Probleme in ganz Hessen

Fahrlehrermangel im Schwalm-Eder-Kreis spitzt sich zu

Schwalm-Eder. Fahrschulen in Hessen schlagen Alarm. Die Anzahl der Fahrlehrer sinkt stetig, die Zahl der Schüler steigt. Ein Trend, der sich auch im Schwalm-Eder-Kreis abzeichnet.

„Je nach Region kann es vorkommen, dass ein Schüler bis zu drei Monate auf einen Platz warten muss“, sagt der Borkener Fahrlehrer Ulf Warlich, der Mitglied im Vorstand des Hessischen Fahrlehrerverbandes ist.

Eine Entwicklung, die auch sein Kollege Jan Schnücker aus Treysa beobachtet: „Ich kenne Fahrschulen, die schon Aufnahmestopps hatten, weil die Zahl der Schüler zu hoch war.“

Den Rückgang der Bewerber erklären sich die Fahrlehrer im Schwalm-Eder-Kreis unter anderem damit, dass die Bundeswehr keine Fahrlehrer mehr ausbildet. „Jede Kaserne hatte in den 1970er und 1980er Jahren eine Fahrschule. Ehemalige Soldaten haben sich teilweise mit einer Fahrschule selbstständig gemacht“, sagt Warlich.

Auch die Finanzierung des Fahrlehrerscheins ist laut der befragten Fahrlehrer eine Hürde. „Man muss mit 5000 bis 8000 Euro rechnen“, sagt Lothar Toepper, Vorsitzender des Hessischen Fahrlehrerverbandes. Der Altersschnitt der Antragssteller liegt laut Fahrlehrerverband bei Mitte 30. Den Altersschnitt der aktiven Fahrlehrer schätzt Toepper auf über 50 Jahre.

Weil der Nachwuchs fehle, müssten die aktiven Lehrer länger arbeiten.

„Es ist schwierig, neue Bewerber einzustellen. Wir brauchen Leute, die den Stress aushalten“, sagt Fahrlehrer Norbert Bezela aus Morschen. Man müsse auf der Suche nach Fahrlehrern stark aussieben. Nur jeder fünfte Bewerber erfüllt laut Bezela die Ansprüche.

2010 gab es in Deutschland noch 48.470 Personen mit Fahrlehrererlaubnis, 2016 waren es noch 45.238.

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Durchgefallen nach 250 Metern: Prüfungsfahrt mit dem Fahrlehrer [Artikel auf HNA Sieben für Abonnenten kostenlos]

Rubriklistenbild: © dpa

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