Verluste für Bauern

Schlachthof: Schweinepreise niedrig wie seit Jahren nicht

Schweine werden zur Ramsch-Ware: Landwirte bekommen beim Verkauf der Tiere so wenig Geld, dass sie nicht einmal die Haltungskosten decken können. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Der Preis für Schweine lag 2014 laut Regionalbauernverband Kurhessen 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Preise waren niedrig wie seit neun Jahren nicht mehr.

Das geht aus Berechnungen der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISW) hervor.

Pro Tier zahlten die Halter im Schlachthof zeitweise 27 Euro drauf, erklärte Jana Püttker von der ISW.

Bei Vollerwerbslandwirt Gerhard Möller waren es in den vergangenen Wochen zehn Euro Verlust pro Schwein. Die Kosten für Futter, Strom, Haltung und die Fahrt zum Schlachthof überstiegen den Erlös, erklärte der Spangenberger. Sein Familienbetrieb laufe inzwischen in fünfter Generation und habe 500 bis 600 Schweine. Aber das Ganze mache keinen Spaß mehr. „Katzenfutter ist teurer als Gehacktes“, sagt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann. Falls jemand vorbeikäme und ihm alle Tiere abkaufte, würde er seinen Stall sofort schließen.

Damit läge Möller im Trend. Denn die Zahl der Betriebe mit Mastschweinen ging laut Regionalbauernverband Kurhessen in den Jahren zwischen 2003 und 2010 von 995 auf 725 zurück. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Mastschweine um knapp 2,7 Prozent zurück. Daten zur jüngeren Entwicklung liegen dem Bauernverband noch nicht vor. Gründe für den Preisverfall gibt es offenbar viele. Zu ihnen zählt laut Jana Püttker ein Überangebot.

Im Jahr 2013 etwa habe es 18 Prozent mehr Schweine gegeben als bundesweit benötigt worden seien. Schwankende Exporterlöse drückten mitunter die Preise.

Auch Bürokratie gebe es nicht kostenlos. Schließlich habe ein konzentrierter Markt mit nur wenigen Schlachthöfen und Großmärkten Einfluss auf die Preisgestaltung. In der Konsequenz benötigten Landwirte zum wirtschaftlichen Überleben 2000 bis 3000 Mastschweine. Püttker: „Ich verstehe den Ärger des Spangenberger Halters sehr.“

Von Lorenz Grugel

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