Anschlüsse an Breitbandnetz

Netcom auf der Zielgeraden: Schnelles Internet bald in Jesberg und Spangenberg

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Gut angeschlossen: Im Bild von links Netcom-Auszubildender Nils Meckbach und Michael Reemts, Rollout-Manager der Netcom in Mosheim an einem der 60 Datenkonzentratoren, die es in Nordhessen gibt. 

Netcom Kassel hat bis auf wenige Ausnahmen den Schwalm-Eder-Kreis ans schnelle Internet angeschlossen. Die verbliebenen Städte und Gemeinden sind auch bald dran.

Spangenberg ist bisher noch nicht ans Breitbandnetz der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) angeschlossen und Jesberg ebenfalls nicht. Bei der Gemeinde Jesberg könnte es laut der Netcom Kassel noch in diesem Jahr etwas werden. Die BNG hat ihre mehr als 2000 Kilometer Glasfaserkabel in Nordhessen verlegt. 

Der kommunale Kommunikationsdienstleister Netcom baut derzeit in vielen Orten in der Region die Technik auf, um die Anschlüsse der vielen unterversorgten Haushalte umsetzen zu können. Die Spangenberger werden sich nach Schätzung der Netcom noch bis Frühjahr/Frühsommer 2020 gedulden müssen.

Informationsveranstaltungen

In einigen Orten laufen ganz aktuell die Informationsveranstaltungen der Netcom. Diese finden immer dann statt, wenn der Telekommunikationsdienstleister seine Arbeiten abgeschlossen hat. Dieser Ready-for-Operation-Termin bedeute aber nicht, so erklärt Netcom-Sprecherin Heidi Hamdad, dass die Kunden direkt angeschlossen werden können. 

Bis der Kunde tatsächlich mit der Netcom im Internet surft, können weitere acht bis zehn Wochen vergehen. Sollten die Kunden jüngst einen Vertrag bei einem Anbieter abgeschlossen haben, müsste natürlich erst diese Vertragslaufzeit abgewartet werden. Das heißt, es könnten bis zu zwei Jahre verstreichen, bis der Kunde umziehen kann. Die Deutsche Telekom muss außerdem eine Anschlussleitung für den Kunden bereitstellen. Informationsveranstaltungen finden noch statt in: Spangenberg, Jesberg, Neuental, Gilserberg, Bad Zwesten und Willingshausen.

Die Netcom bietet flächendeckend eine Bandbreite von bis zu 50 MBit/s an. In Haushalten, die weit von den Kabelverzweigern der Telekom entfernt sind, auch weniger.

Endlich schnelles Internet: Viele Einwohner im Landkreis haben ihren Anschluss an die Breitbandversorgung herbeigesehnt. Wenn in ihren Orten die großen grauen Kästen aufgebaut wurden, stieg bei manchen die Vorfreude: Dass es dann aber noch Monate dauern konnte, habe viele enttäuscht, sagt Andreas André, Projektleiter Technik bei der Netcom Kassel.

Er erklärt mit Michael Reemts den Ablauf der technischen Vorbereitungen. Reemts ist Rollout-Manager bei der Netcom.

Die Breitband Nordhessen hat das Glasfaserkabel in der Region verlegt. Wie geht es an den jeweiligen Übergabepunkten weiter?

Das Glasfaserkabel endet jeweils in einem Multifunktionsgehäuse (MFG) und direkt neben einen Kabelverzweiger der Telekom. Die Multifunktionsgehäuse werden von einem Bauunternehmen aufgestellt und ans Glasfasernetz angeschlossen. Stromkästen sind dort ebenfalls vorhanden.

Dann kommt die Netcom mit ihrer Technik ins Spiel?

Ja. Im Verbreitungsgebiet der Breitband Nordhessen stehen 60 Datenkonzentratoren (Dako) der Netcom. Das sind ebenfalls graue Schaltkästen. An diesen hängen die Multifunktionsgehäuse eines jeden Bauabschnitts. Das können mehr als 20 sein, die in Entfernungen von mehreren Kilometern stehen. Die Dakos managen die MFG und diese den Kundentraffic.

Wie laufen die Datenströme genau?

Das Signal kommt über das Glasfasernetz und landet im Multifunktionsgehäuse. Dieses ist per Kupfer mit dem Kabelverzweiger der Telekom verbunden. Vom KVZ gehen die Leitungen bis in die Haushalte. Die Multifunktionsgehäuse sind so ausgelegt beziehungsweise erweiterbar, dass sie mehrere hundert Haushalte versorgen können.

Wird für den Anschluss des Breitbandkunden der Netcom also Telekom-Technik verwendet?

Ohne die Kabelverzweiger der Telekom geht es derzeit noch nicht. Die allermeisten Haushalte sind noch per Kupfer an den KVZ angebunden. Glasfaserkabel liegt in einigen Neubaugebieten und für Geschäftskunden bis ins Haus. Das wird auch als Fibre to the House oder FttH bezeichnet, ist aber noch die Ausnahme.

Bei der Übergabe an den Kunden warten weitere Schwierigkeiten. Welche sind das?

Wechselprozesse von einem Anbieter zum anderen laufen mitunter nicht reibungslos ab. Diese Übergabe sei kritisch. Anders als angenommen, müssten häufig Techniker rausfahren und in den Kabelverzweigern Schaltungen ändern. Es ist nicht bloß ein Knopfdruck.

Wie viel Zeit benötigt die Netcom für ihre Anschlussarbeiten?

Von der Übergabe des Glasfaserkabels durch die Breitband Nordhessen bis zur Fertigstellung plant die Netcom bis zu sechs Wochen ein. Dabei sind die Tiefbauarbeiten eingerechnet, um die MFG aufzustellen.

Beginnt der Vertrieb erst dann mit der Vermarktung?

Wenn die Fertigstellung terminiert werden kann, lädt die Netcom zu Informationsveranstaltungen ein. Dann beginnt der Vertrieb mit seinen Aktivitäten.

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