nichts“, sagte der Verwaltungschef.

Für die Kommunen, auf deren Grund die Anlagen errichtet werden sollen, rechnet Böhm mit einem finanziellen Ertrag von maximal 240.000 Euro in einem Zehn-Jahres-Zeitraum.

Das Land Hessen zahle eine Energiedividende auf die Anlagen. Außerdem könne sich die Gemeinde Leitungs- und Durchfahrtrechte bezahlen lassen. Wie viel Geld letztlich in Morschen ankommt, könne er noch nicht sagen. Das hänge auch vom Anteil der Stadt Spangenberg ab.

Hier liegt Morschen

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