Nzati kommt für Bott

Neuer katholischer Seelsorger stammt aus der Republik Kongo

Wechselt von Bebra nach Melsungen: Joseph Nzati Mabiala hat am Priesterseminar in Fulda studiert. Foto:  Hefter/Archiv

Melsungen/Guxhagen. Nach dem Weggang von Pfarrer Stefan Bott bekommt die Katholische Pfarrgemeinde Mariae Himmelfahrt in Melsungen einen neuen Seelsorger, der im Herzen Afrikas aufgewachsen ist.

Joseph Nzati Mabiala wird seine Stelle in der Bartenwetzerstadt mit Wirkung zum 1. September antreten, bestätigte auf HNA-Anfrage das Bistum Fulda.

Der 50-jährige, der auch für die Filialgemeinde in Guxhagen zuständig sein wird, stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Nzati hat von 1980 bis ’85 am Priesterseminar in Fulda studiert und seit dem vergangenen Jahr auch Nordhessen näher kennengelernt: Seit Juli 2009 wirkt Joseph Nzati in der Katholischen Gemeinde St. Marien in Bebra. Dort wird er am 8. August verabschiedet, um nach Melsungen zu wechseln.

Dieser Einsatz sei nicht befristet, betonte Bistumssprecher Christof Ohnesorge. Nzati versehe seine Funktion als so genannter Pfarradminsitrator, da er als Priester formell einer afrikanischen Diözese angehört. „Seine Aufgaben, Rechte und Pflichten sind allerdings dieselben wie die eines Gemeindepfarrers im Bistum Fulda“, erläuterte Ohnesorge.

Nzati stammt aus einer kinderreichen katholischen Mittelschichtsfamilie und wuchs in der Stadt Matadi im Westen der Republik Kongo auf. Nach dem Abitur studierte er zwei Jahre Philosophie am Priesterseminar in Boma. Dann schickte ihn das Bistum mit zwei weiteren Kommilitonen zum Theologiestudium nach Deutschland.

Anfangs war das eine harte Zeit: Die fremde Kultur und die Sprachbarriere machten den jungen Afrikanern zu schaffen. „Am schlimmsten war die Kälte“, erinnerte sich Joseph Nzati bei seinem Amtsantritt in Bebra. Und auch das deutsche Essen fand man gewöhnungsbedürftig. „Rippchen mit Kraut und Kartoffelbrei mochten wir gar nicht. Jetzt esse ich das gern“, sagte der Seelsorger lachend.

Nach der Priesterweihe im Jahr 1986 wirkte Nzati in verschiedenen Gemeinden in seinem Heimatbistum Boma. Unter anderem baute er mitten im Busch eine neue Gemeinde auf – spirituell und materiell.

Den Kontakt zum Bistum Fulda hielt er stets aufrecht, reiste mit seinem aufgesparten Urlaub ungefähr alle drei Jahre nach Deutschland. „Ohne das alles, was ich hier gelernt habe, hätte ich meine Aufgaben im Kongo so nicht bewältigen können“, hatte Nzati bei seinem Amtsantritt in Bebra betont.

Seine Entscheidung, in Deutschland seelsorgerisch zu arbeiten, habe er auch deshalb getroffen, um den Menschenhier etwas zurückzugeben. Joseph Nzati ist überzeugt: „Die Menschen brauchen das Wort Gottes, die Kirche ist notwendig.“ (asz)

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