Sensation in der Region

Schwalm-Eder-Kreis: Biber nach 300 Jahren wieder heimisch

+
Ziemlich großes Nagetier: Der Europäische Biber kann etwa 18 Kilogramm schwer werden. Er lebt bevorzugt in und an Flüssen - er ist ein sehr guter Schwimmer. Weil der Biber früher in Europa wegen seines Fells, aber auch wegen seines Fleisches, verstärkt gejagt wurde, war er lange Zeit fast nicht mehr in Deutschland zu sehen.

Malsfeld/Wabern. In Malsfeld hat sich mindestens ein Biber niedergelassen. Die Fraßspuren seien eindeutig, sagt Christian-Peter Foet, Melsungens Forstamtsleiter.

Außerdem sei in Wabern an der Schwalm ein Biber daheim.

Die steigenden Populationszahlen in der Region seien eine Sensation heißt es von den Naturschutzverbänden Nabu und Bund. Der Biber galt in Deutschland seit 300 Jahren als weitgehend ausgestorben - lediglich einige Tiere entlang der Elbe habe es zuletzt noch gegeben.

Lesen Sie auch:

-Erstmals seit 100 Jahren: Biber bei Hann. Münden entdeckt

-Sensation nach 300 Jahren: Es gibt wieder Biber in Kassel

Der Biber steht unter strengem Naturschutz. Laut Foet wird der Bestand auf mittlerweile etwa 2000 Paare geschätzt. In den 80er-Jahren waren im südwestlichen Deutschland - vornehmlich im Spessart Biber ausgesetzt worden. Seit dem erhole sich die Zahl der großen Nagetiere, sagt Foet.

Bereits im Frühjahr 2014 waren in Morschen Biberspuren entdeckt worden, leider hätten sich die Tiere aber nicht niedergelassen, sagt Foet. Eventuell handele es sich beim Malsfelder Biber aber um denselben. Da Biber meist als Paar und monogam lebten, sei davon auszugehen, dass sich in Malsfeld zwei Biber niedergelassen haben.

Auch wenn der Biber im Ruf stehe, die Landschaft nach seinen Bedürfnissen umzugestalten und mit seinen Dämmen landwirtschaftliche Flächen zu überfluten, könnten sich die Landwirte in der Region zurücklehnen, erklärt Foet. Biber neigten bei tiefen Flüssen nicht dazu, Dämme zu bauen. Die Fulda sei ein vergleichsweiser tiefer Fluss. Seiner Einschätzung nach seien Bedenken also unbegründet.

Weitere Spuren des fleißigen Baumeisters würden die Menschen aber sicherlich zu sehen bekommen. Bis zu 50 Zentimeter dicke Bäume fällt ein Biber über Nacht. Von den Ästen und Blättern der Kronen ernähren sich die reinen Pflanzenfresser. Biber halten keinen Winterschlaf.

Von Damai D. Dewert

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.