Innung sieht kleine Betriebe in Gefahr

Fleisch-Herkunft muss gekennzeichnet werden: Kritik von Metzgern

Wo kommt’s her? Das muss bei Fleisch künftig besser gekennzeichnet werden. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Seit Anfang April müssen Metzgereien ihre Kunden über die Herkunft des Fleisches in ihren Produkten informieren.

Diese neue Auflage gefährde die Existenz einiger Betriebe im Schwalm-Eder-Kreis, kritisiert Fritz Kästel, Obermeister der Fleischer-Innung.

Metzger würden nun an den gleichen Standards gemessen wie die Industrie - das könne kein Kleinbetrieb leisten, sagt Kästel. „Große Industriebetriebe haben das Geld, sich die Computerprogramme zur Zurückverfolgung des Fleisches oder Chargierung zu leisten, kleine Betriebe haben das nicht“, stellt Kästel fest. „Es wird sich zeigen, ob der Kunde bereit ist, für diesen Mehrwert, den er nicht schmecken kann, mehr zu zahlen.“ In einigen Jahren würden einige Betriebe im Kreis an dem hohen bürokratischen Aufwand und den damit verbundenen Kosten kaputt gehen, fürchtet Kästel.

Fritz Kästel

Hintergrund der neuen Auflage für Metzger ist eine EU-Verordnung. Diese verlangt außerdem seit Dezember 2014, dass Gastwirte, Bäcker und Metzger ihre Kunden schriftlich darüber informieren, welche Allergene in ihren Produkten stecken. Bislang mussten Kunden selbst nachfragen, ob Allergene im Essen sind.

Auch die Kennzeichnung der Allergene in den Waren sei für Metzger kompliziert, berichtet Kästel. Denn man arbeite sehr oft mit fertigen Gewürzmischungen. Wenn diese Spuren von Allergenen enthalten, müssten diese im Komplettprodukt gekennzeichnet werden. Dennoch seien die Betriebe im Landkreis der Kennzeichnungspflicht nachgekommen. Die Kunden hätten von der neuen Kennzeichnung aber bislang keine Notiz genommen, sagt Kästel.

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