Verdacht auf schwere Straftat

U-Haft: 20-Jähriger aus Spangenberg soll rechten Anschlag geplant haben

Ein 20-Jähriger aus Spangenberg soll eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet haben. Er sitzt seit dem 17. September in Untersuchungshaft. 
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Ein 20-Jähriger aus Spangenberg soll eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet haben. Er sitzt seit dem 17. September in Untersuchungshaft. 

Ein 20-Jähriger aus Spangenberg soll eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet haben. Er sitzt seit dem 17. September in Untersuchungshaft.

Spangenberg – Das bestätigte am Donnerstag Oberstaatsanwältin Nadja Niesen aus Frankfurt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft sei bei Ermittlungen zu einem Verstoß gegen den Paragrafen 89a zuständig.

Bei dem 20-jährigen Auszubildenden wurden nach Angaben von Nadja Niesen 600 Kleinsprengkörper und Dokumente gefunden, die auf eine rechte Gesinnung beziehungsweise einen rechtsradikalen Hintergrund schließen lassen.

Festnahme wegen Waffenbesitz

Es lägen ihr keine Erkenntnisse dazu vor, ob bei dem Tatverdächtigen weitere Waffen gefunden worden waren. Eine schwere staatsgefährdende Straftat ist eine Tat gegen das Leben, gegen die persönliche Freiheit oder eine Straftat, die geeignet ist, die Sicherheit eines Staates zu gefährden.

Hintergrund der Festnahme und der Ermittlungen sei der Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Waffengesetz gewesen. Die Ermittlungen dazu lagen bei der Kasseler Staatsanwaltschaft. Diese habe am 16. September die Wohnung des 20-Jährigen in Spangenberg durchsuchen lassen, berichtet Niesen. Bei dieser Razzia fand man dann die Kleinsprengkörper und die Dokumente.

Die Kasseler Staatsanwaltschaft sei vom hessischen Landesamt für Verfassungsschutz auf den 20-Jährigen und dessen Planungen aufmerksam gemacht worden, berichtet Dr. Stephan Schwirzer, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel auf Nachfrage.

Chatverläufe ausgewertet

Der Verfassungsschutz habe demnach Chatverläufe des 20-Jährigen ausgewertet. In diesen habe er sich in englischer Sprache über das Herstellen von Waffen ausgetauscht.

Es sei, so Schwirzer, darum gegangen mit einem 3-D-Drucker Waffen herzustellen. Sollte dies nicht gelingen, wollte sich der 20-Jährige Weapons (engl. für Waffen) beschaffen.

Aufgrund der Chats habe der Verfassungsschutz den Verdacht gehabt, der 20-Jährige habe eine rechtsgerichtete Gesinnung und verfolge das Ziel, die Waffen auch einzusetzen, mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. „Wir mussten davon ausgehen, dass der Verdächtige die Waffen perspektivisch auch einsetzen würde“, sagt Schwirzer.

Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden

Die Zuständigkeit sei dann an die Staatsanwaltschaft Frankfurt übergegangen. Gegen den Tatverdächtigen wurde Untersuchungshaft angeordnet. Demnach bestand Flucht- oder Verdunkelungsgefahr.

Bei der Razzia wurden laut Hessenschau auch sechs Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) gefunden. Als USBV werden zum Beispiel Rohrbomben, Brief- und Paketbomben bezeichnet.

Die Ermittlungen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft dauern an – wie lange noch sei offen, sagt Niesen. (Damai D. Dewert)

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