Radtouristen retten die Saison

Nach Lockdown: Leichter Aufschwung für Hotels im Altkreis Melsungen

Einladend, aber leer: Das Esszimmer im Hotel Hessischer Hof ist derzeit leer. Das Hotel hat keine Hotelgäste mehr. Dafür liefert die Hotelküche Essen an Melsunger aus. 
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Einladend, aber leer: Das Esszimmer im Hotel Hessischer Hof ist derzeit leer. Das Hotel hat keine Hotelgäste mehr. Dafür liefert die Hotelküche Essen an Melsunger aus. 

Wegen der Corona-Pandemie verbringen in diesem Jahr viele den Sommerurlaub in Deutschland. Das macht sich auch in den Hotels im Kreisteil Melsungen bemerkbar. Die Hotels profitieren insbesondere von einem starken Radtourismus.

„Für diese Umstände gerade können wir uns wirklich nicht beschweren“, sagt zum Beispiel Katrin Markolf vom Hotel Hessischer Hof in Melsungen. Normalerweise habe das Hotel im Sommer viele Gäste aus den skandinavischen Ländern, die auf dem Weg nach Italien oder Frankreich in Melsungen einen Übernachtungs-Stopp einlegen. „Die fehlen uns diesmal komplett.“ Jedoch erlebe der Radtourismus in diesem Jahr einen massiven Aufschwung, sodass „wir damit wenigstens einen Teil der fehlenden Buchungen auffangen können“, sagt Markolf. Denn nicht nur die Skandinavier fehlen in den Zimmern – 25 hat das Hotel – sondern auch die Geschäftsreisenden bleiben seit Monaten aus. Die Region könne sich glücklich schätzen, dass der R 1 ein so beliebter Radweg sei. „Hotels in anderen Regionen geht es deutlich schlechter“, weiß Markolf.

In der Pension Alte Scheune in Melsungen hatten die Betreiber mit einer deutlich schlechteren Sommersaison gerechnet, verrät Johanna Blaz. Der Juli sei von den Buchungen fast vergleichbar mit den Vorjahren. „Es ist definitiv deutlich besser, als wir erwartet hatten.“ Auch in der Alten Scheune, die 17 Zimmer hat, sei der Anteil der Radtouristen hoch.

Im Bellini Hotel in Guxhagen schaut man ebenfalls positiv auf die Buchungszahlen. „Wir hatten während des Lockdowns das Glück, viele Geschäftsgäste aus der Pharmaindustrie beherbergen zu können“, sagt Hotelinhaberin Petra Stütz. Der Betrieb laufe wie gewohnt weiter. „Wir merken aber, dass wir weniger Besucher aus Österreich oder Skandinavien empfangen, die auf der Durchreise sind“, sagt Stütz.

Etwas anders sieht es im Hotel Kloster Haydau aus. „Wir erholen uns langsam, aber wir sind noch lange nicht dort, wo wir normalerweise stehen“, sagt Geschäftsführer Alexander Hess. Die Buchungszahlen seien stark saisonabhängig. „Da wir viele Businesskunden haben, sind der Juli und August generell nicht die stärksten Monate bei uns.“ Auch die Hochzeiten, die im Sommer stattfinden sollten, wurden verschoben. Deshalb sei von einem Aufschwung noch nicht die Rede. Er hoffe, dass sich das Businessgeschäft Ende September erhole.

Von Linett Hanert Und Carolin Hartung

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