Hessen Mobil verbessert Sicherheit für Radler und Fußgänger

Schilder kommen zurück: Radweg bei Rhünda soll wieder Radweg werden

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Teilnehmer an der Demo bei Rhünda

Die von Behörden entfernten Schilder – Gemeinsamer Geh- und Radweg – an dem asphaltierten Weg parallel zur B 253 zwischen Gensungen und Rhünda sollen wieder angebracht werden.

Das haben Recherchen der HNA ergeben, nachdem sich der Rhündaer Heinz Siemon verärgert zu Wort gemeldet hatte. Der Oberkommissar im Ruhestand engagiert sich seit Jahrzehnten bei der Kreisverkehrswacht Schwalm-Eder für die Sicherheit im Straßenverkehr. Hessen Mobil hat nun erklärt, es sei denkbar, dass die Schilder wieder angebracht werden. Bürgermeister Volker Steinmetz und der Ortsbeirat Rhünda sind dafür.

Heinz Siemon hält es für einen Schildbürgerstreich, dass der ehemalige Geh- und Radweg nunmehr offiziell ein Wirtschaftsweg ist: „Ich halte es für eine Unverschämtheit, wenn man jetzt aus Gründen der Haftungssicherheit die Schilder entfernt und diesen Weg dann als Wirtschaftsweg lässt. Diesen Weg benutzen grundsätzlich alle Radfahrer und Fußgänger.“ Das schrieb Siemon an den Ordnungsbehördenbezirk Melsungen.

Zu dem Entfernen der Schilder sagt Siemon: „Ich schließe daraus, dass Radfahrer und Fußgänger auf einem Wirtschaftsweg weniger gefährdet sind als auf einem ausgeschilderten Radweg.” Es sei ein Skandal, wenn man sich durch solches Handeln seiner Pflicht entziehe, meint er.

Und: „Hätte man entlang der Bundesstraße die Schutzplanke, wie bereits 1995 öffentlich angekündigt, installiert, hätte man schon 25 Jahre Sicherheit gehabt.“ Er habe immer geglaubt, es würde angesichts der Erklärungen der Politiker auch in jüngster Zeit mehr für die Sicherheit der Radfahrer getan, „aber das Gegenteil ist der Fall.“

Siemon bezieht sich auf einen HNA-Bericht vom 27. Oktober 1995. 50 Radfahrer eröffneten damals den lang ersehnten Radweg, der 250 000 D-Mark kostete – finanziert vom Bund. Die 1994 in Rhünda gegründete Pro-Radweg-Bürgerinitiative „hat Dampf gemacht“, lobte der damalige Bürgermeister Klaus Stiegel. Er kündigte bei der Radweg-Einweihung an, auf dem Grünstreifen würden Büsche gepflanzt. Auch von einer Schutzplanke war die Rede – die fehlt noch heute.

All diese Informationen hat Heinz Siemon an die Behörden weitergeleitet. Das Ministerium gab den Vorgang an das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil weiter. Vertreter der zuständigen Verkehrsbehörde, der Polizei und von Hessen Mobil hätten sich bei einer Verkehrsschau verständigt, die Verkehrszeichen „Gemeinsamer Geh- und Radweg“ zu entfernen, erklärt Hessen Mobil-Sprecher Marco Lingemann. Und: „Hintergrund war, dass der Schwalm-Radweg, der einst neben der Bundesstraße entlang führte, auf neu hergerichtete Wege in die Ederaue verlegt wurde.“ Damit habe sich eine wesentlich sichere Radverbindung ergeben, die direkt zum Bahnhof und zur Ederbrücke führe.

Nun habe sich, so Lingemann, herausgestellt, dass trotz des neuen Schwalm-Radweges weiterhin der Bedarf einer direkten Radwegeverbindung zwischen Rhünda und Gensungen bestehe. Hessen Mobil werde nun prüfen, wie die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer entlang der B 253 verbessert werden könne. Sobald die notwendige Sicherheit gewährleistet sei, sei denkbar, dass die entfernten Verkehrszeichen „wieder aufgestellt werden.“

Die Leitplanken als Sicherheit seien bereits 1995 von Baudirektor Böhm versprochen worden, sagte Rhündas Ortsvorsteher Reinhart Wendel. Es sei unerträglich, dass nichts passiert sei und dann auch noch die Schilder abgenommen worden seien. Der Weg sei auch für Fußgänger sehr wichtig.

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