Ort der Kreativität

Hobbygärtnerin aus Altmorschen zeigt: So wird auch ein kleiner Garten zum Park

Die Turnerin: Im Hintergrund ist ein selbst gebauter Sichtschutz aus Ästen – verziert mit einigen Deko-Objekten.
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Die Turnerin: Im Hintergrund ist ein selbst gebauter Sichtschutz aus Ästen – verziert mit einigen Deko-Objekten.

Seit Corona haben Garten und Natur noch einmal mehr an Bedeutung gewonnen. Auch bei Hannelore Kalkstein aus Altmorschen. Ihr Grundstück ist zwar nicht einmal 1000 Quadratmeter groß, aber ihr Garten sieht aus wie ein Park.

Altmorschen – Mitten in Altmorschen gibt es ein grünes Fleckchen, das vor kreativen Ideen nur so strotzt. Wohin man auch blickt, im Garten von Hannelore Kalkstein gibt es an allen Ecken etwas zu entdecken. Und obwohl sie einen so wundervollen Garten hat, den sie mit ganz viel Liebe pflegt, wollte sie bei der HNA-Serie eigentlich gar nicht mitmachen. Erst, als eine Freundin sagte: „Hanne, da musst du auch mitmachen. Du hast so einen tollen Garten“, sei die Entscheidung gefallen, erzählt sie.

Im Vorgarten

Schon der Vorgarten zeigt: Hannelore Kalkstein steht auf Details, auf Formen und auf Ordnung. Wild wachsende Wiesen gibt es bei ihr zwar nicht, dennoch fühlen sich Insekten wohl. Denn Lavendel, Blutweiderich und Mittagsblumen ziehen Bienen und Hummeln magisch an. Auch Kohlweißlinge tummeln sich im Garten – obwohl an diesem Tag nicht einmal die Sonne scheint.

Was sofort ins Auge sticht, ist die Eibe, die mit ihren Kugel-Köpfen wie ein Kunstwerk aussieht. Nur an einer Stelle, da habe sie sich mit der schweren Schere eine kleine Lücke reingeschnitten, „Ach, aber das wächst schon wieder“, sagt Hannelore Kalkstein und strubbelt mit der Hand über die Kugel. Einmal im Jahr schneidet sie die Gehölze in Form, das reiche völlig aus. Und wenn dann doch mal ein Trieb schneller wächst als die anderen, wird der zwischendurch mal abgeschnitten.

Formschnitt: Die Eibe sieht fast aus wie gemalt. Links unten ist ein Teich, in dem zwei Goldfische leben.

„Ich sehe sowieso immer etwas, was ich machen könnte, wenn ich durch den Garten gehe“, sagt Kalkstein. Gerade in diesem Jahr explodiere der Garten regelrecht durch den vielen Regen. Eine Stunde pro Tag verbringt sie täglich mit Gartenarbeit, „das ist mein Hobby und mein Therapiezentrum“. Der Vorgarten besteht in dieser Form übrigens noch keine zehn Jahre, berichtet Kalkstein. Vorher sei dort lediglich eine Rasenfläche gewesen. „Wobei es mehr Moos als Rasen war.“

Hinterm Haus

Ein kleiner Weg mit Stufen führt hinauf zum Garten hinterm Haus. Und wer die Augen rechts und links des Weges schweifen lässt, der entdeckt auch das ein oder andere liebevoll gestaltete Deko-Objekt. Beispielsweise ein selbst getöpfertes Eichhörnchen, bemalte Steine oder auch alte Dachziegel, die Kalkstein kurzerhand zur Pflanzschale umfunktioniert hat.

Mitten auf der Rasenfläche wird es dann sehr filigran. Eine Turnerin streckt akrobatisch die Beine in die Höhe – bei ihrem Anblick und den hübsch in Form geschnittenen Buchsbaumhecken im Hintergrund fühlt man sich direkt, als stünde man in einem kleinen Park. Kein Wunder: Denn eine solche Statue hatte Kalkstein bei einem Besuch im Park der Gärten in Bad Zwischenahn gesehen und direkt zu ihrem Ehemann gesagt: „So eine brauche ich auch unbedingt.“ Kalkstein war nämlich selbst Turnerin. Mehr als 20 Jahre war sie Übungsleiterin für Frauen und Kinder beim TSV Altmorschen.

Der Vorgarten: Hannelore Kalkstein liebt ihren Garten. Und damit alles hübsch aussieht, legt sie Wert auf jedes Detail.

Auch der Rasen könnte in einem Park nicht grüner sein. Dafür hat sich Kalkstein aber seit Neuestem eine Hilfe angeschafft, „ein Schaf“, wie sie ihren Mäh-Roboter nennt. „Für mich ist das wirklich eine gute Hilfe.“ Denn der Garten hat leichte Hanglage – zum Mähen nicht die beste Voraussetzung.

Was man in Hannelore Kalksteins Garten vergeblich sucht, sind Nutzpflanzen. Lediglich eine Tomate und Salat beherbergt sie auf der Terrasse. Ein Zierapfel steht im Garten, aber die Früchte seien so klein, damit könne man nichts anfangen.

Deshalb überlässt sie die Äpfel den Vögeln, „die wirklich in Scharen kommen, um die zu holen“. Es sei immer wundervoll, das zu beobachten.

Alte Dachziegel hat Hannelore Kalkstein zu tollen Pflanzgefäßen umfunktioniert.

Am Lieblingsplatz

Auf der Terrasse hat Kalkstein einen Logenplatz, um die ganze Schönheit des Gartens zu betrachten. „Ich finde den Blick von hier so toll“, sagt sie. Nebenbei plätschert es auch noch – aus einem alten Mühlstein sprudelt Wasser, davor sitzt eine große kupferfarbene Spinne.

Selbst getöpfert: Im Winter hängt dort ein Meisenknödel dran.

Und wenn das Wetter schlecht ist, dann wartet ein mindestens genau so schönes Plätzchen im Wintergarten nebenan. Den gibt es seit etwa fünf Jahren. Erst dann habe sie auch mit der intensiven Gartengestaltung begonnen „weil man immer in den Garten schaut“. Vorher habe sie mehr Wert darauf gelegt, dass der Garten pflegeleicht ist. Auch die Coronazeit habe sie regelrecht beflügelt, sich im Garten auszutoben.

Im Winter

Und wenn im Winter die Gartenarbeit brach liegt, dann fehlt es der Seniorin auch nicht an kreativen Ideen. Beispielsweise bemalt sie Steine und Schneckenhäuser. Viele von denen finden dann im Garten ein Plätzchen. Oder sie verschenkt die hübschen Kleinigkeiten. An Freunde und Verwandte. Oder auch an HNA-Redakteurinnen. (Carolin Hartung)

Teilnehmen: Sie möchten bei unserer Gartenserie mitmachen? Melden Sie sich unter Tel. 05661/705714

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