Spangenberg

Bürgermeisterwahl in Spangenberg: Mit Durchmarsch von Andreas Rehm hatte niemand gerechnet

Rathaus von Spangenberg.
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Andreas Rehm ist der neue Bürgermeister von Spangenberg.

In Spangenberg holte der parteilose Kandidat Andreas Rehm auf Anhieb über 50 Prozent. Er wird damit am 1. April kommenden Jahres das Amt des Bürgermeisters von Spangenberg antreten.

Spangenberg – Ein Ergebnis, das viele in der Liebenbachstadt überrascht hat, nicht zuletzt Rehm selbst.

Da vier Kandidaten zur Wahl angetreten waren – neben Andreas Rehm auch Michael Johne (SPD), Peter Scheben (CDU) und Wilfried Dräger als unabhängiger Kandidat – sind viele davon ausgegangen, dass es zu einer Stichwahl kommt.

„Zu diesem Ergebnis kann man nur gratulieren“, sagt Sönke Salzmann, Fraktionsvorsitzender der FDP. Auch er hätte nicht damit gerechnet, dass sich bei vier Kandidaten einer auf Anhieb durchsetzt.

„Aber bei diesem Ergebnis hat Andreas Rehm in der Ansprache der Wähler wohl einiges richtig gemacht“, so Salzmann. Auf die Frage, ob er vom Wahlergebnis überrascht sei, sagt Salzmann: „So richtig einschätzen konnte man es in diesem Wahlkampf nicht.“

Vieles sei nur online gelaufen. Man wolle gut mit dem neuen Bürgermeister zusammenarbeiten, der auch einige Themen der FDP wie etwa die Abgabenbelastung in seinem Wahlprogramm adressiert habe, so Salzmann weiter.

Bürgermeisterwahl Spangenberg.

Jörg Lange, Fraktionsvorsitzender der CDU in Spangenberg, war ebenfalls überrascht vom Wahlergebnis. Er finde es aber gut, dass die SPD nicht ins Rathaus einzieht.

„Es ist schon ganz gut, wenn es da ein Gegengewicht gibt“, sagt er im Hinblick auf die Mehrheit der SPD im Stadtparlament. Traurig hingegen findet er das Ergebnis von CDU-Kandidat Peter Scheben. „Mit so einem schlechten Ergebnis habe er nicht gerechnet“, sagt Lange.

Woran es gelegen habe, könne er nicht sagen. Jedoch sicherlich nicht an der Kompetenz von Peter Scheben, der seit 20 Jahren in der Politik aktiv sei.

Man wolle eine gute Zusammenarbeit mit Andreas Rehm, „der als politisch unbelasteter, aber sicher noch einiges lernen muss.“ Gewundert habe er sich, sagt Lange, dass es Michael Johne (SPD) und Peter Scheben noch nicht einmal gelungen sei, zusammen 50 Prozent zu erreichen.

„Die etablierten Parteien im Bund haben ein riesen Problem“, sagt Lange. Das bekomme man auch in der Kommunalpolitik zu spüren. Dabei sollte es auf kommunaler Ebene nicht um Parteipolitik gehen. „Es geht doch um Spangenberg, da muss zu Kompromissen bereit sein.“

Der scheidende Bürgermeister Peter Tigges sagt: „Letztendlich hat der Bessere gewonnen.“ Er finde gut, dass der Wahlkampf unter den vier Kandidaten fair geführt worden sei. Er wolle in der Übergangszeit eng mit Rehm zusammenarbeiten.

Die SPD-Fraktion war gestern zu keiner Stellungnahme bereit. (Barbara Kamisli)

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