Schwalm-Eder

Schockanrufe häufen sich: Mehrere Fälle im September – Wie man sich gegen die Maschen wehrt

Seniorin und Telefon
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Nicht auf Schockanrufe hereinfallen: Die Polizei gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Mit dem Enkeltrick und Schockanrufen wollen Betrüger Senioren im Schwalm-Eder-Kreis um ihr Geld bringen. Die Polizei verrät, wie man sich am Telefon verhalten sollte.

Schwalm-Eder – Falsche Polizisten, erfundene Diebesbanden und schwere Unfälle: Immer wieder versuchen Betrüger, Geld von Senioren aus dem Schwalm-Eder-Kreis zu ergaunern. Neun solcher Fälle gab es Anfang September in Borken auf einmal. Das sei ungewöhnlich gewesen, sagt Polizeisprecher Jens Breitenbach.

Meist würden die potenziellen Opfer angerufen und bekämen dann eine Lügengeschichte aufgetischt. Beim Enkeltrick werde beispielsweise auf Hilfsbereitschaft und Mitgefühl gesetzt, bei Schockanrufen auf die Angst der Opfer.

Schockanrufe im Schwalm-Eder-Kreis häufen sich – Polizei warnt

Im September verzeichnete die Polizeidirektion Schwalm-Eder mehr als zehn solcher Anrufe. Geschädigt wurde glücklicherweise niemand, berichtet Polizeisprecher Jens Breitenbach. Wie viele solcher betrügerischen Anrufe es 2021 bereits gegeben hat, teilt die Polizei nicht mit. Im vergangenen Jahr wurden 43 solcher Anrufe angezeigt. Neunmal versuchten es die Betrüger mit dem Enkeltrick und 34 Mal mit der Masche des falschen Polizisten.

Bei den Enkeltricks im Schwalm-Eder-Kreis blieb es bei Versuchen. In einem Fall von falschen Polizisten erbeuteten die Täter einen Geldbetrag. 2019 waren es insgesamt 67 Fälle. Mit beiden Maschen hatten die Täter jeweils einmal Erfolg, berichtet Jens Breitenbach. Dass es so wenig erfolgreiche Fälle gibt, habe auch mit der guten Aufklärung im Landkreis zu tun. Regelmäßige Prävention sei wichtig, damit potenzielle Opfer gewarnt seien, sagt Breitenbach.

Schwalm-Eder: Vorsicht vor Betrugsmaschen am Telefon

Aber auch Angehörige seien aufgerufen, über die Maschen zu informieren und ihre Verwandten zu schützen. Ebenfalls erfolgreich sei die Präventionsarbeit bei den Banken, sagt Breitenbach. So berichtet beispielsweise Stefan Kördel vom Vorstand der VR Partnerbank über Mitarbeiter-Schulungen, die mindestens einmal jährlich stattfänden.

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Einige der Betrugsversuche wären wohl gelungen, wenn nicht aufmerksame Bankmitarbeiter bei den potenziellen Opfern nachgefragt hätten, sagt Breitenbach.

Schockanrufe und Enkeltrick im Schwalm-Eder-Kreis: So unterschieden sich die Maschen

Schockanrufe: Meist melden sich angebliche Polizisten und wollen Wertgegenstände sichern, weil sich Diebe herumtrieben.

Enkeltrick: Beim Enkeltrick werde beispielsweise erzählt, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht. Ihm drohe Haft, die mit einer Kaution verhindert werden könne.

Enkeltrick und Schockanrufe: Welche Tipps die Polizei hat

Man sollte keine Unbekannten in die Wohnung lassen, sich von vermeintlichen Amtspersonen den Dienstausweis zeigen lassen. Beim geringsten Zweifel die Polizei anrufen.

Wichtig: Besucher vor der abgesperrten Tür warten lassen. Die Polizei wird niemals um Geldbeträge bitten. Am Telefon keine Details zu finanziellen Verhältnissen preisgeben. Nicht unter Druck setzen lassen. Niemals Geld an Unbekannte geben. Vornamen aus dem Telefonbuch streichen lassen. (Damai Dewert)

Hinweise an die Kriminalpolizei Homberg

Tel. 05681/7740

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