Betrüger kapern Computer:

Falsche Microsoft-Mitarbeiter rufen an: Fälle im Landkreis nehmen zu

Betrüger rufen an und geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus: Opfer sollen Zugriff auf eigenen Computer gewähren. Foto: Rolf Vennenbernd/DPA-Bildfunk

Sie wollen Zugriff auf fremde Computer und geben sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter aus: Mit dieser Masche sind Betrüger immer wieder erfolgreich im Schwalm-Eder-Kreis.

Zahl der erfolgreichen Fälle steigt

Die Fälle hätten im vergangenen Jahr noch einmal zugenommen, sagt Markus Brettschneider, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Insbesondere die hohe Erfolgsquote bei diesen Telefonbetrügereien bereite den Beamten Sorge: 2018 gab es elf Fälle, bei sieben von ihnen blieb es beim Versuch. Die Tendenz für 2019 zeige sowohl eine Zunahme bei den Fällen als auch bei den Erfolgen.

Auffällig ist nach Angabe von Brettschneider außerdem, dass die Anrufe der falschen Mitarbeiter nicht in Wellen erfolgten wie bei anderen Maschen wie dem Enkeltrick und dem falschen Polizeibeamten.

„Wir bekommen immer nur einzelne Anrufe mitgeteilt. Auch die Abstände zwischen den Taten sind größer als bei anderen Delikten“, sagt Brettschneider. Wie hoch die Dunkelziffer sei, lasse sich daher schlecht schätzen.

Wie funktioniert die Masche?

Brettschneider erklärt die Masche: Die angeblich häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige. Sie seien beauftragt, Hilfe anzubieten. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren mit der die vermeintlichen Probleme gelöst werden können.

Das Problem: „Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner der Opfer und können sensible Daten wie beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen“, sagt Brettschneider. Darüber hinaus verlangten sie für ihre Service-Leistung auch noch eine Gebühr. Manchmal forderten sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz Geld oder sie versuchten ihre Opfer dazu zu überreden, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen.

Der Computer ist jetzt in der Hand der Täter: Weigern sich die Opfer zu bezahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. In manchen Fällen werden die Opfer aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes für Online-Dienste für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Seriöse Unternehmen verlangen keine Daten

Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf. Tipps der Polizei: Sollte sich ein Servicemitarbeiter eines Unternehmens melden, ohne dass darum gebeten wurde: einfach auflegen. Auf keinen Fall sollten Angerufene private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten wie PayPal herausgeben.

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