100 Flüchtlinge leben derzeit in Spangenberger Kulturhalle

Spontan-Aktion: Flüchtlinge in Spangenberg bedankten sich kürzlich für die Hilfe der vielen Ehrenamtlichen mit Plakaten und starteten eine Müllsammelaktion. Foto: Anja Sostmann/nh

Spangenberg. Dienstags ist immer Anreisetag in Spangenberg: Dann fahren zwei Busse mit Flüchtlingen an der Kulturhalle vor: Es sind zwischen 40 bis 60 Menschen.

Das teilte Bürgermeister Peter Tigges (CDU) während der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend mit. Er gab einen Überblick über die Flüchtlingssituation in der Stadt.

Wie viele Flüchtlinge leben aktuell in der Kulturhalle? 

Zurzeit sind 100 Flüchtlinge in der Kulturhalle untergebracht, darunter 20 Kinder. Bei ihrer Anreise werden sie von Mitarbeitern des Spangenberger Einwohnermeldeamtes in der Kulturhalle registriert. Dort findet ein Begrüßungsessen statt, das von Spangenbergerinnen türkischer Herkunft gekocht werde. Örtliche Lebensmittelmärkte spenden Lebensmittel. Die Menschen schlafen noch auf Feldbetten, „nach und nach werden sie durch richtige Betten ausgetauscht“, berichtete Tigges. Die Stadt hat einen Pachtvertrag mit dem Landkreis abgeschlossen, demnach maximal 150 Flüchtlinge in der Kulturhalle beherbergt werden können.

Wie lange bleiben die Menschen in Spangenberg? 

Die Flüchtlinge kommen aus vorübergehenden Zeltunterkünften und bleiben in der Regel zwei bis vier Wochen in Spangenberg, von dort ziehen sie in Wohnungen. Von den ersten Flüchtlinge, die am 20. Oktober in Spangenberg ankamen, sei niemand mehr in Spangenberg. Einige seien in Wohnungen nach Melsungen und Felsberg gezogen, viele ins Ruhrgebiet. „Einige der Flüchtlinge wollen in Spangenberg bleiben, weil es ihnen gut gefällt“, berichtet Tigges, „es sind sehr qualifizierte Leute darunter.“

Wer leitet die Spangenberger Flüchtlingsunterkunft? 

Der Landkreis hat einen Betreiber eingestellt, dem Bürgermeister Tigges „ein großes Lob“ aussprach, weil er eng mit den Menschen zusammenarbeite und sich um die Ordnung kümmere. „Hier gibt es null Theater.“ Das Catering zahlt die Starthilfe: Das Essen wird in Borken gekocht, kommt noch heiß in Spangenberg an und wird von Spangenbergern verteilt, die von der Starthilfe auf 450 Euro-Basis angestellt sind.

Wieviel Geld hat die Stadt bislang investiert? 

„Es gab Investitionen zwischen 5000 und 10 000 Euro“, berichtete Bürgermeister Tigges. Es wurden zum Beispiel zusätzliche Duschen eingebaut.

Ist die Kulturhalle winterfest? 

Ja, sagte Bürgermeister Tigges. An den großen Toren seien Schleusen eingebaut worden, die die Zugluft abhalten. Weil die Dachfenster einfachverglast seien, werden in den kommenden Tagen dünne Doppelstegplatten vor die Fenster gebaut, die die Wärme im Raum halten. Die Arbeiten übernehmen Bauhof und Ehrenamtliche. Die Wärmedämmmaßnahmen zahle der Landkreis.

Werden noch Wohnungen gesucht? 

Zwei Wohnungen in Elbersdorf wurden bereits für eine Flüchtlingsfamilie angemietet. Es werden aber weitere Wohnungen gesucht, auch in den Ortsteilen. Interessenten können sich bei der Stadtverwaltung melden (Gritt Heinze, Tel. 05663 / 50 90 40).

Wie kann man sich für die Flüchtlinge engagieren? 

Es werden immer Ehrenamtliche gesucht. Zum Beispiel für Stadtrundgänge für die Flüchtlinge, Sprachkurse für Grundbegriffe und Ausflüge zu Spielplätzen.

Viele Spangenberger engagieren sich bereits: in der Kinderbetreuung, in der Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Einige Flüchtlinge machen mit beim freien Fußballtraining des TSV Spangenberg. Bürgermeister Tigges dankte den Ehrenamtlichen und sagt: „Es läuft ausgezeichnet.“

• Kontakt: Flüchtlings-AG, Tel. 05663 / 27 40 25.

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