Bürgermeisterwahl

Er startet einen zweiten Versuch: Wilfried Dräger (62) ist parteiunabhängiger Kandidat für Spangenberg

Will das Sportgelände weiterentwickeln: Wilfried Dräger ist seit vier Jahren Vorsitzender des TSV Spangenberg. Das SPD-Mitglied tritt als parteiunabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl an.
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Will das Sportgelände weiterentwickeln: Wilfried Dräger ist seit vier Jahren Vorsitzender des TSV Spangenberg. Das SPD-Mitglied tritt als parteiunabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl an.

Am 26. September wählen die Spangenberger einen neuen Bürgermeister. Wir stellen die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Heute Wilfried Dräger, der als parteiunabhängiger Kandidat antritt.

Spangenberg – Wilfried Dräger will es noch mal wissen. Der 62-Jährige möchte Bürgermeister von Spangenberg werden. Bereits vor sechs Jahren war er als Kandidat der SPD gegen Amtsinhaber Peter Tigges (CDU) ins Rennen gegangen.

Diesmal tritt er als unabhängiger Kandidat an. „Ich möchte ein unabhängiges und offenes Politikangebot für Spangenberg machen“, sagt Dräger.

Zu den Themen, die dem Lehrer am Herzen liegen, gehört auch der Hochwasserschutz in der Liebenbachstadt. Gerade unter dem Eindruck der Ereignisse der vergangenen Wochen sei dieses Thema hochaktuell. „Wir müssen das offensiv und präventiv angehen“, sagt Dräger.

Bei den Wählern punkten will er mit seiner Erfahrung, die er in der Kommunalpolitik mitbringt. Seit zehn Jahren ist Dräger aktiv, bis Ende Januar war er Stadtverordnetenvorsteher.

Und als Bürgermeister will er in der Kommunalpolitik noch einige Jahre mitgestalten, am liebsten für zwei Amtszeiten, wie er sagt.

„Ich bin grundsätzlich ein Fan der Flexirente.“ Er fühle sich nicht zu alt, um die Geschicke der Stadt Spangenberg auch für mehr als eine Wahlperiode zu lenken. Als Bürgermeister sagt Dräger brauche man Geduld und Toleranz.

„Ich will keiner sein, der immer alles besser weiß“, sagt der Vater zweier erwachsener Töchter. Er habe im Laufe der Zeit ein anderes Politikverständnis entwickelt.

Wichtig sei es ihm die Spangenberger mitzunehmen und Politik verständlich zu machen. Er könne sich vorstellen, das über Bürgerversammlungen zu realisieren. Außerdem sei es ihm wichtig, mit allen Parteien im Gespräch zu bleiben.

„Ich habe zwar meine politische Heimat in der SPD, aber auf kommunaler Ebene ist Parteipolitik eher hinderlich“, findet Dräger.

Auch die Jugend will er miteinbeziehen. „Ein Jugendparlament wäre mir wichtig“, sagt er. An seinem Schulstandort in Großalmerode habe er gerade die Gründung eines solchen als Lehrer begleitet.

Die Weiterentwicklung des Sportgeländes am Liebenbach in Kooperation der Vereine – TSV Spangenberg, Pro Aqua und Tennis Club Spangenberg – steht ebenfalls auf Drägers Agenda.

Seit vier Jahren ist er Vorsitzender des TSV Spangenberg, eine Aufgabe in die er viel Zeit investiert, wie er sagt. Zum Lesen von Krimis und Sachbüchern bleibe da oft nicht mehr ganz so viel Zeit.

Er könnte sich beispielsweise einen Wlan-Hotspot für die Jugendlichen und ein Haus der Vereine vorstellen. Überhaupt sei die Digitalisierung etwas, das er vehement vorantreiben will. „Da muss man eben auch mal drängeln“ sagt er.

Die nötige digitale Infrastruktur sei wichtig, um Spangenberg und seine Stadtteile auch künftig als Wohnort attraktiv zu halten. Dazu gelte es auch den Öffentlichen Personennahverkehr an die Bedürfnisse der Spangenberger anzupassen.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie oft ich selbst Fahrdienst für meine Kinder gemacht habe“, sagt Dräger.

Kitaneubau, ärztliche Versorgung und eine zukunftsfähige Feuerwehr fehlen ebenfalls nicht auf der Liste, die er für den Wahlkampf erstellt hat. Ein Auge müsse man auch auf die Verkehrssituation in Spangenberg haben – gerade im Zusammenhang mit dem Ausbau der A 44 Kassel-Eisenach.

Da könnte sich die Ortsdurchfahrt zur stark befahrenen Querverbindung entwickeln, befürchtet der Lehrer. Der Durchgangsverkehr sei aber bereits jetzt schon oft eine Belastung für die Anwohner, sagt Dräger.

Dräger, der aus Bebra stammt, aber vor 25 Jahren nach Spangenberg kam, haben es in Spangenberg vor allem die umliegende Landschaft und der Wald angetan. „Ich bin kein Großstadtmensch“, sagt er.

Die Situation des Stadtwaldes bereitet ihm Sorge. In Sachen Waldbewirtschaftung müsse man perspektivisch über naturschonendere Methoden nachdenken.

Die Einrichtung eines Ruheforsts ist etwas, das Dräger ebenfalls gern angehen möchte. „Die Blumenbeetkultur auf Friedhöfen gibt es nicht mehr“, so Drägers Erfahrung.

Zudem müsste diese Form der Ruhestätte immer stärker von den Kommunen bezuschusst werden.

Zur Person

Wilfried Dräger (62) stammt ursprünglich aus Bebra, lebt aber seit 25 Jahren in Spangenberg. Er hat zwei erwachsene Töchter im Alter von 29 und 25 Jahren. Dräger lebt getrennt.

Er ist Lehrer der Gesamtschule in Großalmerode, wo er Deutsch, Arbeitslehre, evangelische Religion, Biologie und Gesellschaftslehre unterricht. Nach dem Abitur in Rotenburg studierte er von 1978 bis 1983 Biologie, Geschichte und Evangelische Religion in Kassel.

Nach seinem Referendariat in Bad Hersfeld und dem Zweiten Staatsexamen machte er eine verhaltenstherapeutische Ausbildung. Von 1987 bis 2000 arbeitete er für die Evangelische Landeskirche Kurhessen-Waldeck in Hanau im Bereich Industrie- und Sozialarbeit.

Im Oktober 2000 bekam er eine Lehrerstelle an der Gesamtschule in Niederaula und wechselte 2009 an die Gesamtschule Großalmerode. Dräger war seit 2011 Erster Stadtrat in Spangenberg und damit Vertreter des Bürgermeisters.

Bis zum Rücktritt im Januar 2021 war er Stadtverordnetenvorsteher.  (Barbara Kamisli)

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