Schwalm-Eder-Kreis

Verstöße gegen Corona-Auflagen, Brände und Widerstand gegen Beamte: Polizei zieht Silvester-Bilanz

Raketen  Feuerwerk   Melsungen
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Seltenheitswert: In der Silvesternacht wurden nur wenige Raketen gezündet. Verstöße gegen das Feuerwerksverbot hat es laut Polizei nicht gegeben. Das Bild entstand am 1. Januar 2020 in Melsungen.

Ausgangssperre und vielerorts Feuerwerks-Verbot: Im Corona-Jahr musste die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis viele neue Regeln an Silvester durchsetzen.

Schwalm-Eder – Ein sehr ruhiges Silvester: So lautet die Bilanz der vier Polizeistationen in Schwalmstadt, Fritzlar, Homberg und Melsungen. Im Landkreis Schwalm-Eder gilt wegen Corona noch bis Dienstag 21 Uhr eine Ausgangssperre. Der Landkreis gab am Montag bekannt sie ab dann aufzuheben. An Silvester bestand ein Feuerwerksverbot im öffentlichen Raum.

Jeder Verstoß gegen die Ausgangssperre wird mit 200 Euro geahndet. Eine Bußgeldabteilung beim Gesundheitsamt bearbeitet diese Anzeigen. Auch wenn es ein insgesamt sehr ruhiger Jahreswechsel war, für die Polizei und die Mitarbeiter der Ordnungsämter gab es dennoch einiges zu tun. Das war in den Polizeistationen los.

Die Silvesternacht in Schwalmstadt

In der Silvesternacht selbst verzeichnete die Polizei in der größten Stadt des Landkreises keine Verstöße gegen die Ausgangssperre und das Feuerwerksverbot. Laut Polizei wurde ein Brand gemeldet, der sich aber als Lagerfeuer entpuppte. Eine Anzeige gab es wegen Sachbeschädigung und einige kleinere wegen nächtlicher Ruhestörung. Die Schwälmer hätten sich in der Silvesternacht vorbildlich verhalten, heißt es von der Polizei. Vor allem wurden keine schlimmeren Verletzungen im Zusammenhang mit dem Abbrennen von Feuerwerk gemeldet. Deutlich aktiver waren die Schwälmer aber vor und nach der Silvesternacht. In der Nacht auf den 31. Dezember gab es acht Verstöße und in der Nacht auf Sonntag fünf. In einem Fall kam es zu Widerstand gegen die Beamten, die aber unverletzt blieben.

Einige Corona-Verstöße in Fritzlar

36 Kontrollen und zwölf Verstöße gegen die Ausgangssperre lautet die Bilanz der Fritzlarer Polizei für das Neujahrswochenende. Außergewöhnliche Vorkommnisse wurden nicht gemeldet auch keine schwereren Verletzungen durch Feuerwerk. An den teils lauten Explosionen war aber zu vernehmen, dass vereinzelt auch Böller – wahrscheinlich solche ohne Zulassung – gezündet wurden. Die Fritzlarer Polizei appelliert an alle Einwohner, sich an das Ausgehverbot zu halten. Die Beamten haben in den vergangenen Tagen mancherlei Ausrede gehört und in der Station sind viele Fragen eingegangen – zum Beispiel, ob man der Großmutter mit Kopfschmerzen mal eben Tabletten bringen dürfe oder mit dem Hund die Autobahn hoch und runter fahren, um dem Tier die Knallerei zu ersparen.

In Homberg brennt an Silvester eine Gartenhütte: Polizei ermittelt

In Homberg brannte am Wochenende eine Gartenhütte ab. Ob Feuerwerk ursächlich ist, ermittelt aktuell die Kriminalpolizei. Es gab wenige Beschwerden wegen Ruhestörung und einen Verstoß gegen das Ausgehverbot. Das kontrollierende Ordnungsamt forderte in der Silvesternacht Hilfe bei der Polizei an, da sich mehrere junge Leute nicht ausweisen wollten. Als die Polizei am Marktplatz, dem Ort des Geschehens eintraf, gaben diese allerdings Fersengeld. Die von der Polizei kontrollierten Fahrer konnten alle triftige Gründe für ihre nächtlichen Touren angeben.

Kurz nach Eintreten der Ausgangssperre kontrollierten die Beamten am Silvesterabend mehrere junge Leute am Homberger Busbahnhof. Diese konnten keinen triftigen Grund nennen und einer der jungen Leute hatte auch noch Drogen dabei und wird sich daher mit einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auseinandersetzen müssen. Auch die Homberger Polizisten erlebten selten so eine ruhige Silvesternacht. Wie wenig geböllert wurde, sah man gut an dem wenigen Müll, der tags darauf umherlag.

Mehrere Versammlungen trotz Corona in Melsungen

Etwas mehr zu tun hatten die Melsunger Polizeibeamten. Drei Verstöße mit sieben Personen verzeichneten die Beamten in Felsberg, Melsungen und Spangenberg. In der Nacht auf den 31. Dezember waren es noch mal vier Verstöße, so auch am 2. Januar. Die gute Nachricht auch aus Melsungen: keine schweren Verletzten wegen des Abfeuerns von Böllern und Raketen. Es wurde deutlich weniger gezündet und das von Privatgrundstücken. Das Ordnungsamt war ebenfalls in der Silvesternacht unterwegs. Es habe ein paar Ermahnungen gegeben und zwei Anzeigen wegen Verstößen, berichtet Markus Grziwa. (Damai D. Dewert)

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