Neuer Job in fünf Minuten

Fünf Minuten für die Eigenwerbung: Teilnehmer des Jobspeed-Datings präsentierten sich und ihre Bewerbungsunterlagen interessierten Unternehmen. Im Bild die Teilnehmerinnen Inka Dernieden, links vorne und links Mona Henze. Die Mitarbeiter von MC Area Sandra Schnichels und Kolja Siebert zogen ein positives Fazit. Zwei aussichtsreiche Bewerber an einem Vormittag seien ein Erfolg. Foto: Dewert

Melsungen. In fünf Minuten zum neuen Job: Das Job-Speed-Dating (englisch für schnelles Treffen) macht es möglich. Das Jobcenter im Schwalm-Eder-Kreis und der Starthilfe Ausbildungsverbund veranstalteten das ungewöhnliche Bewerbungstreffen bereits zum wiederholten Mal.

Gabriele Steinbach vom Ausbildungsverbund: „Die Erfolgsquote bei den Vermittlungen ist außergewöhnlich gut. 20 Prozent unserer Arbeitssuchenden finden während des Speed-Datings einen neuen Arbeigeber.“ In der Nachbereitung kämen weitere Anstellungsverhältnisse hinzu.

Festanstellung winkt

Für die Teilnehmer, die überwiegend seit langer Zeit arbeitslos sind, sei es darüber hinaus ein hervorragendes Training. Denn nichts schule besser, als die reale Bewerbungssituation, sagt Steinbach. Acht solcher fünfminütigen Bewerbungsgespräche führten die 20 Teilnehmer am Mittwoch im Technik-Haus der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen. An den Tischen saßen Personalverantwortliche von Dienstleistungsunternehmen aus der Gebäudereinigungsbranche im Landkreis.

Kolja Siebert von der Firma MC Area mit Sitz in Kassel und Melsungen war zufrieden. „Wir würden gerne zwei Teilnehmer aus den Bewerbungsrunden einstellen“, sagt er. Es würde zwar noch ein weiteres Gespräch stattfinden, das sei aber Formsache.

Fünf Minuten seien tatsächlich ausreichend, eine solche Entscheidung zu treffen, sagt Kollegin Sandra Schnichels. Motivation und Arbeitsbereitschaft seien schnell feststellbar und die Qualifikationen würden in einer Einarbeitungszeit und in Fortbildungen intern vermittelt. Wichtig für MC Area: ein gepflegtes Auftreten, denn die Mitarbeiter reinigen unter anderem die Chefetage eines großen regionalen Medizintechnikherstellers.

Teilnehmerin Mona Henze zieht trotz eines ausgebliebenen Jobangebots ein positives Fazit: „Das war sehr interessant und eine gute Vorbereitung auf spätere Bewerbungsgespräche.“ Sie habe in einer Maßnahme in die Büroarbeit reingeschnuppert und suche auch etwas in diesem Bereich.

Das Speeddating sei ein freiwilliges Angebot an Teilnehmer, die beim Starthilfe Ausbildungsverbund eine Qualifizierungsmaßnahme absolvierten und ausführlich auf die Veranstaltung vorbereitet wurden. Eine besondere Qualifikation sei für die Tätigkeit als Reinigungskraft nicht notwendig gewesen, aber man erwäge auch Speed-Datings für höherqualifizierte Berufe anzubieten. Denn das habe man bisher noch nicht versucht, sagt Steinbach.´

Von Damai D. Dewert

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