Mehr Frauen betroffen

Zahl der Corona-Infizierten im Schwalm-Eder-Kreis rückläufig

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Die Zahl der Neuinfektionen im Schwalm-Eder-Kreis sinkt: Zahlen und Fakten zur Coronakrise aus dem Landkreis. Auffällig ist, dass entgegen des Bundesschnitts mehr Frauen positiv getestet wurden. Das Bild zeigt ein Hinweisschild am Klinikum Kassel.

Die Zahl der Corona-Infizierten im Schwalm-Eder-Kreis ist rückläufig. Wir haben alle wichtigen Zahlen rund um das Virus zusammengestellt.

90, das ist für die kommenden Wochen die entscheidende Zahl für den Schwalm-Eder-Kreis. Sollte die Zahl der addierten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage über 90 steigen, „sind wir als zuständiger Landkreis verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu verfügen beziehungsweise zu erlassen, um die Infektionsrate wieder zu mindern“, sagt Landrat Winfried Becker.

Aktuell liege diese Zahl bei 21. Die Zahl der aktuell Infizierten hingegen liegt bei 67. Die Zahl der addierten Neuinfektionen darf nicht über 50 je 100 000 Einwohner steigen. Da der Landkreis 180 000 Einwohner hat, liegt die Höchstgrenze bei 90. 

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Keine Region mit auffällig hohen Infektionszahlen

Aktuell gebe es im Landkreis keine Region mit auffällig hohen Infektionszahlen: „Die Zahlen der aktuell als infiziert geltenden Patienten liegen auf die einzelnen Kommunen heruntergebrochen auf eher niedrigerem Niveau“, sagt Becker weiter. Zu Beginn der Pandemie, ab dem 12. März, waren im Südkreis in größerer Anzahl Infektionen zu verzeichnen. Dies war auf Reiserückkehrer aus betroffenen Skigebieten zurückzuführen sowie das Kneipenfest in Schwalmstadt-Treysa. Weitere Steigerungen gab es zu Beginn des Aprils dort, wo es in Altenheimen zu Infektionen gekommen sei. 

Aktuell gibt es zwei Flüchtlingsunterkünften im Landkreis mit mehreren Infizierten. Bund und Land geben über Erlasse und Verordnungen die aktuellen Regeln vor. Erst am Freitagmittag wurde die inzwischen 10. Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus auf der Homepage des Landes Hessen öffentlich gemacht. Diese tritt bereits am heutigen Samstag in Kraft. 

Nach erster Lesung ergäben sich für den Landkreis noch zahlreiche Fragen zur Auslegung verschiedener Sachverhalte, sagt Becker. „Aus unserer Sicht ist es misslich, dass die Umsetzungsfristen so knapp sind, und erneut Änderungen direkt zum Wochenende in Kraft treten. Wir würden uns mehr Vorlauf wünschen. Die Situation trägt nun leider wieder zur Verunsicherung der Menschen bei, ist durch uns aber nicht zu beeinflussen“, kritisiert Winfried Becker.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Frauen häufiger von Corona-Erkrankung betroffen

493 Menschen haben sich im Schwalm-Eder-Kreis bisher mit Covid-19 infiziert. 33 Menschen sind an den Folgen der Viruserkrankung gestorben.

Damit die Zahlen an Aussagekraft gewinnen, haben wir mit dem Landkreis verschiedene Differenzierungen vorgenommen. So sind unter den absolut Erkrankten 216 Personen männlich und 277 weiblich (alle Zahlen, Stand 8. Mai). Das ist insofern ungewöhnlich, dass sonst mehr Männer betroffen sind.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Altersgruppen

Die Infizierten verteilen sich folgendermaßen auf die vom Landkreis erfassten Altersgruppen: bis 4 Jahre: 3 Infektionsfälle und bei den Kindern und Jugendlichen 7 Infektionsfälle.

Vergleichsweise viele Fälle gibt es in der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen: 100 Infektionsfälle. Die meisten Fälle gibt es nicht etwa bei den Senioren, sondern in der Gruppe der 35- bis 59-Jährigen: 204 Infektionsfälle Bei den bis 79-Jähtigen sind es 92 Infektionsfälle. Und in der Gruppe der über 80-Jährigen waren 87 erkrankt (siehe Grafik).

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Kreisteile

So verteilen sich die Fälle auf die Kreisteile. Altkreis Fritzlar-Homberg: insgesamt 216 Infektionsfälle – aktuell 22 Erkrankte. Altkreis Melsungen: 82 Infektionsfälle – davon aktuell 27 Erkrankte. Altkreis Ziegenhain: 195 Infektionsfälle – davon aktuell 18 Erkrankte – siehe Grafik.

Der Landkreis veröffentlicht keine auf die Kommunen heruntergebrochenen Zahlen.Zur Begründung heißt es: „Das tun wir deshalb nicht, um in den Kommunen, wo die bisher registrierten Infektionszahlen gering sind, keine persönliche Zuordnung zu ermöglichen. Bei diesen Zahlen handelt es sich trotz der Anonymisierung um sensible Gesundheitsdaten, die einem besonderen Datenschutz unterliegen.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Krankheitsverläufe

Im Zeitraum von Anfang April bis heute sind im Durchschnitt maximal zwei Patienten auf Intensivstationen behandelt und beatmet worden. Der Tageshöchstwert in diesem Zeitraum lag an einem Tag, Mitte April, bei drei Beatmungsfällen auf Intensivstationen. Auf Intensivstationen wurden im selben Zeitraum ohne Beatmung maximal sieben Patienten behandelt, die zu den Beatmungspatienten hinzugezählt werden müssen.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Vorerkrankungen

Zu den Risikogruppen in Bezug auf das Coronavirus zählen grundsätzlich: ältere Menschen, Raucher und Menschen mit folgenden Vorerkrankungen: koronare Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Asthma, chronische Bronchitis, chronische Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Krebs sowie ein geschwächtes Immunsystem. Welche dieser Vorerkrankungen bei den Patienten aus dem Landkreis jeweils vorlagen, entzieht sich der Kenntnis des Landkreises.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Kurvenverlauf

Der Kurvenverlauf der Infektionsfälle ist aktuell flach und auf niedrigem Niveau einzustufen.

In einer grafischen Darstellung lassen sich Zeiträume identifizieren, in denen es stärkere Steigerungen gab. Am 2. April gab es im Landkreis gegenüber dem Vortag mit 40 Neuinfektionen den stärksten Anstieg zu verzeichnen.

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