Sicher parken am Kreisel: Ein Stellplatz mehr am Sparkassengebäude

Freie Fahrt am Lohrer Kreisel: Das Foto hat unser Leser Mario Röse am 31. Mai aufgenommen. Die Bauarbeiten am Kreisel nach Lohre sind abgeschlossen, anders als am zukünftigen Sparkassen-Kreisel. Foto: Mario röse

Die geplanten Parklätze am Berliner Platz werden nun doch nicht gebaut. Sie sollten fast dreifach so teuer werden, wie zu Beginn einkalkuliert.

Die Bauarbeiten für die Ortsumgehung in Felsberg laufen trotz Corona-Pandemie planmäßig. Die Kosten für die 2,45 Kilometer lange Strecke betragen 4,7 Millionen Euro. Ende des Jahres soll sie fertig sein.

Die Parkplätze am Berliner Platz sollten im Zuge der Bauarbeiten für die neue Ortsumgehung und dem neuen Verkehrskreisel an der Sparkasse entstehen. Nun hat der Magistrat beschlossen, die Parkplätze wegen der hohen Kosten nicht zu bauen.

Das Beet und die Sandsteinmauer bleiben: Auch die Grünfläche auf dem Berliner Platz bleibt unangetastet. Foto: Manfred Schaake

   Ursprünglich sollten auf dem Berliner Platz vier oder fünf neue Parkplätze auf einer jetzigen Grünfläche gebaut werden. Das hatte der Ortsbeirat bereits im Vorjahr befürwortet. Inzwischen hat sich der Magistrat anders entschieden. Das teilte auch Stadtrat Karl-Heinz Gräser in der Ortsbeiratssitzung mit. „Die Entscheidung wurde ausschließlich positiv aufgenommen”, erklärte Ortsvorsteher Klaus Döll zu dem Magistratsbeschluss.

Grünflächen schonen

Michael FehmerULF, Fraktionsvorsitzender

Die neuen Parkplätze waren ursprünglich mit 5500 Euro veranschlagt. Inzwischen wurde eine Bausumme von 15 000 Euro oder sogar mehr genannt. „Das wäre rausgeschmissenes Geld”, lauteten kritische Stimmen in Felsberg. Auch die ULF hatte sich kritisch über das Vorhaben am Berliner Platz in Felsberg geäußert. „Wir von ULF waren von Beginn an gegen die Erbauung von Parkplätzen“, erklärt Michael Fehmer, Fraktionsvorsitzender. „Mit dem Bau neuer Parkplätze werden die kleinen Grünanlage vernichtet. Diese können aber sicherlich bei der kommenden Mehrbelastung durch den Verkehr am Kreisel zu einer Luftreinigung beitragen“, findet Fehmer.

Auch die Sinnhaftigtkeit der Parkplätze sei fraglich. „Die Parkplätze sollten dann auch von Besuchern der Felsberger Altstadt genutzt werden – hier gibt es aber genügend“, sagt er. Jetzt sei man zufrieden, dass der Magistrat anders entschieden habe, so FehmerAllerdings gibt er zu bedenken: „Einige Bäume sind am Berliner Platz trotzdem bereits gefällt worden“, sagt er. Man müsse sich nun Gedanken machen, ob dort neue Bäume gepflanzt werden. „Das ist aber eine Entscheidung in Kooperation mit der Stadt und Hessen Mobil“, sagt Fehmer.

Eine Grünflächen wie sie bereits im Felsberger Rhododendrongarten gepflegt werde, sei wünschenswert.

Parkflächen für Kunden

Klaus DöllOrtsvorsteher Felsberg

Aus der Bevölkerung und dem Ortsbeirat hieß es, es sei sinnvoller, zusätzlichen Parkraum eher in der Nähe zu Innenstadt zu schaffen. Auch habe die Kreissparkasse – so Ortsvorsteher Döll – schon früher erklärt, dass Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite „weitgehend uninteressant” seien.

Für die neuen Eigentümer des Sparkassengebäudes sind Parkpätze auf dem Berliner Platz unerheblich, da man auf der Rückseite des Gebäudes ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen könne. Darüber hinaus werden die Kunden nicht die Verkehrsinsel überqueren, heißt es weiter.

„Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die für alle komfortabel ist und keine Gefahr für Fußgänger mit sich bringt”, sagt Birgit Hampe, Mitarbeiterin der Eigentümerfamilie. Die Parkplätze vor der Sparkasse werden „schräger” angeordnet, der Stellplatz ganz links direkt neben der Treppe bleibe Behinderten vorbehalten. An der Giebelseite entstehe ein neuer Behinderten-Parkplatz.

Noch ein positivere Aspekt all der neuen Überlegungen: Das Hochbeet vor dem Sparkassengebäude bleibt. Es sollte ursprünglich abgerissen werden, damit die Autos näher an das Gebäude heranfahren. „Muss man denn auch noch den letzten Fleck Blumen und Grün vernichten?” lauteten kritische Stimmen in Felsberg auch im Hinblick auf den enormen Flächenverbrauch der Ortsumgehung. Inzwischen ist auch die Eigentümerfamilie der Meinung, dass der Rückbau des Beetes „keinen Sinn” mache.

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