Schwalm-Eder: Ullrich Horstmann nicht mehr Radwegebeauftragter

Ullrich Horstmann

Schwalm-Eder. Ullrich Horstmann ist von seinem Amt als Radwegebeauftragter des Schwalm-Eder-Kreises zurückgetreten.

Das teilt der Kreisverband Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) jetzt mit.

Der langjährige und weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Horstmann sieht nach Aussage des ADFC keine Perspektive für eine weitere positive Entwicklung des Radverkehrs in der Region. Horstmann kritisiert, dass es von Bund, Land und auch Landkreis zu wenig Geld gebe, um die Radverkehrsinfrastruktur wesentlich zu verbessern. Außerdem sei die momentane Organisationsstruktur völlig unbefriedigend. Die Zuständigkeit für Radverkehr sei derzeit auf eine Vielzahl unterschiedlicher kommunaler und regionaler Entscheidungsträger wie Straßenbauverwaltung, Polizei, Wirtschaftsförderung und Kommunen aufgeteilt.

Für alle diese Stellen sei der Radverkehr nur eine nachrangige Bagatelle im Bündel der übrigen Aufgaben, der sie mehr oder weniger isoliert nachkämen. Sein Wunsch war unter anderem ein hauptamtlicher Radwegebeauftragter.

Daran sei beim aktuellen Personalhaushalt nicht zu denken, sagt Winfried Becker, Erster Kreisbeigeordneter. Er könne die Enttäuschung von Horstmann verstehen, es fehle aber auf allen Ebenen das Geld, den Ausbau des Radwegenetzes voranzutreiben. Der Ist-Zustand sei aber sehr gut, und daran habe Horstmann großen Anteil. Der Kreisausschuss wird in den kommenden Monaten über einen Nachfolger entscheiden. Denkbar seien auch zwei Beauftragte im Landkreis.

Ullrich Horstmann war fast 15 Jahre lang ehrenamtlicher Radwegebeauftragter des Schwalm-Eder-Kreises. Er fungierte als Schnittstelle für alle überörtlichen Radwege-Projekte. Horstmann hat als Mitglied des Steuerkreises Radforum Nordhessen beim Regionalmanagement einen detaillierten Vorschlag für die Optimierung der vorhandenen touristischen Routen für ganz Nordhessen erarbeitet. Eine Forderung Horstmanns waren regelmäßig tagende Radverkehrsbeiräte auf Kreisebene. Vor allem die kleineren Kommunen seien mit dem Thema Radverkehr im Hinblick auf Verkehrsplanung, aktuelles Verkehrsrecht und Finanzierungsmöglichkeiten überfordert.

Der 61-jährige Horstmann aus Deute hat sein Amt bereits zum 31. Dezember niedergelegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.