Wenn Schule krank macht

Lehrerverband fordert bessere Bedingungen für Pädagogen im Landkreis

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Baustelle Grundschule: Nach Erkenntnissen des Lehrerverbandes herrscht in vielen Einrichtungen Personalnot.

Schwalm-Eder. Der Verband Bildung und Erziehung verlangt eine Abkehr von der bisherigen Bildungspolitik in Hessen. Das ist die Reaktion auf den Fakt, dass in Hessen Lehrer fehlen.

Viele Grundschullehrer seien in anderen Bundesländern weit besser untergekommen, die Personalnot sei so groß, dass Kultusminister Lorz den Pensionären das Unterrichten wieder schmackhaft machen wolle.

Die jetzigen Lehrer sollten nun ausbaden, was seit Jahren versäumt wurde: „Unter dem Deckmantel der Schuldenbremse hat das Land den öffentlichen Dienst kaputt gespart“, sagt Ulrike Henpf, Vorsitzende des VBE-Regionalverbands Eder-Schwalm mit.

Die hessischen Beamten erhalten für gleiche Arbeit eine volle Gehaltsstufe weniger als Kollegen in anderen Bundesländern. Seit Jahren fehlten die Anreize, die den Lehrerberuf auch für Männer gerade an Grundschulen attraktiver machten.

Es sei ein Skandal, was den Lehrkräften zum Thema Inklusion abverlangt werde. Die meisten Lehrkräfte fühlten sich überfordert und im Stich gelassen. Die anfängliche Freude am inklusiven Unterricht habe selbst den größten Idealisten zum enttäuschten Realisten gemacht.

Viele Lehrer sind frustriert

„Grundschullehrer sind keine Förderschullehrer: Sie haben sich ja bewusst für eine andere Ausbildung entschieden“, sagt Regionalverbandsvorsitzende Henpf. (...) Kinder mit Förderbedarf seien oft an großen Schulen überfordert und deshalb häufiger verhaltensauffällig, störten, verweigerten die Mitarbeit und verhielten sich aggressiv – so die Überzeugung frustrierter Lehrer.

Arbeitskreise, Förderpläne, Projektwochen, Lesenächte, Klassenfahrten, Nachmittagsbetreuung bedeuteten eine enorme zeitlich, aber auch psychische Belastung: „Schule macht heutzutage viele Lehrkräfte krank“, heißt es in der Mitteilung. 

Deshalb fordert der VBE Regionalvorstand: 

• 1. Rückkehr in die Tarifgemeinschaft der Länder. 

• 2. Neueinstellung von Lehrern, um gestiegene Anforderungen zu kompensieren. 

• 3. Die sofortige zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses 2016/2017 auf den Beamtenbereich. 

• 4. Einstufung aller Grundschullehrerkräfte in A13, damit der Beruf attraktiver wird. 

• 5. Schaffung von Beförderungsstellen für Grund,- Haupt- und Realschullehrer, damit sie Aufstiegsmöglichkeiten haben. 

• 6. Keine zusätzlichen Aufgaben mehr, damit Ruhe an den Schulen einkehrt und Erziehung und Bildung wieder im Mittelpunkt stehen.

• 7. Neue Konzepte an den Universitäten, damit schnellstmöglich Lehrerstellen an den Grundschulen besetzt werden können. 

• 8. Mehr Geld für die Umsetzung der Inklusion undmehr Akzeptanz der BFZ-Lehrkräfte als Berater, damit Kinder mit Förderbedarf durch wenige Bezugspersonen erfolgreich gefördert werden.

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