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Vereine in Spangenberg und Altmorschen kümmern sich um Rosengärten der Region

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Von: Manfred Schaake

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Eine Gruppe mit viel Engagement für den Haydauer Klosterpark: Die Rosenfreundinnen und -freunde des Fördervereins Kloster Haydau. Unser Foto entstand nach dem ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr
Eine Gruppe mit viel Engagement für den Haydauer Klosterpark: Die Rosenfreundinnen und -freunde des Fördervereins Kloster Haydau. Unser Foto entstand nach dem ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr. © Manfred Schaake

Mit Arbeitseinsätzen haben Rosenliebhaber in Altmorschen und Spangenberg dafür gesorgt, dass es in diesem Jahr im Klostergarten Haydau und am Spangenberger Schloss aufblüht.

Altmorschen/Spangenberg – Den Rosenfreunden Haydau und dem Verein Rosengarten Schloss Spangenberg sind die Attraktionen im Altkreis Melsungen zu verdanken. Für die Rosengärten gibt es immer wieder viel Besucher-Lob und Anerkennung.

„Es ist einfach schön, wie die Natur auf meine Seele wirkt“, sagte Martha Möller nach dem jüngsten Arbeitseinsatz in Altmorschen. Die 77-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Mann Heinrich sind Mitbegründer des Fördervereins Kloster Haydau. Und als vor über 15 Jahren die Gruppe der Rosenfreunde aus der Taufe gehoben wurde, waren sie mit viel Engagement dabei.

Natur wirkt auf die Seele

Auch das sagt Martha Möller: „Es ist wunderschön, wie die Natur auf meine Seele wirkt. Wenn ich hier gearbeitet habe, bin ich zufrieden.“

„Ich freue mich darüber, dass wir so viele neue junge Rosenfreunde gewinnen konnten und es jetzt zwei neue Beete für weitere Rosenspender gibt“, betonte Waltraud Schmelz nach dem jüngsten Arbeitseinsatz. Sie ist die treue Seele der Rosenfreundinnen und -freunde und offiziell Sprecherin der Gruppe.

Im Jahr 2000 pflanzte ein Brautpaar, das im Rathaus geheiratet hatte, die erste Rose. Damals war Waltraud Schmelz Standesbeamtin der Gemeinde. Mit Erfolg rief sie die jungen Brautpaare dazu auf, im Park Rosen zu pflanzen – als Symbol der Liebe. „Rosen sollen Glück bringen“, sagt die engagierte Mörscherin. Sie selbst ist glücklich darüber, dass bis heute mehrere Hundert Rosen gepflanzt wurden. Jede Rose, die eingeht, wird ersetzt, sagt Schmelz. Ihr ist es wichtig, dass in der Gruppe auch eine gute Gemeinschaft gepflegt wird.

Rosenfreunde bereiten Rosengarten vor

Beim jüngsten Arbeitseinsatz hieß sie neue Rosen-Liebhaber willkommen: Daniela Wildner, Hannelore Kalkstein, Sylvia Peuster, Anja Möller-Dittmann, Dominik Wildner und Petra Stransky. „Ich wurde von Gisela Sottile geworben“, sagt Sylvia Peuster. Sie habe die Frau angesprochen, weil sie ihren Vorgarten so schön gestaltet habe. Sich im Ort engagieren – das sei wichtig, sagen die Unterstützer.

Ingrid Rathgeber zog vor vier Jahren von Eschwege nach Altmorschen und unterstützt die Rosenfreunde seit einem Jahr. „Es ist wichtig, Anschluss zu finden in der Dorfgemeinschaft und der Kirchengemeinde“, sagt sie. 1980 wurde sie in der Klosterkirche getraut. Sie habe eine enge Beziehung zum Kloster, weil sie als Kind im Herrenhaus gelebt habe. „Mir liegt es am Herzen, dass die schöne Parkanlage gepflegt wird“, betont Ingrid Rathgeber.

Bereiteten den Rosengarten Schloss Spangenberg auf das Frühjahr und den Sommer vor: Mitglieder des Vereine Schloss Rosengarten Spangenberg.
Bereiteten den Rosengarten Schloss Spangenberg auf das Frühjahr und den Sommer vor: Mitglieder des Vereine Schloss Rosengarten Spangenberg. © Reiner Ploß

Hannelore Kalkstein kam so zu der Gruppe: „Ich ging im Park spazieren, traf Waltraud Schmelz und schon war es passiert. Es macht Spaß, man lernt neue Menschen kennen, und wir sind eine gute Gemeinschaft.“ Daniela Wildner, die mit ihrem Sohn Dominik (27) neu im Team ist, betont: „Wir sind eine Gartenfamilie, das ist uns in die Wiege gelegt.“

Petra Stransky: „Ich bin spontan eingetreten, es ist fantastisch.“ 42 Mitglieder hat zur Zeit der Verein Rosengarten Schloss Spangenberg. Davon sind derzeit zwischen zehn und zwölf aktiv. Sie hegen und pflegen den Rosengarten ehrenamtlich, sagt die Vereinsvorsitzende, Brigitte Ploß.

49 verschiedene Rosensorten auf Schloss Spangenberg

49 verschiedene Rosensorten gibt es auf Schloss Spangenberg. Nach dem ersten Arbeitseinsatz mit Frühjahrsputz und Rosenschneiden trifft man sich das ganze Jahr je nach Bedarf. Der Rosengarten kann das ganze Jahr über bei freiem Eintritt besucht werden, wobei sich der Verein über jede Spende freut. Der Verein veranstaltet Rosenschnittkurse, Rosenfeste und Gottesdienste im Rosengarten.

Gegründet wurde der Verein im Jahre 2007 Dank der Initiative von Fides Baumgart. Sie ist seit 2021 Ehrenvorsitzende. Der selbstständige Verein hat sich unabhängig vom Schloss zur Aufgabe gemacht, in dem früher verwilderten Burggrabengarten einen Rosengarten anzulegen und zu unterhalten.

Das gestaltete sich nach den Worten von Brigitte Ploß jedoch äußerst schwierig: „Es war kein gewachsener Boden.

Rosen wachsen nun an der Wallmauer

Unter der Wiese tauchte plötzlich eine Betonplatte mit einem Durchmesser von fünf Metern auf, die in den Bauakten nicht verzeichnet war.“ Unter dieser Platte befand sich ein weiteres Bauwerk – vermutlich eine stillgelegte Vierkammer-Kläranlage aus der Kriegs- oder Nachkriegszeit. Das Hessische Immobilienmanagement finanzierte das Ausgraben des Betons. Der Straßenbauermeister Ernst Franke aus Altmorschen finanzierte das Auffüllen mit Mutterboden.

Doch des gab noch eine Überraschung: Entlang der Befestigungsmauer, etwa einen halben Meter unter der Grasnarbe, verlief ein etwa 80 Zentimeter breiter Wehrgang, auf dem keine Rosen gepflanzt werden konnten.

Der für die Sababurg und Schloss Spangenberg damals zuständige Objektleiter des Landes ermöglichte dann eine zusätzliche Bepflanzung unterhalb der Wallmauer.

„Es war also ein Kraftakt, diese Anlage so zu erstellen, wie sie heute ist“, sagt Brigitte Ploß, und: „Den Initiatoren und Helfern ist es zu verdanken, ein solches Kleinod auf Schloss Spangenberg zu schaffen.“ Es sei gelungen, den Reigen aufzuzeigen, in dem alte und neue Rosen nebeneinander wachsen, blühen und gedeihen, sagt die Vorsitzende. (Manfred Schaake)

Zwei besondere Rosensorten

Von den 49 Rosensorten auf Schloss Spangenberg sind nach den Worten der Vereinsvorsitzenden Brigitte Ploß zwei besonders erwähnenswert: Die „Schloss Spangenberg – Vati Schuchhardt-Rose“, eine unbekannte Sorte. Das Schloss war Ende März 1945 durch Fliegerangriffe zerstört worden.

Oberförster Heinrich Schuchhardt hat diese Rose aus Schutt und Trümmern geborgen, erläutert Vereinsvorsitzende Ploß: „Diese Rose wurde von der Familie Schuchhardt/Becher immer wieder von Neuem kultiviert und blieb bis heute erhalten.“ Rosa multiflora. Dieses Exemplar der ursprünglich aus Korea stammenden Urform der heutigen Ramblerrosen wurde während der Zeit der Forstschule im Schloss zwischen 1907 und 1939 gepflanzt.

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