Schwalm-Eder-Kreis

EU ruft Klimanotstand aus - Das sagen unsere Abgeordneten

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Fahnen vor dem EU Parlament

Das Europaparlament hat mit deutlicher Mehrheit den Klimanotstand erklärt. Wir haben Engin Eroglu und Martin Häusling nach ihrer Meinung gefragt. 

Die Europäische Union hat den Umwelt-und Klimanotstand für Europa ausgerufen – als erster Kontinent. Eine große Mehrheit der EU-Abgeordneten stimmte dafür. Verbunden mit dem Entschluss ist die Forderung an die neu gebildete EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten mehr für den Klimaschutz zu tun.

Damit setzt das EU-Parlament ein Zeichen in Richtung der Weltklimakonferenz in Madrid. Wir haben die Europaabgeordneten aus unserem Landkreis zum Klimanotstand gefragt.

Engin Eroglu, Freie Wähler

"Das Europäische Parlament hat mit dem Ausrufen des „Klimanotstands“ seine Doppelmoral bei diesem Thema gezeigt: Das Parlament macht diese Symbolpolitik und vergisst dabei, „vor der eigenen Haustür zu kehren“: Grüne Politiker, die davor massiv den Klimanotstand vorantreiben, steigen anschließend in ihren Flieger.

Engin Eroglu, Freie Wähler

Der Wanderzirkus zwischen Straßburg und Brüssel bleibt erhalten. Auch wenn dafür die Zustimmung aller Mitgliedsstaaten notwendig wäre: Würden wir uns tatsächlich in einem Notstand befinden, dann müssten wir umgehend den doppelten Sitz abschaffen. „Notstand“, das ist für mich eine überraschende, kurzfristige Ausnahme-Situation, wie eine Naturkatastrophe oder eine Revolution. 

Aber der Klimawandel ist nichts Kurzfristiges, nichts Unvorhergesehenes. Der Klimawandel ist nichts, dem man am besten mit Angst oder Panik begegnet. Wir Freie Wähler stehen für Mut statt Angst. Wir Freie Wähler stehen für kühlen Kopf und gesunden Menschenverstand, nicht für Panik. 

Aber auch diesen Ton kann das Europäischen Parlament anschlagen, wie am gleichen Tag bei seiner Position für die anstehende Klimakonferenz („COP25“): Hier bleibt die Tür offen für Mut und einen kühlen Kopf - Mut für neue Technologien und den kühlen Kopf, den Klimawandel mit unseren internationalen Partnern gemeinsam zu bekämpfen. In dieser Form unterstütze ich den Kampf gegen Klimawandel gerne."

Martin Häusling, Die Grünen

"Die Veränderungen des Klimas sind nicht länger zu leugnen. Trockenheit und Hitze haben uns die letzten zwei Jahre überdeutlich die Konsequenzen der Industrialisierung und des menschgemachten Treibhauseffektes gezeigt. 

Martin Häusling, Die Grünen

Neben extremen Wetterereignissen sind es schmelzende Gletscher und Polarkappen sowie steigende Meeresspiegel, die weltweit den Klimawandel mehr als klar ankündigen. Zusätzlich tragen die Verödung riesiger Landflächen und der massive Verlust von Biodiversität zum Verlust unserer Lebensgrundlagen bei. Der Begriff Klimanotstand ist also angebracht. 

Wir müssen endlich handeln und den Ernst der Lage begreifen. Daher habe ich dafür gestimmt den Klimanotstand auszurufen. Das Europäische Parlament hat mit der Petition zum Klimanotstand anerkannt, dass unser menschliches Verhalten ein Notfall für den Planeten bedeutet. Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, brauchen wir dringend Veränderungen in der Art, wie wir wirtschaften und leben. 

Die wichtigste Aufgabe ist, die Abhängigkeit unseres Alltages von Kohle und Erdöl zu beenden. Raus aus den fossilen Energieträgern, weg von einer klimaschädlichen Intensivlandwirtschaft und Wegwerfgesellschaft. Beenden wir endlich den Raubbau an der Natur. Die Zukunft ist eine saubere Wirtschaft, die auf erneuerbare Energiegewinnung setzt und nachhaltige Ressourcenkreisläufe betreibt."

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