Coronavirus

Sicher durch die Krise: Melsunger Fleischerei hat Warenbestände angelegt

Laufen richtig gut: Haltbare Produkte wie Wurst in Gläsern ist in der Krise beliebt. Fleischer Rolf Schott stel lt Leberwurst im Glas zum Einkochen in den Autoklaven. Fotos: Fleischerei Willi Ross

Melsungen – Trotz der Corona-Krise lieferfähig bleiben: Das war ein Ziel der Fleischerei Willi Ross in Melsungen. Einer, der dafür sorgt, ist Rolf Schott.

 Der 56-Jährige ist der Schwiegersohn des Firmenchefs und Ex-Bankvorstand. „Wir haben uns damals viel mit verschiedenen Entwicklungen beschäftigt und wie man als Bank handlungsfähig bleibt“, sagt Schott. Einiges von diesem Wissen habe er jetzt anwenden können.

„Wir haben uns vor einigen Wochen wegen der Coronakrise in der Familie besprochen und sind Szenarien durchgegangen.“ Das wichtigste Ergebnis sei gewesen, die Produktion immer für mindestens drei Monate im Voraus sicherstellen zu können, sagt Schott. Dazu wurden früh alle notwendigen Produkte eingekauft – zum Teil wurden die Zutaten und anderen produktionsrelevanten Produkte direkt bei den Händlern abgeholt, um sicherzustellen, dass die Ware auch wirklich ankommt.

Kundenzahl ist begrenzt: Bianca Schott zeigt die Hinweistafel für die Kunden vor der Tür. So werden Kunden und Mitarbeiter geschützt.

Bei den Waren sei man vor allem auf die gegangen, die derzeit nachgefragt würden, sagt Schott.

Es gebe einen ordentlichen Warenumschlag bei haltbaren Produkten. „Wir spüren deutlich, dass in unserem Onlineshop haltbare Produkte gekauft werden und Produkte, die eingefroren werden können.“ Es habe auch einige Großbestellungen gegeben. „Das mussten wir reglementieren. Es gibt alle Waren nur in haushaltsüblichen Mengen. Wir wollen, dass sich viele Kunden bevorraten können und nicht nur wenige.“

Zu den Waren, die die Fleischerei im eigenen Lager vorhält, gehören unter anderem Naturgewürze, Kochsalz, Zucker, Knoblauch, Därme, Rauchspäne und Gläser. Die verderblichen Produkte werden luftdicht gelagert.

Für Kunden empfiehlt er Produkte im Glas. Und natürlich Ahle Würschte. Bei richtiger Lagerung – kühl und trocken – seien die locker sechs bis zwölf Monate haltbar.

Die Situation erinnere ihn an Erzählungen seiner Oma. Er bemerke auch, dass gerade die ältere Generation professionell einkaufe und vor allem Sachen nachfrage, die lange haltbar seien. Zum Beispiel werde viel Eingemachtes eingekauft, dazu Schinken, Griebenschmalz und eben Ahle Wurst.

Lange haltbar: Bärbel Ross mit einer Ahlen Wurscht im Fettende-Darm. Der Vorteil ist, sie sind besonders lange haltbar –bei guter Lagerung bis zu 12 Monate.

„Wir sehen es nicht nur als Option, das eigene Auskommen zu sichern, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe, langfristig Lebensmittel anbieten zu können. So mildern wir die Krise ab“, sagt Schott. Nochmals verschärft hätten sie die Hygienevorschriften und den Kundenverkehr.

Alle Lieferanten müssen Abstand halten. In die Produktion darf niemand von außen kommen. Auf dem Boden sind Abstandsmarker aufgezeichnet. Ein Schild am Eingang weist daraufhin, einzeln einzutreten. Nur eine begrenzte Anzahl von Kunden darf in den Laden. Das war auch schon vor den Verschärfungen so. Außerdem gibt es ein Desinfektionsmittel. Ware wird für eingeschränkte Personen auch mal vor deren Türe abgestellt.

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