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Lkw-Lärm auf der B487 in Spangenberg nervt Anwohner

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Von: Barbara Kamisli

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An manchen Stellen wird es eng: Treffen sich im Bereich der Fußgängerampel und der Bushaltestelle zwei Lastwagen, kann das eng werden und für Fußgänger gefährlich.
An manchen Stellen wird es eng: Treffen sich im Bereich der Fußgängerampel und der Bushaltestelle zwei Lastwagen, kann das eng werden und für Fußgänger gefährlich. © Barbara Kamisli/Manfred Schaake

Spangenberger SPD beantragte Nachtfahrverbot für Lkw in der Ortsdurchfahrt. Der Magistart soll prüfen, ob dieses zeitnah umsetzbar ist. Lärm nervt Anwohner seit Jahren

Spangenberg – Nicht nur laut, sondern auch gefährlich, ist es an der Ortsdurchfahrt in Spangenberg. Das beklagen Anwohner schon lange. Eine Situation, die sich durch mehr Schwerlastverkehr verschärft. Nachts scheppern Lkw durch die Stadt, die Anwohnern den Schlaf rauben. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen. Im Juli ist in Schnellrode ein Lkw gegen eine Mauer gefahren.

Ein Antrag, den die SPD-Fraktion kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung gestellt hatte, soll Bewegung in die Sache bringen. Der Magistrat solle prüfen, ob für die B 487 ein Nachtfahrverbot für Lkw zeitnah umgesetzt werden kann. Der Lkw-Verkehr auf der Bundesstraße von Hessisch Lichtenau zur A7-Anschlussstelle in Ostheim habe stetig zugenommen, es sei zudem davon auszugehen, dass mit Fertigstellung der A 44 noch mehr Lkw durch Spangenberg fahren werden, begründete die SPD den Antrag, der Zustimmung im Parlament fand.

Speditionsunternehmen, so die Befürchtung, werden aus Kalkulationsgründen die Verkehrsspange Ostheim A 7 und Hessisch Lichtenau A 44 in Anspruch nehmen und nicht über die Anschlussstelle Kassel fahren. Thomas Ackermann (SPD) berichtete, dass es einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 1997 gebe, in dem es um das Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal und den Autobahnanschluss in Ostheim ging. Bereits damals sei festgelegt worden, wenn der Durchgangsschwerverkehr zunimmt, Tonagebeschränkungen, Nachtfahrverbot oder bauliche Möglichkeiten ergriffen werden sollen.

Seit Jahren beklagen sich Anwohner über Lärm und gefährliche Situationen, fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Bisher ohne Erfolg. Spangenbergs Bürgermeister Andreas Rehm stellt klar, dass es nicht in den Händen der Stadt liege, Fahrverbote oder Geschwindigkeitsbegrenzungen anzuordnen. Zuständig sei die Verkehrsbehörde des Schwalm-Eder-Kreises. Es gebe Grenzwerte, wenn diese nicht überschritten werden, dann stünden die Chancen schlecht. Er wolle sich aber mit seinen Kollegen aus Hessisch Lichtenau und Melsungen dafür einsetzen, dass endlich etwas passiere. „Das aber ist ein dickes Brett, was wir da bohren müssen.“ Er hoffe, dass er durch den Zusammenschluss mit Melsungen und Hessisch Lichtenau, die in Adelshausen und Retterode ebenfalls von den Problemen betroffen sind, bei den zuständigen Behörden die Dringlichkeit der Situation klar machen könne. „Ich habe auch einen Brief an die Verkehrsbehörde im Schwalm-Eder-Kreis geschrieben, und auf die Lärmbelästigung aufmerksam gemacht“, sagt Rehm. Auf der Internetseite laerm.hessen.de des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie sei deutlich sichtbar, dass die direkten Anwohner Lärmbelastungen von über 65 Dezibel ausgesetzt seien. Bislang habe er keine Antwort auf seinen Brief erhalten. Im Dezember und Januar laufen Verkehrsmessungen an der B 487 bei der Anzahl, Art der Fahrzeuge und Geschwindigkeit gezählt würden. Die Stadt überlege aber je nach Ergebnis, selbst ein Gerät anzuschaffen.

Reiner Ploß ist ein Anwohner, der seit vielen Jahren gegen den Lärm an der B 487 kämpft. Er hat Behörden, Ministerium und Regierungspräsidium immer wieder angeschrieben -- zuletzt im März, um auf die Situation aufmerksam zu machen. „Bisher leider ohne Erfolg“, sagt Ploß. Er weiß, dass es Grenzwerte gibt, aber Ploß sagt auch: „Die Weltgesundheitsorganisation weißt daraufhin, dass dauerhafter Lärm krank macht.“ Er wohnt auf der Scholle, dort sei es wie in vielen Straßen in Nachbarschaft zur B 487 kaum möglich, bei gekipptem Fenster zu schlafen. Weiter oben, wo die Bundesstraße enger wird, beobachtet er immer wieder gefährliche Situationen. „Da muss man sich wirklich wundern, dass da noch nicht mehr passiert ist“, sagt Ploß. Er fragt sich, ob erst etwas Schlimmes passieren müsse, bis gehandelt wird.

Lärmprobleme beim RP melden

Bürgermeister Rehm hofft auf rege Beteiligung an öffentlicher Umfrage

Eine Befragung der Öffentlichkeit gibt es derzeit vom Regierungspräsidium Kassel im Rahmen der Lärmaktionsplanung. Darauf weißt Spangenbergs Bürgermeister Andreas Rehm hin. Über das Internet kann jeder bis 22. Januar 2023 auf Problemstellen in seiner Umgebung hinweisen und Vorschläge zur Lösung machen.

„Ich hoffe, dass möglichst viele Betroffene sich daran beteiligen, um so deutlich zu machen, wie hoch die Belastung ist“, sagt Rehm.

Der Verkehr auf der B 487 nehme immer mehr zu, das bedeute für die Anwohner der Melsunger Straße, der Neustadt, Platzgasse und der Spangenberger Straße in Schnellrode immer mehr Lärm und Verlust an Lebensqualität.
„Es heißt aber auch, dass es für uns alle gefährlicher wird, die Bundesstraße zu überqueren. Gerade für Kinder und ältere Menschen ist dies ein Problem und stellt ein Sicherheitsrisiko dar“, so Rehm. Denn mit zunehmendem Verkehr werde es nicht nur lauter, sondern auch gefährlicher.
Je mehr Menschen sich daran beteiligen, umso höher werde auch der öffentliche Druck auf die entsprechenden Behörden sein. „Wir als Stadt Spangenberg haben leider keinen direkten Einfluss auf dieses Geschehen“, schreibt der Bürgermeister auf der Internetseite der Stadt.
Er und seine Bürgermeisterkollegen aus Melsungen und Hessisch Lichtenau stünden zum Thema im Austausch. Zusammen wolle man weiter deutlich darauf hinweisen, dass ein dringender Handlungsbedarf bestehe.
Die Ergebnisse der Beteiligungsaktion werden laut Regierungspräsidium geprüft und individuell abgewogen.
Auf der Internetseite der Stadt Spangenberg spangenberg.de ist der Link zu finden, der zur Umfrage des Regierungspräsidiums Kassel führt. Dort wird auch erklärt, wie die Teilnahme funktioniert. (Barbara Kamisli)

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