Neuer Brückenname erinnert an Salzhandel und alte Transportwege

Freuen sich über den neuen Namen für die neue Überführung bei Heßlar, die jetzt Salzweg-Brücke heißt: vorn von links Klaus Winter mit seinem Enkel Jonathan, Ortsvorsteher Thomas Claus, Jens Becker von der Kreisverwaltung und Stadtrat Hans Poth, hinten von links die Heßlarer Gerhard Fischer und Rudi Eckhardt, Manfred Koch und Martin Herbst von Hessen Mobil. Foto: Schaake

Neue Kreisstraßen-Brücke über die A7 heißt ab sofort Salzweg-Brücke

Der Kreis und die hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung Hessen Mobil erfüllten damit den Wunsch des Ortsbeirates Heßlar. Ortsvorsteher Thomas Claus und Mit-Ideengeber Klaus Winter enthüllten bei strahlendem Sonnenschein das Schild an der neuen Brücke. Sie ersetzt die ehemalige Unterführung und wurde vor drei Monaten dem Verkehr übergeben.

Alte Handelsstraße

Als Baustellen-interessierter Mitbürger, wie er sich nennt, aber auch als historisch Interessierter hatte der Heßlarer Klaus Winter die Idee, die Brücke nach der alten Salzhandelsstraße zu benennen. Die führte einst von Allendorf in den Sooden, dem heutigen Kurort Bad Sooden-Allendorf, über Melsungen, Felsberg und die Hansestadt Korbach an den Niederrhein und weiter bis nach Lüttich in Belgien. Zwischen Melgershausen und Heßlar führte der Salzweg in Richtung des ehemaligen Klosters Eppenberg-Kartause - fast genau dort, wo jetzt die Kreisstraße 21 über die Autobahn führt.

Initiative aus dem beirat

2014 hatte Ortsvorsteher Thomas Claus die alte, durch einen Neubau ersetzte Helterbachtalbrücke besichtigt, aber kein Hinweisschild gefunden. Die Idee, die neue Kreisstraßenbrücke zwischen Heßlar und Gensungen nach dem alten Salzweg zu benennen, besprach er mit Klaus Winter, der sich auch im Felsberger Stadtarchiv engagiert. Über die Stadt und den Kreis ging der Vorschlag an Hessen Mobil. „Wir danken allen für die Zustimmung und freuen uns sehr“, sagte Claus. Klaus Winter und Stadtrat Hans Poth erinnerten daran, dass über die alte Verbindung - die auch Sälzer Weg und Sälzer-Straße heißt - Salz bis nach Belgien transportiert wurde. Auf dem Rückweg brachten die Salzmänner unter anderem Holz, Steinkohle, Wein, Bernstein und Baumaterial mit. Mit Handwagen und Eselskarren waren sie unterwegs, und das ehemalige Kloster Kartause war schon anno dazumal ein wichtiger Absatzmarkt.

Die Namensnennung sei eine gute Initiative, lobte Poth. Leider werde heute viel zu wenig über Sehenswürdigkeiten und deren Bedeutung gesprochen. Mit dem Namen für die neue Brücke werde Heimatgeschichte sichtbar gemacht.

Namenlose Mehrheit

„Der Schwalm-Eder-Kreis freut sich über die Initiative der Namensgebung“, sagte Jens Becker, beim Kreis Leiter des Fachbereichs Grundstücks- und Gebäudewirtschaft. Von 80 Kreisstraßen-Bauwerken sei die Brücke in Heßlar erst das zweite, das einen Namen habe.

Von Manfred Schaake

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