Schwalm-Eder: Spektakel am Mittagshimmel

Partielle Sonnenfinsternis ist auch im Schwalm-Eder-Kreis zu sehen

So blickten 2015 Schüler und Lehrer der Fritzlarer Schule an den Türmen gen Himmel: Solche Massenbeobachtungen der Sonnenfinsternis sind diesmal allein wegen der Coronaregeln nicht möglich. Spektakulär verspricht der Blick aber dennoch zu werden – allerdings gilt: nur mit Schutzbrille die Sofi betrachten. Archiv
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So blickten 2015 Schüler und Lehrer der Fritzlarer Schule an den Türmen gen Himmel: Solche Massenbeobachtungen der Sonnenfinsternis sind diesmal allein wegen der Coronaregeln nicht möglich. Spektakulär verspricht der Blick aber dennoch zu werden – allerdings gilt: nur mit Schutzbrille die Sofi betrachten. Archiv

Am Donnerstagmittag wird der Mond die Sonne teilweise verdecken. Das ist auch im Schwalm-Eder-Kreis zu sehen. Beim Beobachten des Spektakels, sollten Schutzbrillen getragen werden.

Schwalm-Eder – Wäre die Sonne eine Uhr, würde sich der Mond bei 13 Uhr vor die Sonne schieben und bei 11 Uhr die Sicht auf die Sonne wieder freigeben. So erklärt Gerhard Krug, ehemaliger stellvertretender Schulleiter der Integrierten Gesamtschule Guxhagen und Mitgründer der Sternwarte in Gudensberg, den Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis morgen Mittag. „Es sieht dann so aus, als habe jemand ein Stück der Sonne abgebissen.“ Doch er warnt: „Beobachter sollten sich das Spektakel auf keinen Fall ohne Augenschutz direkt anschauen“, sagt er, „die Augen können dauerhaft geschädigt werden.“

Noch schlimmer sei, sich das Naturschauspiel mit optischen Geräten wie Ferngläsern oder Teleskopen ohne einen ausreichenden Sonnenfilter anzusehen. „Das ist tödlich für die Augen“, sagt Krug. Stattdessen sollten Beobachter spezielle Sonnenfinsternisbrillen aufsetzen. Handelsübliche Sonnenbrillen seien nicht geeignet, um das grelle Sonnenlicht ausreichend zu dimmen.

Partielle Sonnenfinsternis 2015.

Sonnenfinsternisbrillen sind jedoch zurzeit nur schwierig zu bekommen: Sternwarten bieten diese normalerweise an. Sie sind aber noch wegen Corona geschlossen. Auch die befragten Optiker im Landkreis – Heini Weber in Melsungen, Augenoptik Wolfgang Neunes in Spangenberg und die Brillenschmiede Kleinert in Guxhagen – bieten für die partielle Sonnenfinsternis keine Sonnenfinsternisbrillen an.

„Das lohnt sich nicht“, sagt eine Mitarbeiterin der Brillenschmiede Kleinert. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es bei solchen Ereignissen keine Nachfrage gibt.“ Das sieht auch der Spangenberger Optiker Wolfgang Neunes so. „Vielleicht finde ich noch eine von der vergangenen Sonnenfinsternis im Lager“, sagt er, „aber nur für eine partielle Sonnenfinsternis haben wir keine Schutzbrillen vorrätig.“

Hobbyastrologe Gerhard Krug.

Es lässt sich zwar auch ein Sonnenlichtschutz mit Notfallfolie aus Erste-Hilfe-Koffern basteln, wenn diese in mindestens fünf Schichten übereinandergelegt wird, sagt Krug. Für Laien sei das aber nicht zu empfehlen. „Die müssen ordentlich verklebt werden, damit sie richtig schützen“, sagt der ehemalige Guxhagener Lehrer. Auch vor rußgeschwärzten Gläsern rät er ab. „Die Menge Ruß, die für einen ausreichenden Schutz benötigt wird, wird oft unterschätzt.“

Wer jedoch den nötigen Augenschutz hat, braucht nur noch das passende Wetter. Das heißt: „Wenig Wolken“, sagt der Homberger Volker Karger, dessen Teleskope schon bereitstehen. Durch sie wird er am Donnerstagmittag mit ein paar Gästen von der Dachterrasse des Piazza an der Ziegenhainer Straße in Homberg zu Sonne und Mond blicken.

Auch 2015, als zuletzt eine solche Sonnenfinsternis vom Schwalm-Eder-Kreis aus zu sehen war, betrachtete er das Naturschauspiel – damals vom Burgberg in Homberg, „Es soll schön werden“, sagt Karger nach einem Blick auf die Wetteraussichten. Dann stehe einem guten Blick auf die Sonnenfinsternis nichts mehr im Weg. (Von Fabian Becker)

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