Opfer erleiden oft einen Schock 

Nach Einbruchsserie in Felsberg: Polizei erklärt, wie man sich schützen kann 

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Wichtige Tipps zum Schutz vor Einbrüchen gab Hauptkommissar Markus Brettschneider – Zweiter von links – während einer Informationsveranstaltung in Felsberg. Er erläuterte unter anderem die Pilzkopfzapfen-Verriegelung. Von links Rüdiger Göttlicher, Hans Poth, Jürgen Rath und Sieglinde Keim.   

Felsberg. Eine Serie von elf Einbrüchen und Diebstählen in Felsberg hatte bei der Bevölkerung große Unruhe und Verunsicherung ausgelöst. Deshalb gab Hauptkommissar Markus Brettschneider jetzt Tipps zum Einbruchsschutz. 

Brettschneider hatte zu einer Informationsveranstaltung in die Drei-Burgen-Schule eingeladen. Der Schutzmann ist fast 40 Jahre im Dienst und derzeit Pressesprecher und kriminalpolizeilicher Berater der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Eine Felsberger Hauseigentümerin hat ihre eigene Methode, zu testen, ob alles in Ordnung ist, wenn sie nach Hause kommt. Sie klingelt an ihrer eigenen Haustür, wie sie berichtete. Brettschneider dazu: „Das kann eine Sicherung sein, einem möglichen Täter nicht zu begegnen.“ Psychische Folgen eines Einbruchs sind häufig schlimmer als der materielle Schaden, sagte Brettschneider. Mehr als jedes dritte Opfer erleide einen Schock. Angstgefühle und Schlafstörungen seien Folgen. 17,6 Prozent der Einbruchsopfer wechselten die Wohnung. 

„Ich habe immer noch Angst, ich gehe jetzt ganz anders, viel vorsichtiger in mein Haus.  Ich schlafe nicht mehr in dem Zimmer und habe Sicherheitsstrahler am Haus anbringen lassen“, berichtete ein Einbruchsopfer. 

„Spielen Sie nicht den Helden“, empfiehlt Brettschneider, wenn man einem Einbrecher begegnet. Man sollte sich ihm nie in den Weg stellen. Und zur Frage nach dem Schusswaffengebrauch sagte er: „Auf einen Täter schießen, der sich bewegt – das würde ich nicht machen.“ Man sollte den Täter flüchten lassen, sich selbst nicht in Gefahr bringen: „Einbrecher vermeiden nach Möglichkeit jede Konfrontation.“

Hunde im Haus sind keine Garantie gegen Einbrecher. Ein Einbruchsopfer schilderte, dass sich in ihrem Fall die Täter auch von zwei Hunden nicht abschrecken ließen.

„Ein gutes Verhältnis zum Nachbarn und dauernde Wachsamkeit sind der wichtigste Schutz vor Einbrechern“, sagte ein Felsberger. Brettschneider verwies auf die Aktion „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ und riet: Bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei rufen. Dann zum Beispiel, wenn ein Auto mit fremdem Kennzeichen länger auf der Straße steht. Und wenn ein fremder, verdächtiger Mensch von Haus zu Haus geht, sollte man fragen: „Kann ich Ihnen helfen?“

„Absolut überzeugt“ ist der Polizei-Fachmann von der Pilzkopfzapfen-Verriegelung. Er empfiehlt ferner Alarmanlagen und das Vortäuschen der Anwesenheit durch Licht (Zeitschaltuhren) und den Fernseh-Simulator.

Die Einbrecher kommen meistens zwischen 14 und 23 Uhr. Von einer Felsbergerin gab es Tipps für gute Verstecke im Haus. Erster Stadtrat Jürgen Rath, Polizeibeamter im Ruhestand: „Das sicherste Versteck ist das Schließfach in der Sparkasse.“ 

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