Dem Investor fehlt Geld für die Umsetzung 

Pläne für Seniorenheim auf Molkereigelände in Gensungen stehen auf der Kippe 

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Wird derzeit allenfalls als Parkplatz genutzt: Das Grundstück in Gensungen, auf dem früher die Molkerei Prinz angesiedelt war, steht seit Jahren leer.

Gensungen. Der geplante Bau einer Seniorenwohnanlage auf dem Gelände der Alten Molkerei in Gensungen verzögert sich – möglicherweise steht das Projekt sogar vor dem Aus.

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz teilte auf HNA-Anfrage mit, dass sich eine Finanzierungslücke aufgetan habe.

Der Grund hierfür seien die steigenden Baukosten, erklärte Steinmetz. Der Investor, die Thüringer Firma PIB-Invest, sehe sich derzeit nicht in der Lage, diese Lücke zu schließen. Wie hoch die fehlende Geldsumme ist, konnte Steinmetz nicht sagen. Er werde sich aber noch vor Weihnachten zu einem Gespräch mit dem Investor treffen, um die Situation zu erörtern.

80 Pflegeplätze und sechs Wohnungen im betreuten Wohnen sollten in Gensungen entstehen. Eigentlich sollte die Genehmigungsplanung im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein, mit dem Bau hätte dann Anfang 2019 begonnen werden können. Dieser Termin werde sich nun auf jeden Fall nach hinten verschieben. „Eine gewisse Zeitverzögerung würden wir hinnehmen“, sagte Steinmetz. „Aber wir wollen auch nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.“

Erst einmal wolle man aber auf jeden Fall an den Plänen für den Bau des Seniorenheims festhalten, stellte der Bürgermeister klar. Man habe lange überlegt, wie man das zentral gelegene Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof sinnvoll nutzen könne – die Idee, dort ein Seniorenheim zu bauen, sei gut. Auch einen potenziellen Betreiber für die Einrichtung gebe es bereits, sagte Steinmetz.

Der Kaufvertrag mit der Firma PIB-Invest war im April 2016 geschlossen worden. Der Verkauf ist aber an die Bedingung gekoppelt, dass der Bau des Seniorenheims auch realisiert werden kann. Wenn bis zum 27. April 2021 keine Baugenehmigung für das Projekt vorliege, könne die Stadt vom Vertrag zurücktreten, sagte Steinmetz. Die Firma PIB-Invest habe ihrerseits ein Rücktrittsrecht, von dem sie bis zum 30. Juli 2019 Gebrauch machen könne.

Matthias Heller, einer der Geschäftsführer von PIB-Invest, wollte sich auf HNA-Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Auf der Internetseite von PIB-Invest beziehungsweise von deren Ingenieurbüro PIB-Consult ist zu lesen, dass sich die Baukosten für das Bauprojekt in Gensungen auf zehn Millionen Euro belaufen. Als Zeitraum für die Realisierung ist 2018 bis 2020 angegeben. 

Auf dem Gelände zwischen Bahnhofstraße und Müllergasse in Gensungen war bis in die 1980er-Jahre die weltbekannte Molkerei Prinz angesiedelt. Nach dem Aus für die Molkerei standen die Gebäude lange leer. Die Stadt Felsberg hatte das 3700 Quadratmeter große Grundstück zwischen Bahnhofstraße und Müllergasse in Gensungen im Jahr 2011 gekauft – für 132.000 Euro. Eigentlich wollte sie das Gelände an den Inhaber des Gensunger Edeka-Markts Stieglitz weiterverkaufen, der die Fläche für eine Erweiterung seines Markts nutzen wollte. Diese Pläne zerschlugen sich jedoch zwei Jahre später: Für die Supermarkt-Erweiterung wäre der Ankauf eines weiteren, angrenzenden Grundstücks nötig gewesen, doch dessen Eigentümer wollte nicht verkaufen. Stattdessen entstand ein neuer Edeka-Markt auf dem Gelände des ehemaligen Bauernhofs Kühnel im Gensunger Ortskern. Seit dem Abriss der ehemaligen Molkerei-Gebäude im Jahr 2014 ist das Gelände nun leer. 2015 hatte dann die Firma PIB-Invest, die schon viele Pflege-Immobilien und Kliniken entwickelt hat, ihre Pläne für das Seniorenheim vorgestellt. 2016 beschloss das Stadtparlament, das Grundstück an PIB-Invest zu verkaufen.

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