Druckerei Schreckhase stellt Insolvenzantrag

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Hohe Druckqualität aus Spangenberg: Seit 45 Jahren werden im Dörnbach in Spangenberg hochwertige Druckarbeiten produziert. Nun hat die Werbedruck GmbH Horst Schreckhase Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fritzlar gestellt.

Spangenberg. Die Geschäftsführung der Spangenberger Druckerei Werbedruck GmbH Horst Schreckhase hat Insolvenz beim Amtsgericht Fritzlar beantragt. Zum Vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Carsten Koch bestellt.

Die Firma Werbedruck Schreckhase aus Spangenberg gilt als eine der fünf modernsten Firmen ihrer Kategorie in Deutschland. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Carsten Koch gegenüber der HNA mit. Deshalb überrascht die Nachricht des Insolvenzantrags die Region.

Noch 2012 hatte das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag in vier moderne Druckmaschinen investiert, um seine Position am Markt zu stärken. Im Zuge dessen hatte sich auch die Produktionsfläche am Standort Spangenberg um rund 30 Prozent vergrößert: von 8000 Quadratmeter auf 11 000 Quadratmeter. In mehreren Bauabschnitten war eine optimierte Logistikhalle entstanden.

„Das Unternehmen arbeitet auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Koch, „und wenn ein Druckunternehmen die Innovationen nicht mitmacht, wird es extrem schwierig.“

Auf Details zum aktuellen Stand des Verfahrens wolle er nicht eingehen. Aber er sagte, dass es „ein schmaler Grad“ in der Druckbranche sei zwischen Investition und Auslastung. Zum Zeitpunkt der beantragten Insolvenz „waren die Kapazitäten des Unternehmens noch nicht erreicht“.

Koch: Antrag kam rechtzeitig

Er betonte, dass die Geschäftsführung rechtzeitig den Insolvenzantrag gestellt habe, anstatt abzuwarten und zu hoffen. Das erhöhe die Sanierungschancen. Die Löhne und Sozialbeiträge der Mitarbeiter seien für März noch gezahlt worden. Für die Aprillöhne habe sich abgezeichnet, dass es problematisch hätte werden können.

Nach Mitteilung von Carsten Koch laufe der Geschäftsbetrieb normal weiter, „wir liefern ohne Unterbrechung aus“. Die Kunden stünden auch in dieser Situation zum Unternehmen, und das sei wichtig.

Bis das Amtsgericht Fritzlar Anfang Juni die Entscheidung über den Antrag fällt, hat die Druckerei erstmal Zeit und Luft gewonnen, um Geld für den laufenden Betrieb zu erwirtschaften. Das Unternehmen produziert für Kunden aus Verlagen, der Industrie, Werbung und Agenturen. Pro Jahr werden rund 10.000 Tonnen Papier verarbeitet. Daraus werden Ausstellungskataloge, Flyer, hochwertige Kunstbücher, Soft- und Hardcover und Zeitschriften hergestellt.

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