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Andreas Rehm ist ab dem 2. April Bürgermeister von Spangenberg

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Von: Barbara Kamisli

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Unterstützen den neuen Bürgermeister Andreas Rehm: von links Lebensgefährtin Anja Lange, Sohn André Rehm und die Tochter seiner Lebensgefährtin Giuliana Lange.
Unterstützen den neuen Bürgermeister Andreas Rehm: von links Lebensgefährtin Anja Lange, Sohn André Rehm und die Tochter seiner Lebensgefährtin Giuliana Lange. © Barbara Kamisli

Andreas Rehm ist ab dem 2. April Spangenbergs neuer Bürgermeister. Sein Vorgänger Peter Tigges wurde in Ruhestand verabschiedet.

Spangenberg – Eigentlich hätte man das obligatorische Interview nach 100 Tagen im Amt, schon am Donnerstag mit Andreas Rehm führen können. Denn der Nachfolger von Peter Tigges (CDU) hat seit seiner Wahl viel Zeit im Rathaus, auf Terminen und Sitzungen verbracht.

Am 2. April jedoch ende sein unbezahltes Praktikum in der Verwaltung, sagt Andreas Rehm scherzhaft. Dann ist er offiziell Bürgermeister der Stadt Spangenberg.

Er sei sehr dankbar, dass er in den vergangenen sechs Monaten von der Kompetenz und Erfahrung des ehemaligen Bürgermeisters Peter Tigges und Büroleiter Jörg Schanze habe profitieren können.

Auch den Wählern dankte er für den Vertrauensvorschuss. Der parteilose Rehm erhielt von allen Bewerbern um das Amt im ersten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen.

Bürgermeisterwahl: Nicht mit dem Ergebnis gerechnet

Ein Ergebnis, mit dem die wenigsten – auch er selbst nicht – gerechnet hätten. „Mein Motto im Wahlkampf war, packen wir es an“, sagte Rehm. Und das werde auch sein Programm für die kommenden Jahre bleiben.

Das finanzielle Engagement für die Kitas und das Feuerwehrhaus, die Kernstadt mit ihrem denkmalgeschützten Fachwerkensemble, die Stadtteile, Wald, Mobilität und Digitalisierung. Zu tun gebe es genug und das Wichtigste sei es, die Spangenberger bei den Entscheidungen mitzunehmen. „Ohne die Spangenberger geht es nicht.“

Das war auch einer der Ratschläge, den die Ehrengäste – gekommen waren Regierungspräsident Mark Weinmeister, Landrat Winfried Becker sowie Körles Bürgermeister Mario Gerhold und Frank Grunewald als Vertreter des Städte- und Gemeindebundes – dem Amtsinhaber mit auf den Weg gaben.

Schweigeminute für die Menschen in der Ukraine

Stadtverordnetenvorsteher Dieter Beckmann sagte, das Parlament sei bereit für die Zusammenarbeit mit Andreas Rehm. „Wenn du das Engagement beibehältst, dass du im Wahlkampf an den Tag gelegt hast, dann ist mir um Spangenberg nicht bange“, betonte er.

Neben launigen Reden gab es bei der Amtsübergabe auch ernste Töne. Zu Beginn der Sitzung hatte Dieter Beckmann zu einer Schweigeminute für die Menschen in der Ukraine aufgerufen. Der neue Bürgermeister Andreas Rehm hatte zudem – ebenso wie Peter Tigges – in seiner Rede betont, dass in Spangenberg keinen Platz für Extremismus, Radikalismus und Diskriminierung – egal welcher Art – sei.

Kein Platz für Extremismus, Radikalismus und Diskriminierung

Er nahm damit Bezug auf den jungen Spangenberger, der unter Terrorverdacht steht und seit September in Untersuchungshaft sitzt. Dafür gab es zustimmenden Applaus der Gäste.

„Wir haben aus diesem Grund mit Vertretern des Kreises, der Kirche und aus dem sozialen Bereich einen runden Tisch gebildet.“ Es soll ausgelotet werden, wie solchen Entwicklungen zuvorzukommen sei.

Er wünsche sich zudem, dass alle politischen Vertreter eine Erklärung verfassen. Das sei gerade in der aktuellen Situation ein deutliches Zeichen der kommunalen Politik. „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass Menschen unabhängig von ihrer Herkunft sicher in Spangenberg Leben können“, sagte Rehm.

Verabschiedung von Peter Tigges: Ehemaliger Bürgermeister ist jetzt im Ruhestand

Ein Stück Heimat sei sein Büro im Rathaus über die Jahre geworden, sagte der scheidende Bürgermeister Peter Tigges bei seiner Verabschiedung am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Pfieffe.

Deshalb fand er es auch „Weltklasse“, dass er das Bild aus seinem Amtszimmer zum Abschied geschenkt bekam. Es zeigt eine Stadtansicht, die der bekannte Spangenberger Maler Horst Knobel gemalt hat, dessen Arbeiten Tigges sehr schätzt.

Er hätte nicht gedacht, dass er 18 Jahre im Amt bleiben würde. Viele schöne Erinnerungen werden bleiben, sagte der 59-Jährige. „Aber ich gebe zu, dass es Momente gab, in denen ich aufgeben wollte.“ Denn Rettungsschirm, Flüchtlingskrise 2015 und der Terrorverdächtige seien Ereignisse, die ihm persönlich zu schaffen gemacht haben.

Tigges: Familie und Freunde unterstützten ihn

Neben den vielen politischen Weggefährten, seinen Kollegen bei der Stadt und allen, die sich ehrenamtlich für Spangenberg engagieren, sei er vorallem seiner Familie und seinen Freunden dankbar. Auch wenn er oft wenig Zeit hatte, hätten sie ihn unterstützt und gestärkt.

An die viele freie Zeit werde er sich wohl erst mal gewöhnen müssen, sagt Tigges. Und auch daran, die Geschicke Spangenbergs nicht mehr mitzugestalten. „Sieh es mir nach Jörg, wenn ich ab zu noch mal in deinem Büro stehe und um einen Kaffee bettle“, sagte Tigges an seinen Büroleiter Jörg Schanze gewandt. Er gehe aber beruhigt, weil er mit Andreas Rehm als Nachfolger ein gutes Gefühl habe.

War sichtlich überrascht: Peter Tigges freute sich sehr, dass er eine Stadtansicht des Malers Horst Knobels geschenkt bekam. Das Bild hing bislang in seinem Amtszimmer und war ihm sehr ans Herz gewachsen.
War sichtlich überrascht: Peter Tigges freute sich sehr, dass er eine Stadtansicht des Malers Horst Knobels geschenkt bekam. Das Bild hing bislang in seinem Amtszimmer und war ihm sehr ans Herz gewachsen. © Barbara Kamisli

Doch nicht nur Tigges hatte lobende Worte und Dank für seine Wegbegleiter. Auch Regierungspräsident Mark Weinmeister, Landrat Winfried Becker, Mario Gerhold und Frank Grunewald, der SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Ralf Hillwig sowie Phil Gebhardt für die CDU blickten positiv und launig auf die Zeit mit Peter Tigges als Bürgermeister zurück. Genau wie Stadtverordnetenvorsteher Dieter Beckmann, der am Donnerstag souverän den Abend moderierte. (Barbara Kamisli)

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