Spezielle Geräte verhindern Mähtod der Tiere 

Pilotprojekt im Schwalm-Eder-Kreis: Blinken rettet das Leben der Rehkitze

Schwalm-Eder. Die Rehkitzretter waren erfolgreich: Mit dem Pilotprojekt des Landkreises wurde das Kitzsterben bei der Mahd weitgehend verhindert – diese Bilanz zieht Michael Löber, Geschäftsführer des Maschinenrings Schwalm-Eder.

Demnach wurden seit Mai 2500 Hektar Wiesen im Landkreis durch die neuen Geräte geschützt. Es seien sechs Kitze gemäht worden. „Ohne die Rehkitzretter wäre die Zahl sicherlich um ein Zehnfaches höher gewesen.“

Wie funktioniert der Rehkitzretter? Die Landwirte stellen am Tag vor dem Mähen die anderthalb Meter lange Stange in den Wiesenboden. Am oberen Ende steckt ein Gehäuse in der Größe einer Coladose, das akustische und optische Signale aussendet: Es blinkt blau und tutet laut. Dadurch sollen die Rehkühe beunruhigt werden, sodass sie ihre Kitze nicht in die Wiese setzen oder herausführen.

Landkreis und Maschinenring hatten für die Pilotphase 60 dieser Rehkitzretter-Geräte gekauft. Seit Mai, also wenn die Kitze gesetzt werden und die erste Mahd ansteht, wurde jedes Gerät im Schnitt drei Mal von Landwirten ausgeliehen. Laut Michael Löber gab es insgesamt 360 Einsätze.

Bislang gingen die Bauern oder die Jagdpächter vor dem Mähen durch die Wiesen auf der Suche nach Kitzen. Das sei aber keine Garantie, sagte Lothar Kothe, Landwirtschaftsmeister aus Dagobertshausen. Für Silage habe er im Mai und Juni zwei Mal gemäht, insgesamt 40 Hektar. Zwei Tage vorher hatte er die Stangen in die Wiesen gesteckt: „An beiden Mäh-Tagen waren keine Kitze in der Wiese.“

Auch der Regionalbauernverband Kurhessen unterstützt diese Methode: „Ich halte das Gerät für gut“, sagt Geschäftsführer Dr. Bernd Wenck. Es sei eine von mehreren Möglichkeiten, das Mähen der Kitze zu vermeiden. „Wenn wir 98 Prozent der Kitze schützen können, ist eine ganze Menge erreicht.“ 

Rubriklistenbild: © Manfred Delpho

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