Einmalig im Altkreis Melsungen: Verein betreibt Freibad

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Fleißige Helfer: Viele Unterstützer helfen, das Spangenberger Freibad wieder fit zu machen.

Spangenberg. Das Freibad Spangenberg ist doppelt einzigartig: Es ist mit 90 Jahren das älteste Bad im Altkreis Melsungen und das einzige, das von einem Verein betrieben wird.

Der Förderverein ProAqua hat ab dieser Saison die Regie übernommen. An Fronleichnam, 26. Mai, öffnet das Bad seine Tore. Im Landkreis gibt es ein ähnliches Modell nur in Neukirchen.

Der Magistrat der Stadt Spangenberg hatte den Pachtvertrag mit dem bisherigen Betreiber gekündigt. Gründe: Im vergangenen Sommer gab es einen Besucherrückgang um 50 Prozent und Beschwerden von Besuchern unter anderem über den Zustand des Bades und der Anlage. Seitdem bekannt ist, dass ProAqua das Bad betreiben wird, hat sich die Mitgliederzahl von 71 auf 188 erhöht. Für die anstehende Aufgabe ist der Verein auf viele Helfer angewiesen.

Hohe Stromkosten 

Auch finanziell ist es ein Kraftakt für den Verein: Die konstante Wassertemperatur von 23 Grad sorgt nämlich für hohe Stromkosten. Die warme Temperatur wird dem Wasser der Pfieffe entzogen, das in einer strombetriebenen Anlage gespeichert und anschließend als kaltes Wasser wieder der Pfieffe zugeführt wird. Deshalb belaufen sich die jährlichen Stromkosten auf 30 000 Euro. Es gibt Pläne, das Wasser mittelfristig mit einer Solaranlage zu erhitzen.

Vorrangig sei die Instandsetzung: „Wir können das Bad nicht austauschen, aber dafür sorgen, dass die Besucher wieder gerne hingehen und sich wohlfühlen“, sagt ProAqua-Vorsitzende Claudia Schenk. Beim ersten Helfer-Tag kamen 80 Vereinsmitglieder, um zu entrümpeln, sortieren, entrosten und streichen. Ein Projekt ist die Sanierung des Babybeckens. „Das ist unsere Problemzone“, sagt ProAqua-Vorsitzende Claudia Schenk. Der Beckenrand war rissig, sodass sich in der Vergangenheit Kinder die Füße aufgerissen hatten.

Bad sollte 2013 geschlossen werden 

Durch den Beitritt zum Rettungsschirm hat sich die Stadt Spangenberg verpflichtet, bis 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Dafür sind massive Einsparungen nötig, und das Stadtparlament hatte unter anderem beschlossen, das Freibad zu schließen. Das war 2013.

Zunächst gab es eine Zusammenarbeit von Schwimmeister Jörg Heidemeyer und Stadt: Dieser führte das Bad in Eigenregie, und die Stadt gab ihm für drei Jahre Finanzhilfe. Ende 2015 wurde der Vertrag mit dem langjährigen Pächter gekündigt. Daraufhin hatte sich der Förderverein ProAqua entschlossen, das Bad in Eigenregie zu betreiben.

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