Anabolika und Medikamente 

Dopingmittel bestellt: Strafbefehl gegen Männer aus Spangenberg und Kassel

Spangenberg/Kassel. Mit Geldstrafen von jeweils 900 Euro hat die Kasseler Justiz einen Schlussstrich unter ein Verfahren gezogen, das sich seit über drei Jahren hinzog.

Die beiden Angeklagten, ein 50-Jähriger aus Kassel und ein 31 Jahre alter Mann aus Spangenberg, wurden wegen des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz verurteilt.

Weil beide Männer gestern vor Amtsrichterin Ferchland durch Abwesenheit glänzten, erging das Urteil in Form von Strafbefehlen.

Die beiden Männer, ein Türke und ein Deutscher, waren angeklagt, im Februar 2015 in Bulgarien und Rumänien Anabolika und Medikamente bestellt zu haben, die im Sport als Dopingmittel zum Muskelaufbau genutzt werden.

Die Lieferungen vom Balkan kamen zwar nach Deutschland, aber nicht in den Handel, denn die Polizei hatte die Aktion längst auf dem Schirm. Bevor die Angeklagten die Anabolika weiter verkaufen konnten, wurden die Pakete mit rund 200 Ampullen Testosteron Susaton sowie 1600 Ampullen des Testosterons Depo aus Bulgarien sichergestellt.

Aus Rumänien waren 25 Kilogramm anabole Steroide, die gern von Bodybuildern zum Aufbau von Muskelmasse eingeworfen werden sowie andere Arzneimittel sichergestellt worden.

Bei diesen beiden Taten hatten sich die Angeklagten über ihre Anwälte gegenseitig der Haupttäterschaft bezichtigt und ihre eigene Rolle lediglich als Beihilfe beschrieben. Weil das heute nicht mehr aufgeklärt werden konnte, wurden diese beiden Verfahren eingestellt.

Am 25. Februar 2015 hatten Polizeibeamte die Wohnungen der beiden Angeklagten in Kassel und Spangenberg durchsucht und dabei große Mengen entsprechender Medikamente sichergestellt. Die Strafbefehle von jeweils 90 Tagessätzen zu 10 Euro bezogen sich ausschließlich auf diese Taten.

Die zur Hauptverhandlung geladenen sieben Zeugen mussten gestern nicht mehr aussagen. Die beiden Verteidiger ließen keine Neigung erkennen, Einwände gegen die Urteile erheben zu wollen, die so rechtskräftig wurden.

Der Angeklagte aus Kassel ist bislang nicht vorbestraft, der aus Spangenberg hat zwar eine Vorstrafe auf dem Konto, steht aber laut Verteidigerin kurz vor dem Abitur und will offenbar sein Leben neu ordnen.

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

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