„Es geht um die Seele“

Sabine Gipper ist die erste Gemeindepflegerin im Schwalm-Eder-Kreis

Sabine Gipper hat ihren Traumberuf: Ihre Aufgabe ist es, die Lücke zwischen medizinischer und psychosozialer Pflege zu schließen. Nun sucht der Gesunde Schwalm-Eder-Kreis weitere Gemeindepfleger.
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Sabine Gipper hat ihren Traumberuf: Ihre Aufgabe ist es, die Lücke zwischen medizinischer und psychosozialer Pflege zu schließen. Nun sucht der Gesunde Schwalm-Eder-Kreis weitere Gemeindepfleger.

Sabine Gipper aus Böddiger ist die erste Gemeindepflegerin im Schwalm-Eder-Kreis. Seit Oktober ist die 58-Jährige nun in ihrem Amt.

Felsberg – Angestellt ist sie bei der Initiative „Gesunder Schwalm-Eder-Kreis“. Die Wenigsten wissen allerdings, was eine Gemeindepflegerin genau macht. „Bei meinem Beruf geht es nicht um die körperliche Pflege“, sagt Gipper. „Es geht um die Seele.“ Ihre Aufgabe ist es, Menschen, die ihre Hilfe benötigen, beizustehen und sie bei Bedarf an weitere Hilfsstellen zu vermitteln.

Sich selbst bezeichnet sie als Kümmerin. „Ich bin die erste Anlaufstelle, wenn Menschen beispielsweise einsam sind.“ Gemeindepfleger sollen eine Konstante für die Menschen sein. Es gehe nicht darum, nur einen Hausbesuch zu machen. Ihre Aufgabe sei es, den dauerhaften Kontakt mit den Menschen zu pflegen, erklärt die neue Gemeindepflegerin.

Erste Gemeindepflegerin: Hilfe anbieten statt einmischen

Gipper meldet sich bei den Menschen und bietet ihre Hilfe an. Meistens kommt es dann zu einem persönlichen Treffen. Mit Pflegediensten hat ihr Job nichts zu tun. „Die Mitarbeiter der Pflegedienste haben häufig nur wenig Zeit für die Patienten. Ich bringe viel Zeit mit und habe auch keinen Druck“, sagt Gipper.

Außerdem erbringen Gemeindepfleger keine Pflegeleistungen. Sie beraten und kümmern sich um die menschlichen und psychosozialen Bedürfnisse der Patienten. „Gerade habe ich eine Dame, die unbedingt mal wieder kochen wollte, es aber alleine nicht mehr kann. Ich bin zu ihr gefahren und habe mit ihr gekocht“, erzählt die Gemeindepflegerin. „Man muss kreativ sein.“

Keine Klienten oder Fälle, sondern Menschen

Die Ausdrücke Klient und Fall mag Sabine Gipper gar nicht. „Für mich sind es Menschen und keine Fälle, die ich nach Feierabend wieder vergessen habe“, betont sie. Der neue Job sei „genau das Richtige“ für sie. „Was kann es Besseres geben, als Menschen, die mir mit einem Lächeln die Tür öffnen“, freut sie sich.

Schon vor Jahren war sie begeistert von dem Konzept der Gemeindepflegerin. „Im Fernsehen gab es mal eine Serie, da kam eine Dorfhelferin vor. Da dachte ich mir schon: Das bin ich.“

Auf Dauer kann Sabine Gipper allerdings nicht den kompletten Schwalm-Eder-Kreis betreuen und überall Hausbesuche machen. Deswegen sucht der „Gesunde Schwalm-Eder-Kreis“ neue Gemeindepfleger, sowohl in Vollzeit, als auch in Teilzeit. Bewerben kann man sich dafür noch bis zum 30. November. (Clara Pinto)

Informationen unter gesunder-sek-plus.de

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