19-Jährige wollen 15.000 Kilometer fahren

Abenteuer auf vier Rädern: Zwei junge Frauen fahren mit Wohnmobil zum Nordkap

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Vor der großen Reise: Alina Diehl aus Spangenberg (links) und Laura Engler aus Melsungen fahren. Am Sonntag geht’s los. In vier Monaten wollen sie zurück sein.

Spangenberg/Melsungen. Laura Engler aus Melsungen und Alina Diehl aus Spangenberg wollen mit ihrem Wohnmobil zum Nordkap fahren. Für die HNA werden sie von ihrem Weg berichten. 

Die beiden sind vier Monate unterwegs und werden Reiseberichte während der Tour schreiben, die wir veröffentlichen. Für das größte Abenteuer ihres Lebens haben Laura und Alina wochenlang gejobbt. Die eine im Lager bei B. Braun, die andere im Büro bei Sartorius. Ihren großen Traum hatten sie dabei immer vor Augen, und Sonntag ist es endlich soweit: Laura Engler, 19, aus Melsungen und Alina Diehl, 19, aus Spangenberg reisen zum Nordkap – mit dem Wohnmobil von Alinas Eltern. Das Jobben war dringend nötig, denn um den nördlichsten Punkt des europäischen Festlands zu erreichen, rechnen die beiden allein mit dreieinhalbtausend Euro Spritkosten.

Deshalb sparen sie beim Essen: Reis, Couscous, Nudeln wird es geben. Und wenig Fleisch. Trotzdem nehmen sie einen Grill mit: „In Finnland wollen wir Fisch grillen“, sagt Alina.

Ihre Route führt über Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland und Norwegen zum Nordkap, zurück geht’s über Schweden und Dänemark. Bis zu 15.000 Kilometer werden die jungen Frauen dann mit dem Wohnmobil zurückgelegt haben. Je nach Wetterlage rechnen sie mit einer Rückkehr im Oktober oder November.

Die Freundinnen kennen sich seit Kindertagen, waren seit dem fünften Schuljahr in einer Klasse und schon oft zusammen verreist, auf Klassenfahrten und Jugendfreizeiten. Erst ein Mal waren sie alleine unterwegs: In den Osterferien ging’s mit dem Wohnmobil ans Ijsselmeer in Holland. Das war die Probe für ihr großes Abenteuer.

Laura und Alina war klar, dass sie nach dem Abi und vor dem Studium erst mal ins Ausland wollten. Laura, die Medizin studieren möchte, wollte eigentlich in einem Kinderheim in Indien arbeiten. Davon waren ihre Eltern nicht so begeistert. Die Idee mit dem Wohnmobil ans Nordkap kam da schon besser an. Auch Alinas Eltern unterstützen den Plan der beiden: „Es sind vernünftige, tolle Mädchen“, sagt Mutter Sabine Diehl, die begeistert ist vom Mut der Freundinnen. Sie habe Gottvertrauen und keine Angst, dass ihnen etwas passiert („auch hier um die Ecke kann immer was passieren“).

Am heutigen Samstag wird das Wohnmobil beladen: Gummistiefel, Badesachen, Fahrräder, Rucksäcke, dicke Kleidung, dünne Kleidung. Die wichtigsten Ausrüstungsstücke für beide sind aber ihre Kameras, mit denen sie die Reise fotografisch festhalten wollen. Alina, die den Berufswunsch Journalistin hat, will einen Reiseblog schreiben und nimmt deshalb auch einen Laptop mit. Alina und Laura wollen die HNA-Leser auf ihre Abenteuerreise zum Nordkap mitnehmen: Sie werden der Redaktion E-Mails und Fotos schicken, die veröffentlicht werden.

Dies ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex. Das Video wurde nicht von der HNA erstellt.

Was sich die Freundinnen von der Reise erhoffen? „Frei zu sein, in der Natur zu sein und vom Handy wegzukommen“, antwortet Laura. Sie verbringt mehrere Stunden am Tag mit dem Handy. Und Alina sagt: „Man verliert sich darin, bleibt hängen, guckt Sachen an, die einen nicht weiterbringen.“ Das wollen die beiden während ihrer Tour ändern. Natürlich halten sie mit Freunden und Familien Kontakt übers Handy, aber sie wollen die Zeit genießen können.

Dazu gehört auch, keine festgelegte Fahrtroute zu haben. Die beiden wissen nur, dass sie am 21. August die Fähre von Tallin/Estland nach Helsinki/Finnland nehmen. Die ist nämlich schon gebucht. Und dann stecken die beiden schon mittendrin im bislang größten Abenteuer ihres Lebens.

Karte: Nordkap

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