Familie Johne aus Spangenberg hat ihr Haus fledermausfreundlich gemacht

Ein Häuschen am Haus: Michael Johne mit einem Fledermauskasten, der am Haus angebracht werden kann. Durch einen Spalt fliegen die Tiere von unten in den Kasten hinein. Fotos: Frangenberg/Nabu

Spangenberg. Im Haus von Familie Johne in Spangenberg sind Fledermäuse willkommene Gäste. Michael Johne aus Spangenberg ist Fledermausfan und hat für die Tiere einen Wohnkasten aufgehängt.

Die Tiere faszinieren ihn: „Wenn die Fledermäuse im Garten dicht über unseren Köpfen herflitzen, dann begeistert es mich, wie sie sich nur durch ihren Ortungssinn orientieren.“ Er hat das Haus der Familie Johne jetzt fledermausfreundlich gemacht und einen Wohnkasten für die Tiere aufgehängt.

„Wir wissen nicht, ob sich gerade Tiere im Kasten befinden. Normalerweise leben sie um diese Jahreszeit in den frostgeschützten Winterquartieren wie Tunneln und Höhlen“, erklärt Johne. Der 37-Jährige hat bereits einen Kasten aufgehängt, zwei weitere kommen jetzt hinzu.

„Fledermäuse wechseln das gesamte Jahr über ihre Quartiere“, erläutert Torsten Cloos, Geschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu) Schwalm-Eder. Zwischen September und März halten die Tiere Winterschlaf, in diesem Jahr könne es durch die Wärme aber sein, dass es noch aktive Tiere gebe.

So fühlen sich die Tiere wohl 

Wohnkästen: „Wichtig ist, dass der Kasten so hoch hängt, dass er vor Katzen sicher ist“, weiß Johne. Er hat vom Nabu ein Zertifikat bekommen, das sein Haus für fledermausfreundlich erklärt. Viel Geld musste er nicht ausgeben. Für die drei Kästen hat er ungefähr 40 Euro bezahlt.

Sonstige Wohnräume: „Auch Dachbodeneinflüge und Löcher in Holzfassaden von Häusern sind potenzielle Wohnräume für Fledermäuse“, erklärt Cloos.

Nahrungsangebot: Die Voraussetzung dafür, dass die Tiere sich entschließen, ein Quartier zu beziehen, hänge aber auch mit dem Nahrungsangebot zusammen.

„Wenn ein Garten für Insekten interessant ist, zum Beispiel wegen Blumen, die von Nachtfaltern angeflogen werden, dann ist das auch für Fledermäuse interessant, die gerne Mücken und Käfer essen“, sagt er.

Angst, dass es durch die neuen Mitbewohner mal laut werden könnte, hat Johne nicht. „Die müsste man nur haben, wenn man Ultraschall hören könnte“, sagt Cloos und lacht. Die Tiere gäben zwar manchmal Laute wie Vögel von sich, am Haus könne man sie aber nur ab 500 Tieren als Lärm empfinden.

Die Tiere, die so klein sind, dass sie jeweils in eine Streichholzschachtel passen, leben oft mit 20 Tieren zusammen. „In unserer Region ist die Bergfledermaus sehr verbreitet“, sagt Cloos.

Vom Kot der Fledermäuse geht keinerlei gesundheitliche Gefahr aus, erklärt Cloos vom Nabu. Die Ausscheidungen bestehen bei den Fledermäusen zum größten Teil aus den ungiftigen Stoffen von Käferpanzern. „Der Kot ist nach einem Vierteljahr so auch nicht mehr zu sehen, weil er sich komplett zersetzt“, sagt Cloos. Um die Menge der Hinterlassenschaften müsse man sich bei einer Fledermaus auch keine Gedanken machen. Ein weiterer Vorteil der pflegeleichten Mitbewohner: die Tiere beißen nicht.

Mehr Informationen: Interessenten für ein fledermausfreundliches Haus können über den Naturschutzbund eine Beratung bekommen: www.hessen.nabu.de

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