Gefährlicher Trend

Polizei warnt vor Selfies auf Bahngleisen

Schwalm-Eder. Ein gefährlicher Trend breitet sich offenbar unter Schülern im Schwalm-Eder-Kreis aus: Ein Foto auf den Bahngleisen von sich selbst zu machen.

Das berichtet Klaus Arend, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. Eine Mutter habe sich an die Bundespolizei gewandt. „Es ist das erste Mal, dass wir in unserem Zuständigkeitsbereich von diesem Phänomen Kenntnis erlangen“, sagt Arend.

Deshalb startet die Bundespolizeiinspektion Kassel nun eine Aufklärungskampagne an mehreren Schulen im Schwalm-Eder-Kreis. „Wir wissen von einem Fall. Wir gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Arend. Auch ohne konkrete Zahlen zeigten Vorfälle im ganzen Bundesgebiet, dass die gefährlichen Selbstporträts immer beliebter werden.

Als man von dem Fall im Schwalm-Eder-Kreis erfahren habe, habe man sofort mit Schulen Kontakt aufgenommen und werde laut Arend noch vor den Sommerferien mit einer Veranstaltung in der Felsberger Drei-Burgen-Schule starten. Weitere sollen folgen.

„Die Jugendlichen sind sich der Gefahr gar nicht bewusst“, sagt Arend. Aber Züge näherten sich sehr rasch und weitgehend lautlos. Ein Güterzug, der 100 Stundenkilometer schnell sei, habe einen Bremsweg von einem Kilometer.

Bahnanlagen bergen viele Gefahrenquellen

Sich bei Gleichaltrigen interessant machen und cool sein, darin liege für Jugendliche der Reiz bei Selfies, sagt Arend. „Aber gerade für Mädchen ist das auch eine Art, Gefühle auszudrücken“, sagt der 52-Jährige. Bahngleise würden zum Beispiel mit ewiger Treue assoziiert.

Die Aufklärungsveranstaltungen der Bundespolizei an Schulen im Kreis richten sich zunächst an Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8, weil das die Altersgruppe sei, die am ehesten davon betroffen sei.

Tödlicher Stromschlag

Informiert wird dabei auch über das korrekte Verhalten am Bahnsteig und weiteren Gefahren an Bahnanlagen. Etwa das Herumklettern auf abgestellten Zügen: „Das ist nicht nur verboten, sondern auch sehr gefährlich“, sagt Arend. Um einen tödlichen Stromschlag aus der Oberleitung zu bekommen, reiche es, einen Sicherheitsabstand zu unterschreiten.

Eltern rät Arend, die eigenen Kinder für die Gefahren zu sensibilisieren und regelmäßig die Fotos auf dem Handy des eigenen Kindes anzusehen. „Eltern und Lehrer können uns auch gern ansprechen, wenn ihnen etwas auffällt“, sagt Arend.

Weitere Informationen: www.bundespolizei.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / ZB

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