Reportage: HNA-Volontär Maximilian Bülau unterwegs auf einer Off-Road-Strecke

Ostheim. Die HNA berichtete in den vergangenen Wochen über Steffen Dziersk aus Empfershausen: Der 38-Jährige fährt Geländewagen-Trials und nahm an der EM in San Marino teil.

HNA-Volontär Maximilian Bülau hat diesen Motorsport jetzt selbst getestet:

Mein Rücken ist schweißnass. Auch im Gesicht spüre ich, wie sich einige Schweißperlen den Weg von meiner Stirn über Nase und Schläfen zu meinem Hals bahnen. Dabei ist es gar nicht mehr so heiß. Ich muss mir eingestehen, dass Angst und Anspannung die Ursachen für das nasse T-Shirt sind.

Steffen Dziersk stellt den Motor seines Geländewagens ab und mein Kopf fällt nach hinten gegen den Beifahrersitz. Ich atme schnell und flach. Gerade war ich auf der Off-Road-Strecke des ADAC-Übungsgeländes in Ostheim unterwegs. Ich bin nicht selbst gefahren - trotzdem merke ich, wie der ständige Wechsel von Angst, Adrenalinschüben und Freude mich körperlich mitgenommen hat.

Das erste Mal beim Geländewagen-Trial: Auf der Off-Road-Strecke des ADAC-Übungsgeländes in Ostheim bekam HNA-Volontär Maximilian Bülau (vorne) von Steffen Dziersk (hinten) einen Einblick in den actionreichen Motorsport.

15 Minuten vorher: Ich gehe die Strecke ab, die Stefan Heuer, ein Mitglied des Offroad-Teams „Yetijäger“ des ASC Melsungen, abgesteckt hat. Direkt nach dem Start geht es in ein tiefes Loch und auf der anderen Seite wieder hoch. Dann durch eine enge Linkskurve, einen Hügel hinauf, zwischen zwei Bäumen hindurch, bevor die Strecke zum Abschluss wieder durch eine Kuhle führt. Befestigte Straßen - Fehlanzeige. Dafür liegen Steine und Reifen auf der Strecke.

„Wenn du das mit einem normalen Straßenauto fährst, ist es danach Schrott“, sagt Dziersk zu mir. Nachdem drei andere Fahrer die Strecke bewältigt haben, wobei die Fahrzeuge oft gefährlich weit nach vorne, hinten und zur Seite kippen, nickt Dziersk mir zu. Es wird ernst.

Reportage von der Off-Road-Strecke

Wir steigen in seinen Geländewagen. Ich schnalle mich fest. Mir fällt auf, dass wir keine Helme tragen. „Bei Wettkämpfen gilt Helmpflicht, beim Training nur Gurtpflicht“, antwortet mir Dziersk, ohne dass ich fragen muss. Er lässt den Motor an. Mehrere Kippschalter, ein Thermometer und ein Hebel zum Ein- und Ausschalten des Allradgetriebes fallen mir in dem Zweisitzer auf.

Kommt über jedes Hindernis: Mit dem Prototyp, also einem komplett selbstgebauten Fahrzeug, von Thomas Mey kommt man auch durch die schwierigsten Erdlöcher.

Im nächsten Moment habe ich das Gefühl, dass unser Auto nach vorne überkippt und werde einmal komplett durchgeschüttelt. Wir sind in das Loch gefahren. Dziersk sitzt entspannt neben mir am Steuer. Er guckt mich an. Ich versuche zu grinsen und mir nichts anmerken zu lassen.

Mit Vollgas arbeitet sich der Wagen die zwei Meter hohe Wand auf der anderen Seite wieder aus dem Erdloch. Anschließend geht es um eine enge Kurve. Schon wieder habe ich das Gefühl, dass der Wagen kippt - dieses Mal zur Seite. Ich bin angespannt. Meine Hände klammern sich so fest um einen Haltegriff vor mir, dass die Knöchel weiß anlaufen. Dziersk prescht einen Hügel hoch, bremst scharf und lenkt dann geschickt nach links durch zwei Bäume hindurch.

Nachdem sich der Wagen durch die letzte Kuhle gekämpft hat, kommen wir zum Stehen. Jede Achterbahnfahrt meines Lebens kommt mir langweilig vor. Freude durchströmt meinen Körper.

Rubriklistenbild: © Fotos:  privat/nh

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