Coronavirus

Öffnung der Restaurants im Altkreis Melsungen: Für kleine lohnt sich´s nicht

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Werden das Café noch nicht öffnen: Das Gasthaus Zur Traube in Melsungen, auf dem Foto Krzysztof Namiel-Richter und Helena Langecker, wird vorerst nur die Terrasse öffnen. Der Abholservice bleibt. 

Die Restaurantbesitzer im Melsunger Land müssen in diesen Tagen viel bedenken und beachten. Denn die Auflagen in Sachen Abstandsregelung und Hygienevorschriften sind einzuhalten.

Für den Hessischen Hof in Melsungen bedeutet es, dass die Tische umgestellt wurden, damit der Mindestabstand gewahrt bleibt. Wenn ab Himmelfahrt der Biergarten öffnet, „dann wird es für uns noch leichter, weil wir dort viel Platz haben“, sagt Mitinhaberin Katrin Markolf.

Buffets sind verboten, deshalb werden alle Speisen am Tisch serviert. Dort stehen keine Streuer für Salz, Pfeffer und Zucker. „Das fassen die Gäste an.“ Stattdessen werden die Streuer auf Wunsch gereicht und anschließend desinfiziert.

Auch im Übernachtungsbereich hatte das Hotel mit Einbußen zu kämpfen. „Wir hatten pro Nacht nur ein bis zwei Übernachtungen.“ Denn die Tagungen der großen Melsunger Firmen seien „komplett weggebrochen“. Außerdem gebe es Stornierungen gehen bis Ende Juli. Vor der Coronakrise war der Hessische Hof über Ostern und am 1. Mai-Wochenende komplett ausgebucht, „aber dann war das Haus leer“. Nun hofft Katrin Markolf aber, dass die Gäste wieder zum Restaurantbesuch kommen.

Auch der Inhaber der Gaststätte Die Ruthen in Felsberg, Dr. Hartmut Quehl, freut sich. Er öffnet sein Restaurant ab Freitag. „Wir können durch die Raumkapazitäten, die wir haben, die Hygieneabstände einhalten“, sagt Quehl. Mit dem Außenbereich und zwei Ausweichräumen biete das Restaurant Platz für rund 50 Menschen, sagt er.

„Vieles laufe auch sonst nur mit Reservierung, so wird es auch in den kommenden Wochen laufen müssen“, sagt er. „Auf Verdacht kommen, ist jetzt kaum möglich“ sagt er. Mit einem Besucheransturm rechnet er aber dennoch nicht.

Der Ratskeller in Spangenberg von Michael Mueller-Propf wird auch wieder öffnen. Allerdings nicht am Freitag, sondern erst am Pfingstwochenende. Das hat laut Mueller-Propf mit Lieferketten und Händlern zu tun und dass der Slow-Food-Betrieb zum Beispiel sein Fleisch selber abhänge. Man wolle die gleiche Qualität und Frische bieten wie vorher. Die Öffnungszeiten und die Karte werden aber reduziert, aber der Gastronom sagt: „Dadurch, dass das Restaurant zwei Räume hat und wir den Saal haben, können wir auch kleinere Feiern anbieten.“ Für Empfänge könne die Terrasse genutzt werden. Geöffnet sein wird künftig regulär am Freitag, Samstag und Sonntag. Montag bis Donnerstag auf Anfrage. Man könne mit genügend Vorlauf flexibel und individuell reagieren.

Speisekarte, Teilnehmerliste und Hygienevorschriften könnten die Gäste bereits vorab im Internet einsehen beziehungsweise herunterladen, sodass es nicht notwendig sei, dass ein Kunde im Restaurant die Karte in die Hand nehmen müsse, wenn er das nicht wolle. Die Resonanz der Gäste sei bislang durchweg positiv. „Wir freuen uns auf die Öffnung“, sagt Mueller-Propf.

Anders ist die Situation im Gasthaus Zur Traube in Melsungen. Dort können ab Freitag zwar bis zu vier Personen gleichzeitig auf der Terrasse sitzen, aber das Café bleibt noch mindestens bis zum 25. Mai geschlossen, sagt Inhaber Kriysztof Namiel-Richter.

Der Raum habe eine Größe von 30 Quadratmetern. Wegen der Abstandsregelung könnten gerade einmal sechs Personen gleichzeitig dort sitzen. „Für uns lohnt sich das einfach nicht.“ Um das zu stemmen, müssten Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt werden. Und außerdem seien zahlreiche Investitionen nötig, um die geforderten Hygieneregeln einzuhalten. „Wenn wir dann am Mittag vielleicht 50 Euro einnehmen, steht das in keinem Verhältnis zum Aufwand und den Kosten. Ich hoffe, dass unsere Kunden das verstehen.“ Man könne die Kunden ja auch nicht bitten, nach einer gewissen Zeit das Lokal zu verlassen, um möglichst viele Leute am Tag durchzuschleusen. „So etwas möchte ich nicht. Wenn die Leute kommen, sollen sie auch in Ruhe essen können.“

Stattdessen setzt Kriysztof Namiel-Richter weiter auf den Abholservice. „Das läuft tatsächlich so gut, dass wir kostendeckend arbeiten können. Wir erzielen zwar gerade keinen Gewinn, aber sowohl die Pacht als auch den Lohn für die Mitarbeiter können wir zahlen. Wir überleben also.“

Es seien insbesondere die Stammkunden, die regelmäßig Essen zum Abholen bestellen. Auch B. Braun bestelle zwei- bis dreimal die Woche Essen für große Gruppen. „Wir sind wirklich unglaublich dankbar“, sagt Namiel-Richter.

In den Zeiten, in denen der Abholservice angeboten wird (11 bis 14 und 17 bis 20 Uhr) kann auch die Terrasse des Lokals genutzt werden. Maximal vier Menschen dürfen dort gleichzeitig sitzen und speisen. Die Pension kann aber vollständig genutzt werden.

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