Dackel steckte in Fuchsbau fest

Dramatische Rettungsaktion: Hund steckt zwei Meter unter der Erde fest

Forstwirtschaftsmeister René Schröder hält nach einer langen Suche im Revier Spangenberg Jagdhund Jako im Arm
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Glücksmoment: Forstwirtschaftsmeister René Schröder hält nach einer langen Suche Jagdhund Jako im Arm.

Eine Bewegungsjagd endete für Dackel Jako katastrophal: Er klemmte in einem Fuchsbau fest und konnte sich selbst nicht mehr befreien.

Spangenberg – Das hätte böse enden können für Jagdhund Jako: Der Dackel hatte sich zwei Meter tief in einen Fuchsbau eingegraben – und steckte dort mehr als 24 Stunden lang fest.

So verschwand der Jagdhund: Jako war bei einer Bewegungsjagd im Revier Spangenberg dabei. Doch am Ende der Jagd kehrte der Dackel nicht zu seinem Hundeführer zurück. Die Suche nach Jako verlief erfolglos. Daraufhin rief der Hundeführer Forstwirtschaftsmeister René Schröder zu Hilfe. Zwar war Jako mit einem GPS-Ortungshalsband ausgestattet. Aber das Signal verlor sich in der Nähe eines großen Fuchsbaus. Die Vermutung lag nahe, dass Jako im Fuchsbau verschwunden war. „Das Ortungsgerät funktioniert nur überirdisch“, sagt Schröder.

Die verzweifelte Suche nach Jagdhund Jako: Er steckte zwei Meter unter der Erde fest

„Ich habe dem Hundeführer empfohlen, nahe des Fuchsbaus Krach zu machen, also zum Beispiel das Jagdhorn zu blasen, um zu sehen, ob sich der Hund darauf meldet“, erzählt René Schröder. Doch es gab keine Reaktion von Jako. Auch der Tipp, Jakos Hundedecke nahe des Fuchsbaus auszulegen und über Nacht abzuwarten, ob der Dackel dorthin zurückkehrte, brachte keinen Erfolg.

„Wir haben dann das Endoskop einer Heizungsbaufirma benutzt, um in die Gänge des Fuchsbaus hineinzuschauen“, berichtet der Forstwirtschaftsmeister. Doch das Gerät sei nun mal nicht für Fuchsbauten gedacht. Immer wieder schob sich Erde vor das Gerät, und man sah nichts mehr. Also rief Schröder seinen Kollegen Christian Smakulski an, der mit einem Bagger anrückte, um den Fuchsbau aufzugraben.

Keine Spur von Dackel Jako: „Ständig stürzten die Öffnungen, die wir gegraben hatten, wieder ein“

„Die Erde war staubtrocken, ständig stürzten die Öffnungen, die wir gegraben hatten, wieder ein.“ Eine Röhre nach der anderen wurde mit dem Bagger und per Hand mit Schaufeln geöffnet – doch von Jako gab es keine Spur. „Da sinkt irgendwann die Stimmung, wenn man nichts findet“, sagt Schröder. „Aber wir haben uns dann gesagt: So ein Dackel, der kann was ab.“ Und das Graben ging weiter, stundenlang. Es wurde dunkel, Scheinwerfer wurden aufgestellt.

Eine Röhre des Fuchsbaus mündete unter einer großen Buche. „Da konnten wir mit dem Bagger nicht weiterarbeiten, weil der Baum sonst hätte umfallen können. Damit hätten wir uns in Gefahr gebracht, und dem Hund wäre auch nicht geholfen gewesen“, erklärt Schröder. Also habe man diese Röhre zunächst offengelassen. Doch am Ende blieb nur noch sie übrig.

Hund steckt in Fuchsbau fest: Das glückliche Ende einer Rettungsaktion

„Um 21.15 Uhr haben wir ein ganz leises Bellen aus der Röhre gehört“, sagt Schröder. Die Helfer gruben nun einen Stollen, erst tief nach unten, dann schräg nach oben in Richtung Buche. Und dann sahen sie Jako. „Er war zwischen drei Wurzeln eingeklemmt und konnte sich gar nicht mehr bewegen“, erzählt Schröder. Jako zu befreien, ohne ihn zu verletzen, war schwierig – aber es gelang. Um 22 Uhr hielt René Schröder Jako im Arm. „Das war die größte Belohnung, die man sich wünschen kann“, sagt er.

Die Ironie an der Sache: Ausgerechnet die Schutzausrüstung, die Jako trug, nämlich Weste und Ortungsgerät, wurde ihm zu Verhängnis, denn die Wurzeln des Baums hatten sich darin verfangen. „Ohne diese Ausrüstung hätte er sich vermutlich allein befreien können“, sagt Schröder. Der Hundeführer war gestern telefonisch nicht zu erreichen. Der Mann sei aber überglücklich gewesen, Jako wieder in die Arme schließen zu können, sagt Schröder. (Judith Féaux de Lacroix)

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