Polizei berichtet von kurioser Masche

Frauen erpressen Männer im Schwalm-Eder-Kreis mit Sexvideos

Schwalm-Eder. Männer sind derzeit das Ziel von Erpressungsversuchen im Schwalm-Eder-Kreis. Die Polizei berichtet von einer kuriosen Masche mit illegal erlangten Sexvideos.

Dabei treten Frauen in sozialen Netzwerken wie Facebook, also im Internet, an Männer heran und chatten unverfänglich. Chatten ist der Austausch von kurzen Nachrichten.

Als nächstes folge, so Polizeisprecher Markus Brettschneider, eine Einladung in persönliche Chats - also beispielsweise über den Kurznachrichtendienst Whats-App, Skype und andere Dienste. Dort flirten die Frauen mit den Männern und beginnen sich beispielsweise auszuziehen. Wenn die Männer der Aufforderung Folge leisten es ihnen gleichzutun, werden sie heimlich dabei gefilmt. „Mit diesem verfänglichen Videomaterial werden die Männer anschließend erpresst“, sagt Brettschneider.

Zwölf Anzeigen von solchen geprellten Männern seien in den vergangenen Wochen bei der Polizei im Landkreis eingegangen. „Wir vermuten aber eine sehr hohe Dunkelziffer, insbesondere von Männern, die gezahlt haben.“ Gefordert würden Summen bis zu 10.000 Euro. Andernfalls, so drohen die Frauen, würde das Videomaterial öffentlich gemacht und beispielsweise Personen aus den Freundeslisten der Männer zugespielt. Brettschneider vermutet, dass sich viele Männer aus Scham nicht bei der Polizei meldeten. „Wir raten aber unbedingt dazu, die Fälle bei der Polizei anzuzeigen und keinesfalls zu bezahlen“, sagt Brettschneider.

Das Geld fordern die Frauen ebenfalls über Onlinebezahlmöglichkeiten. Es sei schwierig, den Täterinnen auf die Schliche zu kommen, da die Erpressungsversuche meist aus dem Ausland unternommen würden. Die dortigen Internetanbieter müssten kooperieren und die Frauen könnten ihre IP-Adresse verbergen.

So verhalten Sie sich richtig:

Die Polizei rät: Werden Sie misstrauisch, wenn Unbekannte sie zu einem Videochat einladen. Wenn Ihr Gegenüber sich entkleidet und Sie auffordert das auch zu tun, sollte das ein Alarmzeichen für Sie sein. Lassen Sie sich nicht auf sexuellen Handlungen beim Videochat ein. Geben Sie keine Nacktaufnahmen von sich weiter. Man erpresst Sie: Brechen Sie den Kontakt ab, gehen Sie nicht auf Forderungen ein, denn das Video kann dennoch veröffentlicht werden. Sollte das Video veröffentlicht werden, wenden Sie sich mit der bitte um Löschung an den Betreiber der Plattform. Sichern Sie alle Beweise.

• Hinweise: Polizei Homberg, unter Tel. 05681/7740

Rubriklistenbild: © dpa

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