Bäume stürzten auf Straßen

Viel Schnee im Schwalm-Eder-Kreis: Straßenmeistereien im Dauereinsatz

Eine Schneedecke über der Region: Die Luftaufnahme zeigt die Bahnstrecke bei Treysa und das Schwälmer Land in weißer Winterlandschaft. Der Schnee sorgte für Störungen im Schienen- und Straßenverkehr.
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Eine Schneedecke über der Region: Die Luftaufnahme zeigt die Bahnstrecke bei Treysa und das Schwälmer Land in weißer Winterlandschaft. Der Schnee sorgte für Störungen im Schienen- und Straßenverkehr.

Örtlich teilweise starker Schneefall hat den Landkreis in ein Winterwunderland verwandelt. Während sich viele Einwohner darüber freuten, waren die Straßenmeistereien im Dauereinsatz.

Den Straßenmeistereien und den Einwohnern, die größtenteils die Autos stehen ließen, ist es zu verdanken, dass die Polizeistationen in Fritzlar und Homberg am Sonntag keine Unfälle wegen glatter Straßen oder starkem Schneefall verzeichneten.

Helmut Richter, Leiter der Straßenmeisterei in Gudensberg berichtet, dass seine Mitarbeiter seit Samstag auf rund 350 Kilometern Bundes, Land- und Kreisstraßen Salz streuen und die Fahrbahn mit dem Schneepflug freiräumen. „Dadurch, dass es weiterhin schneit, sind wir rund um die Uhr im Einsatz.“ Die Leute ließen die Autos aber größtenteils stehen.

Schnee im Schwalm-Eder-Kreis: Straßenmeisterei Gudensberg

„Für die, die fahren müssen, halten wir die Fahrbahn offen.“ Die wenigen Verkehrsteilnehmer würden jedoch vorsichtig fahren. Winterreifen seien bei diesem Wetter unabdingbar, um sicher unterwegs zu sein. Umgestürzte Bäume gibt es, Stand Sonntag, nicht. „Das kann aber noch kommen, wenn der Schnee schmilzt und schwerer wird“, so Richter.

Hatten Spaß im Schnee: Einen Ausflug mit Schlitten machten am Sonntag von links Merle, Mia, Emily, mit hinten Diana und Tobias Kurschat auf dem Eckerich in Fritzlar.

Schnee im Schwalm-Eder-Kreis: Keine dramatische Wetterlage laut Hessen Mobil

Es komme gut was runter, sagte am Sonntag Marco Lingemann, Sprecher von Hessen Mobil. Die Behörde ist unter anderem zuständig für die vier Straßenmeistereien im Landkreis in Schwalmstadt, Gudensberg, Borken und Melsungen. Trotz des vielen Schnees, sei es noch keine dramatische Wetterlage.

Die Mitarbeiter der Meistereien seien im Dauereinsatz. Je Meisterei seien das sechs Fahrzeuge. Die Fahrer räumen von 2 bis 22 Uhr Bundes-, Landes- und Kreisstraßen – bei dem Schneefall teils rund um die Uhr. Besondere Priorität hätten dabei die Erreichbarkeit von Krankenhäusern, medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen. Es werde darauf geachtet, dass es Ort im Landkreis eine Zufahrt habe.

Schnee im Schwalm-Eder-Kreis: Straßenmeisterei Schwalmstadt

Die Straßenmeisterei in Schwalmstadt ist seit Samstag im Dauereinsatz gewesen. „Wir räumen seit 18 Uhr die Straßen frei.“ Der Einsatz werde sich voraussichtlich noch bis Montagmorgen ziehen. Wegen eines umgestürzten Baumes musste die Landesstraße 3152 bei Großropperhausen zeitweise gesperrt werden.

Insbesondere Eisregen mache den Straßenmeistereien und Bauhöfen zu schaffen. Das sagt auch Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Liebermann. Die Mitarbeiter des Schwarzenbörner Bauhofes waren seit Sonntag, 5 Uhr, auf den Straßen rund ums Knüllköpfchen unterwegs. Wegen starker Schneeverwehungen mussten dort auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Samstagabend ausrücken, um einen auf eine Straße gestürzten Baum wegzuräumen, sagt Liebermann.

Schnee im Schwalm-Eder-Kreis: Kaum Autos auf dem Knüllköpfchen

Am Sonntag blieben die Menschen dem Knüllköpfchen aber weitestgehend fern. „Es sind nur ganz wenige Autos hier oben“, sagt er. Wegen des Eisregens sei es ohnehin zu gefährlich auf das Knüllköpfchen zu fahren.

Christian Rinnert von der Feuerwehr in Bad Zwesten berichtet, dass die Schneedecke im Kurort am Sonntagnachmittag rund zehn Zentimeter dick ist. „Es ist alles normal, es gibt kein Chaos und wir hatten bisher auch keine wetterbedingten Einsätze“, sagt Rinnert.

Schnee im Schwalm-Eder-Kreis: Regionalverkehr des NVV kam zum Erliegen

Der Regionalverkehr kam am Sonntag zum Erliegen. Das teilte Sabine Herms, Sprecherin des Nordhessischen Verkehsverbundes (NVV) auf Nachfrage am Sonntagmittag mit. Der Verkehr wurde laut Herms um 7 Uhr eingestellt. Die Fahrgäste, die zu diesem Zeitpunkt in Zügen saßen, wurden mit Taxis im Notverkehr weggebracht. Die DB Netz hat als Streckenbetreiber die Linien gesperrt.

Einiges zu tun für die Feuerwehren im Altkreis Melsungen

Zwischen Weidelbach und Bischofferode war die Kreisstraße zeitweise wegen Schneeverwehungen gesperrt. Ein Schneepflug kam nicht durch. Die extremen Witterungsverhältnisse am späten Samstagabend und auch am Sonntag brachten für die Feuerwehren einige Einsätze. Die Straßen waren nur sehr eingeschränkt, manche auch nicht, befahrbar. Die Feuerwehren aus Günsterode rückten um 8 Uhr zum ersten umgestürzten Baum aus. Der lag zwischen Günsterode und Hessisch Lichtenau. Die Anfahrt machte dabei einige Probleme. Glücklicherweise war der Baum nicht auf die Starkstromleitung, sondern auf die Telefonleitung gestürzt. Kurz danach mussten die Feuerwehrleute nach Obermelsungen. Dort war eine etwa 18 Meter hohe Fichte umgefallen und versperrte die gesamte Straße, die total vereist war.

Bei Obermelsungen musste die Feuerwehr einen Baum zersägen, der auf die Straße gefallen war.

Dort mussten die Feuerwehrleute, da ihre Einsatzfahrzeuge auf der vereisten Straße nicht durchkamen, Kettensägen und weiteres benötigtes Material zu Fuß vom Ortsausgang Obermelsungen bis zu der Einsatzstelle am oberen Teil des Berges tragen, um die Fichte zu zersägen.

Polizei sucht Zeugen eines Unfalls

Wegen eines Glatteisunfalls sucht die Polizei Hinweise auf einen Lastwagen. Der soll in Felsberg an der Liegnitzer Straße am Samstag zwischen 20 und 21 Uhr beim Abbiegen in die Elbinger Straße eine Mauer beschädigt haben. Eine Zeugin hatte einen Knall gehört. Schaden: 350 Euro.
Hinweise: Tel. 05661/70890

(Von Linett Hanert, Christina Zapf und Damai D. Dewert)

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